Erfahren Sie, was die FTTH-Technologie ist und wie sie die Anforderungen an die Infrastruktur alter und auch neuer Gebäude verändert.
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Für ein modernes und komfortables Wohnen ist eine funktionierende Gebäudeinfrastruktur unabdingbar. Dazu zählen nicht nur eine ausreichende Strom- und Wasserversorgung sowie Heizung und Klimatisierung, sondern auch eine zeitgemäße und zukunftsfähige Anbindung an das Internet- und Telefonnetz.
Doch aufgrund der rasanten Entwicklungen in der Internet- und Haustechnik und speziell durch die Einführung von FTTH haben sich die Anforderungen an die Infrastruktur von Häusern und Wohnungen deutlich verändert. Wir erklären Ihnen, was FTTH ist und welche Ansprüche diese Technologie an die Gebäudeinfrastruktur alter und auch neuer Häuser stellt.
Was ist FTTH?
FTTH steht für "Fiber to the Home" und beschreibt eine infrastrukturelle Technologie, die beim Glasfaserausbau genutzt wird. Bei FTTH wird das Glasfaserkabel direkt bis in die Wohnung oder das Haus des Endkunden verlegt und nicht nur bis zu einem außenstehenden Verteilerkasten. Der direkte Anschluss an das Glasfaserkabel durch FTTH ermöglicht eine hohe Internetgeschwindigkeit von bis zu mehreren Gbits gepaart mit einer großen Bandbreite und einer entsprechenden Stabilität der Internetverbindung.
Im Gegensatz dazu wird bei anderen, älteren Technologien wie DSL oder Kabelinternet das Signal noch immer über Koaxial- oder Kupferkabel vom Verteilerkasten zum Endkunden transportiert und nicht über eine der schnellen Glasfaserkabel. Das senkt die Übertragungsgeschwindigkeit drastisch – mit VDSL werden so höchstens 250 Mbit/s erreicht, mit FTTH sind es hingegen über ein Gigabit die Sekunde. Momentan lässt sich das volle Potenzial Ihres Internetanschlusses also nur über FTTH ausschöpfen. Doch welche Ansprüche stellt das "Fiber to the Home" eigentlich an die Infrastruktur des Gebäudes und welche Komponenten sind notwendig?
Integration in bestehende Gebäudeinfrastrukturen
Vor allem in bereits bestehenden Gebäuden kann die Installation eines FTTH-Anschlusses eine Herausforderung sein, da die Gebäudeinfrastruktur noch nicht für diese Technologie ausgelegt ist. Im Gegensatz zu den DSL- und Kupferkabel, die schon vor Jahren beim Bau vieler Häuser eingeplant und direkt mit verlegt worden sind, müssen die Glasfaserkabel komplett neu verlegt werden.
Um dies zu tun, muss zuerst die Bausubstanz geprüft und festgestellt werden, an welcher Stelle des Hauses das Glasfaserkabel in das Gebäude gelangen kann. Meist werden die Kabel direkt von der Straße in den Keller des Hauses verlegt, dazu ist es aber nötig, ein Loch in die Außenwand zu bohren. Ist dies geschafft, stellt sich als Nächstes die Frage, wie das Glasfaserkabel vom Keller in die Wohnung gelangt – wie viele Anschlüsse im Haus sind nötig, wird das Kabel auch in diesem Fall durch Mauern verlegt, ist ein Leerrohr vorhanden oder kann ein neues gelegt werden? Hier gilt es festzustellen, ob die alte Gebäudeinfrastruktur Wege bietet, die Glasfaserkabel auch in gewünschter und erforderlicher Weise zu verlegen. Ist dies nicht der Fall, so muss die Infrastruktur gegebenenfalls durch noch fehlende Komponenten, wie etwa passende Leitungswege, ergänzt werden.
Zusätzlich zu den Glasfaserkabeln und den Leitungswegen gibt es noch weitere technische Komponenten, die einen neuen Platz in der Infrastruktur des Hauses erhalten müssen – so wie der Hausübergabepunkt, der Glasfaser-Teilnehmeranschluss oder neue Endgeräte, wie Modems oder Router. Doch auch hier ist die Wahl der Standorte durch die vorgegebene Infrastruktur eingeschränkt, vor allem da die meisten dieser Geräte eine Steckdose in der unmittelbaren Umgebung benötigen. Gegebenenfalls kann es sogar nötig werden, neue Stromanschlüsse zu installieren. Die Planung und die Integration eines FTTH-Anschlusses und der dazugehörigen Verkabelung in einem bestehenden Gebäude können also durchaus Herausforderungen bereithalten.
