
In der Strategie der Kommission zur Kraft-Wärme-Kopplung von 1997 wurde für die Gemeinschaft insgesamt das vorläufige Ziel festgelegt, den Anteil der im Rahmen der Kraft-Wärme-Kopplung erzeugten Elektrizität an der Gesamtelektrizitätserzeugung der EU von 9% im Jahr 1994 bis 2010 auf 18% zu verdoppeln. Allerdings war in den letzten Jahren trotz des vielversprechenden Potenzials für KWK kein nennenswerter Anstieg dieses Anteils zu verzeichnen. Die fehlenden Fortschritte bei der Förderung der KWK sind weitgehend einer Reihe von Hindernissen zuzuschreiben, die einer Entwicklung der KWK entgegenstehen.
In einer Studie (1) über administrative Hindernisse für die dezentrale KWK wurde die Lage in Frankreich, in den Niederlanden und im Vereinten Königreich analysiert. Dabei wurden folgende wirtschaftliche Hindernisse für die dezentrale KWK ermittelt:
- geringe Preise für den ins Netz eingespeisten Elektrizitätsüberschuss
- hohe Anschlusskosten
- hohe Netzverstärkungskosten
- komplizierte und langwierige Verwaltungsverfahren
- mangelnde Anerkennung der Vorteile integrierter Stromerzeugung usw.
Dennoch kommt eine weitere Studie (2) zu dem Ergebnis, dass neue und effiziente, mit Gas betriebene KWK-Technologien grundsätzlich gegenüber neuen und effizienten Kondensationskraftwerken wettbewerbsfähig sein müssten. Solange jedoch die Strompreise die tatsächlichen Kosten nicht wiederspiegeln (Internalisierung externer Kosten), sind nur große gasbefeuerte KWK Anlagen wettbewerbsfähig.
Aufgrund der weiten Verbreitung, die Erdgas bei der KWK findet, ist der Gaspreis ebenfalls ein wichtiger Parameter, der die wirtschaftliche Lebensfähigkeit von KWK – Anlagen beeinflusst. Eine Öffung der Gasmärkte für den Wettbewerb müsste im Prinzip zu niedrigeren Gaspreisen führen.
Sowohl im Elektrizitätsmarkt als auch im Erdgasmarkt bestehen also noch Hindernisse für KWK-Anlagen. Zudem muss man berücksichtigen, dass sich beide Märkte noch in einer Übergangsphase befinden mit unionsweiter asymetrischer Marktöffnung, gestiegener Unsicherheit, überwiegend kurzfristig angelegten Entscheidungen und mangelnder Internalisierung externer Kosten. Eine solche Marktsituation geht in der Regel zu Lasten kleinerer und weniger wettbewerbsfähiger Erzeuger wie den KWK-Betreibern.
(1) "The administrative obstacles to the development of decentralised cogeneration" , Cogen Europe teal. SAVE-Program, 1999
(2) "Evaluation of the impact of European electricity market on the CHP, district heating and cooling sector", Cowi Consulting Engineers and Planners et.al., SAVE-Program, 2000