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News vom 29.05.2025

Mit Herz, Humor und Hashtag: Wie Handwerksbetriebe auf TikTok neue Azubis finden

Der Fachkräftemangel im Handwerk ist ein drängendes Thema – besonders im Bereich der Ausbildung. Jahr für Jahr bleiben tausende Lehrstellen unbesetzt, obwohl das Handwerk nicht nur sichere Perspektiven, sondern auch spannende Tätigkeiten bietet. Während klassische Wege der Nachwuchsgewinnung zunehmend an Wirkung verlieren, schlägt eine neue Welle durch die Betriebe: Neue Generationen nutzen Social Media – allen voran TikTok und Instagram – als digitale Werkbank, um junge Talente direkt zu erreichen.

Liborio Manciavillano <br />Bild: HWS Handwerks-Schmiede GmbH<br /><br /><br />
Liborio Manciavillano
Bild: HWS Handwerks-Schmiede GmbH


Was früher das Lehrstellenplakat am Schwarzen Brett war, ist heute ein virales Video im Hochformat. Doch es geht nicht um bunte Effekte oder Trends – es geht um Sichtbarkeit, Nahbarkeit und Authentizität. Erfolgreiche Handwerksbetriebe zeigen sich nicht als Hochglanzmarke, sondern als echtes Team mit Persönlichkeit. Sie machen nicht Werbung – sie erzählen Geschichten. Und zwar solche, die hängen bleiben.

So können Betriebe ihren Wiedererkennungswert steigern

Ob Azubi-Vorstellung mit ehrlichen O-Tönen, Einblicke in den Werkstattalltag oder humorvolle Mini-Sketche mit dem Chef – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Was zählt, ist die Echtheit. Denn junge Menschen erkennen sehr genau, ob ein Betrieb sich wirklich zeigen will oder nur auf den Social-Media-Zug aufspringt. Die erfolgreichsten Formate sind deshalb oft die einfachsten: ein Blick hinter die Kulissen, ein ehrliches Statement zum Job oder ein kurzer Clip mit dem Satz: „Warum ich gern im Handwerk arbeite? Weil ich am Ende des Tages sehe, was ich geschafft habe.“

Besonders beliebt sind Reels oder TikTok-Clips, die „Ein Tag mit...“ zeigen – also zum Beispiel einen Azubi von der Morgenbesprechung bis zum Feierabend begleiten. Dazu kurze Interviews oder spontane Einwürfe, kleine Patzer inklusive. Denn genau das schafft Nähe. Wenn dann noch ein bisschen Humor dabei ist, entsteht ein Format, das nicht nur Likes bringt, sondern echtes Interesse.

Nicht wahllos posten, sondern authentisch

Doch eines ist wichtig: Social Media funktioniert nicht nur für extrovertierte Menschen. Auch zurückhaltende Charaktere kommen an – solange sie authentisch sind. Ein ruhiger, sachlicher Chef kann genauso begeistern wie jemand, der gern im Rampenlicht steht. Entscheidend ist, dass die Inhalte zum Betrieb passen.

Übrigens verstehen viele Betriebe Authentizität falsch. Es geht hier nicht um planloses Posten. Authentizität bedeutet vielmehr, dass ein Betrieb sich genauestens kennt; dass er weiß, welche Werte ihn prägen. Genau das sollte man dann nach außen zeigen – und so entsteht automatisch Authentizität.

Gesichter schaffen Vertrauen

Handwerksbetriebe müssen dabei keine Sorge haben, Social Media zeitlich nicht einbinden zu können. Denn mit etwas Struktur ist der Aufwand überschaubar. Zwei bis vier Stunden pro Woche reichen, um regelmäßig Content zu erstellen und zu posten. Der Schlüssel liegt in der Planung und Wiederverwertung: Ein Video lässt sich zum Beispiel auf mehreren Kanälen und in verschiedenen Formaten nutzen – ob als Reel, Story oder Beitrag. Niemand sollte sich davor scheuen, diese vergleichsweise wenige Zeit in Social Media zu investieren. Denn wer sie sich nicht nimmt, büßt langfristig Umsatz ein.

Letztlich sind es vor allem Gesichter, die nachrückende Talente überzeugen und nicht etwa die Baustelle, das Material oder die neueste Maschine. Handwerksbetriebe sollten folglich ihr Team in den Mittelpunkt rücken und sich nahbar zeigen. Damit gewinnen sie einen großen Vorsprung als Ausbildungsbetrieb.

Fazit

Kurz gesagt: Wer heute Azubis sucht, muss dort sein, wo sie sind. TikTok und Co. sind dabei kein Wundermittel, aber ein mächtiges Werkzeug – wenn man sie richtig nutzt. Und vielleicht ist das nächste Bewerbungsgespräch damit nur ein Reel entfernt.

Über Liborio Manciavillano:

Liborio Manciavillano ist der Geschäftsführer der HWS Handwerks-Schmiede GmbH. Als gelernter Handwerker mit eigenem Betrieb gibt er anderen mittelständischen Handwerksbetrieben effektive Systeme und Prozesse weiter, um zukunftsfähig zu bleiben. Im Rahmen des 12-Monats-Programms eignen sie sich die neuesten digitalen Methoden in den Bereichen Unternehmensführung, Mitarbeitergewinnung und Kundenakquise an. Weitere Informationen unter: https://www.handwerks-schmiede.de/

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