Wärmepumpen sind in der Lage, ein gut gedämmtes Haus ganz allein zu heizen und das Trinkwasser zu erwärmen. Das gilt für alle in dieser Serie vorgestellten Technologien. In anderen Fällen kann die Wärmepumpe mit einem anderen Wärmeerzeuger kombiniert werden.
Solarthermie ist eine gängige Komponente für eine Hybridheizung mit Wärmepumpe.
Bild: BWP Eine häufige Kombination ist die von Wärmepumpe und einem Brennwerttechnikgerät (entweder Erdgas, Heizöl oder Pellets). Das bietet sich insbesondere bei Sanierungen an. Hier findet sich ja immer eine schon vorhandene Heiztechnik, die (sofern sie noch gut läuft) mit einer neuen Wärmepumpe kombiniert werden kann. Die hydraulische Einbindung ist einerseits komplex und die Wärmepumpe benötigt so gut wie immer einen eigenen kleinen Pufferspeicher.
Andererseits hat man dann zwei Technologien, die funktionieren und die sich insbesondere bei Luft-Wasser-Wärmepumpen sehr gut ergänzen – insbesondere dann, wenn bei kalten Temperaturen höhere Vorlauftemperaturen nötig sind – und die von der Brennwerttechnik gut gemeistert werden können. Ähnliches gilt bei Grundwasser- oder Erdwärmepumpen, wenn sich die Umgebungsmedien bei langanhaltenden Frösten doch abkühlen sollten. Die Schaltung in solchen Systemen sieht meist folgendermaßen aus: Bis 2 °C arbeitet die Wärmepumpe allein. Bei Temperaturen unter 2 °C schaltet sich die Brennwerttechnik hinzu. Sollten die Temperaturen unter -2 °C fallen, arbeitet die Brennwerttechnik allein.
Wärmepumpen für Hybridlösungen sind in aller Regel kleiner ausgelegt als solche, die den kompletten Eigenbedarf an Wärme und Trinkwarmwasser decken müssen. Entsprechend günstiger sind die Systeme. Die Preise liegen bei 6.000 bis gut 12.000 Euro für Leistungsbereiche von 4 bis 10 kW.
Eine weitere Kombination ist die einer Wärmepumpe mit einer Solarthermieanlage. Das macht insbesondere für die wärmer Jahreszeit mit hinreichend Sonnenstrahlung Sinn. Dann kann bei richtiger Dimensionierung die Solarthermieanlage die komplette Trinkwarmwasserbereitung übernehmen und die Wärmepumpe bleibt praktisch aus. In der Übergangszeit, also Frühjahr und Herbst, kann sie zudem einen Beitrag zur Heizung leisten.
Auch eine Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaikanlage ist möglich. Aus hydraulischer Sicht ist dies keine Hybridheizung. Zum einen kann der PV-Strom zum Betrieb der Wärmepumpe eingesetzt werden – das geschieht aber leider vor allem während der geringen Betriebszeiten der Wärmepumpe im Sommer, und eben nicht im Winter, wenn man den eigen erzeugten Strom gut gebrauchen könnte. Zum anderen kann er den eventuell nötigen Heizstab im Pufferspeicher befeuern.
Auch Abwärme im Gebäude kann mit einer Hybridlösung genutzt werden. Dies erfolgt über einen Wärmeübertrager, der der Abluft die Wärme entzieht und dem Heizkreislauf zuführt. Hier gibt es Geräte, die sowohl die Wärmepumpe als auch die Abluftnutzung vereinen.
Ob man sich für eine Hybridlösung entscheidet, liegt vor allem an der nötigen Heizlast im Haus sowie an der Arbeits-Umgebungstemperatur für die Wärmepumpe. Und natürlich spielt der Platz eine Rolle, denn schließlich muss der für mindestens zwei Technologien vorhanden sein.
Der nächste Teil unserer Serie zeigt, dass Wärmepumpen in Nahwärmenetzen unverzichtbar sind.
Unsere Serie zur Wärmepumpe umfasst folgende Teile:
13.02.2023: Die Wärmepumpe – politisch gestützt, ökonomisch häufig sinnvoll
15.02.2023: Arten der Wärmepumpen und Marktanteile in Deutschland
17.02.2023: Aktuelle Marktlage von Wärmepumpen mit Handwerkermangel und Lieferengpässen
20.02.2023: Technische Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Einsatz von Wärmepumpen
22.02.2023: Luft-Wasser-Wärmepumpen und ihre Anwendungsbereiche
24.02.2023: Wasser-Wasser-Wärmepumpen und ihre Anwendungen
27.02.2023: Geothermische Systeme und ihre Anwendungen
01.03.2023: Wann sind Hybridsysteme mit Wärmepumpen sinnvoll
03.03.2023: Wärmepumpen in Nahwärmenetzen
06.03.2023: Förderungen für Wärmepumpen
08.03.2023: Praxisbeispiele: Einsatz von Wärmepumpen in eher ungewöhnlichen Objekten
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Ein Beitrag der Redaktion vom HaustechnikDialog.