Planung und Bau neuer Gebäudeinfrastrukturen
Aber auch bei der Planung und dem Bau eines neuen Hauses oder einer neuen Wohnung stellt der FTTH- Anschluss und die benötigte interne Infrastruktur eine Herausforderung dar – jedoch sind die Ausgangsbedingungen ganz andere. Bei einem Neubau können alle benötigten Komponenten ganz nach Wunsch eingeplant und später auch so eingebaut werden. Sie können von vornherein die Anzahl der Glasfaserkabel und Anschlüsse sowie die Art der Leitungswege festlegen. Zudem können Sie frei bestimmen, an welcher Stelle das Glasfaserkabel ins Haus gelegt und wo die Endgeräte platziert werden sollen.
Bei solch einer Planung ist es dann nur wichtig, auch zukünftige Entwicklungen direkt mit zu berücksichtigen. Auch wenn sie momentan vielleicht nur einen Teilnehmeranschluss benötigen, so könnten es in der Zukunft eventuell mehr werden. Planen Sie die Gebäudeinfrastruktur also ruhig etwas großzügiger: Verlegen Sie zum Beispiel vorsorglich mehrere mögliche Leitungswege, wie etwa Leerrohre, im Haus und planen Sie, an welchen Stellen eventuell einmal ein Teilnehmeranschluss entstehen könnte. Statten Sie diese Stellen dann bereits in der Planung mit nahe gelegenen Steckdosen für potenzielle Endgeräte wie Router aus.
Der Einsatz von FTTH in Neubauten erfordert eine gut geplante und ausreichend dimensionierte Infrastruktur, die allen Geräten und Leitungen genug Platz bietet. Doch ist diese Infrastruktur erst einmal vorhanden, steht der lichtschnellen und zukunftssicheren Internetanbindung nichts mehr im Weg.
Smart Home und FTTH
Zu guter Letzt werfen wir noch einen Blick auf FTTH und Smart Home. Denn auch die intelligente Haustechnologie verändert die Gebäudeinfrastruktur und ihre Komponenten erheblich und ist eng mit einem stabilen und schnellen Internetanschluss, wie die FTTH-Technologie ihn bietet, verbunden. So kann man beide Systeme durchaus parallel planen und/oder anlegen.
Zuerst müssen die gewünschten Smart-Home Geräte, wie intelligente Thermostate, Smart-Meter oder Sicherheitssysteme in die Gebäudeinfrastruktur integriert werden. Ist dies geschafft, müssen die Geräte des Smart Home aber noch miteinander verbunden werden, denn auch diese senden und empfangen Daten. Dafür benötigen viele intelligente Hausgeräte eine gute Internetverbindung und ausreichend Bandbreite, etwa dann, wenn sie Daten in Echtzeit übermitteln (z. B. Kameravideo) oder wenn sie vom Hausbesitzer per Handy oder App gesteuert werden (z. B. Lichtsteuerung). Hier bietet FTTH eine optimale Grundlage, um eine schnelle und störungsfreie Kommunikation innerhalb des Smart Home Systems zu gewährleisten.
Die Vernetzung der einzelnen Geräte mit dem Hauptnetzwerk des Hauses kann dabei auf zwei Wegen hergestellt werden – entweder per Funk/ WLAN oder per Kabel/ Ethernet. Die Kabelvariante ermöglicht in der Regel eine höhere Datenübertragungsrate und eine höhere Stabilität. Wird sich für diese Variante entschieden, besteht aber auch hier die Herausforderung, die neu benötigten Kabel im Haus zu verlegen. In Neubauten kann das Smart-Home-System mit all seinen Komponenten direkt zusammen mit den Glasfaserleitungen bzw. ergänzend dazu geplant werden. In älteren Gebäuden sind unter Umständen aber auch größere Umbaumaßnahmen erforderlich, daher rentiert sich hier oft die Funk-Variante mehr.