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News vom 11.08.2003

Neues Förderprogramm: Dämmen mit Naturmaterialien


Die Förderrichtlinie "Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen" macht Produkte wie Flachs, Hanf, Stroh, Schilf oder Wolle zukünftig attraktiver. Ab sofort bezuschusst das Bundesverbraucherschutzministerium den Einsatz natürlicher Erzeugnisse im Bereich der Schall- und Wärmedämmung.

Ungefähr 30 Millionen Kubikmeter Dämmstoffe werden jährlich in Deutschland verbaut. Dabei greifen Bauherren fast ausschließlich auf fossile Rohstoffe wie Mineralwolle zurück; gerade einmal fünf Prozent hingegen machen Dämmstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe aus. Dass das so ist, liegt an den momentan noch erheblich höheren Preisen für diese Produkte. Hieran soll die neue Förderrichtlinie etwas ändern, mit deren Umsetzung die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) beauftragt ist.

Ob für die Altbausanierung oder den Neubau: ein Bauherr kann einen Zuschuss zwischen 30 und 40 Euro pro Kubikmeter Dämmmaterial erhalten. Die konkrete Zuwendungshöhe hängt davon ab, welcher Kategorie der jeweilige Dämmstoff angehört. So fordert die Kategorie I einen Mindestanteil an nachwachsenden Rohstoffen von 85 Prozent. Der Fördersatz pro Kubikmeter beträgt dann 40 Euro. Bei der Kategorie II wird ein Naturfaseranteil von 75 Prozent erwartet. Hier beläuft sich der Zuschuss auf 30 Euro pro Kubikmeter. Die Förderung wird als nicht rückzahlbare Zuwendung gewährt und ist auf einen Maximalbetrag von 100.000 Euro beschränkt.

Eine Übersicht der förderfähigen Dämmstoffe enthält die sogenannte "Positivliste". Sie wurde vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik erarbeitet und berücksichtigt Produkte, die den bauphysikalischen und baurechtlichen Anforderungen entsprechen. Im Internet unter www.naturdaemmstoffe.info werden detaillierte Informationen zu den Produktkategorien sowie zu den Einsatzbereichen der gelisteten Produkte zusammengefasst.

Unumstritten sind die Vorteile der natürlichen Dämmstoffe, die mit der neuen Förderrichtlinie stärker etabliert werden sollen: Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen weisen ein sehr gutes Wärmespeichervermögen auf, dämmen exzellent und bieten zudem einen hervorragenden sommerlichen Wärmeschutz. Sie verhindern so das Aufheizen von Räumen unter dem Dach in den warmen Jahreszeiten. Zudem wird für die Herstellung von Naturfaser-Dämmstoffen verhältnismäßig wenig Energie benötigt.

Erst einmal eingebaut, verbessern natürliche Dämmstoffe auch das Raumklima. Durch ihre Atmungsaktivität und ihr Wasserspeicher- und -abgabevermögen fördern sie Wohlbefinden und Gesundheit der Bewohner.
Am Ende ihrer Nutzungsdauer ist ihre Entsorgung unproblematisch. Sie können dem natürlichen Kreislauf bedenkenlos wieder zugeführt werden. Eine thermische Verwertung bietet sich an, da sie viel Energie enthalten und dabei CO2-neutral verbrennen.

Detaillierte Informationen zu der Förderrichtlinie und der Positivliste erhalten Sie unter www.naturdaemmstoffe.info. Dort finden Sie auch die Antragsformulare.

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