Luft-Wasser-Wärmepumpen sind mit großem Abstand die beliebteste Lösung im Wärmepumpenmarkt. Sie sind im Vergleich zu anderen Wärmepumpenarten einfacher zu installieren und benötigen keine allzu große Investition. Dennoch können bei ihrer Auslegung und Installation viele Fehler gemacht werden.
Darstellung eines Monoblocks mit Außenaufstellung
Bild: BWP
Dass die Luft-Wasser-Wärmepumpe den Wärmepumpenmarkt anführt, ist kein Wunder. Sie benötigt keine Brunnen oder Bohrungen, sondern wird in die vorhandene Hydraulik im Haus eingebunden. Das jedoch ist schwierig. Während ein Monteur einen Gas-Brennwertkessel an einem Tag montieren kann, sind für die Einbindung einer Wärmepumpe zwei Monteure meist zwei Tage oder länger beschäftigt. Die Wärmepumpe bedient etwa bei Fußbodenheizungen gleich mehrere Heizkreise, muss das Trinkwasser erwärmen, hat einen sehr komplexen Kühlmittelkreislauf und braucht zudem einen stabilen Stromanschluss.
Dafür funktioniert sie bei richtiger Auslegung (eine JAZ von 3 sollte immer erreicht werden) zuverlässig, macht kaum Ärger und ist eher wartungsarm. Das Funktionsprinzip ist hinlänglich bekannt und tatsächlich mit dem eines umgekehrten Kühlschrankes hinreichend beschrieben.
Die Anschaffungskosten inklusive Installation liegen bei 7.000 Euro (für kleinere Leistungsbereiche von 4 bis 6 kW und Monoblockgeräte, dazu gleich mehr), können aber bei leistungsstärkeren Aggregaten auch 20.000 Euro und mehr betragen. Bis 2022 lag die Förderung noch bei einem guten Drittel. Aktuell sind es 25 Prozent, wenn eine JAZ von 3 erreicht wird. Ab 2028 sollen nur noch Wärmepumpen gefördert werden, die über ein natürliches Kältemittel verfügen.
Die Betriebskosten richten sich nach der JAZ. Hat ein Haus eine jährliche Heizlast von 21.000 kWh, benötigt die Wärmepumpe bei einer JAZ von 3 dafür 7.000 kWh Strom (bei einem derzeitigen Durchschnittspreis von 40 Cent je kWh also 2.800 Euro). Es gibt zwar Wärmepumpentarife, doch die werden nicht von jedem Netzbetreiber akzeptiert. Zur Not hilft es, sich nach dem billigsten Anbieter umzuschauen oder aber einen börsenpreisorientierten Vertrag abzuschließen. Zumindest wäre der derzeit günstiger als die festen Tarife.
Installiert werden können Wärmepumpen als Einzelgeräte, genannt Monoblock, innen oder außen. Bei letzterem benötigt man eine Inneneinheit mit Speicher und Hydraulik. Sogenannte Splitgeräte bestehen immer aus einer Innen- und Außeneinheit. Bei ihnen werden die Betriebsgeräusche nach außen gelagert (wie auch bei Monogeräten, die außen aufgestellt werden). Kostenseitig nehmen sich beide Systeme bei vergleichbarer Leistung nichts.
Bei der Auslegung dreht sich alles um die richtige Vorlauftemperatur. Denn je höher die eingestellt ist, umso mehr muss die Wärmepumpe bei tieferen Temperaturen arbeiten und entsprechend Strom verbrauchen. Bei Fußbodenheizungen können Vorlauftemperaturen von 35 °C reichen. Bei Konvektionsheizkörpern ist ein höherer Vorlauf notwendig. Ausnahmen hier sind sehr gut gedämmte Häuser. Sie kommen auch mit entsprechend niedrigeren Vorlauftemperaturen aus.
Der nächste Teil unserer Serie zeigt die Funktionsweise von Wasser-Wasser-Wärmepumpen und ihre Anwendungen.
Unsere Serie zur Wärmepumpe umfasst folgende Teile:
13.02.2023: Die Wärmepumpe – politisch gestützt, ökonomisch häufig sinnvoll 15.02.2023: Arten der Wärmepumpen und Marktanteile in Deutschland 17.02.2023: Aktuelle Marktlage von Wärmepumpen mit Handwerkermangel und Lieferengpässen 20.02.2023: Technische Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Einsatz von Wärmepumpen 22.02.2023: Luft-Wasser-Wärmepumpen und ihre Anwendungsbereiche 24.02.2023: Wasser-Wasser-Wärmepumpen und ihre Anwendungen 27.02.2023: Geothermische Systeme und ihre Anwendungen 01.03.2023: Wann sind Hybridsysteme mit Wärmepumpen sinnvoll 03.03.2023: Wärmepumpen in Nahwärmenetzen 06.03.2023: Förderungen für Wärmepumpen 08.03.2023: Praxisbeispiele: Einsatz von Wärmepumpen in eher ungewöhnlichen Objekten ________________________________________
Ein Beitrag der Redaktion vom HaustechnikDialog.