
Die Vollversammlung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) hat am vergangenen Donnerstag beschlossen, das in finanzielle Schieflage geratene Internet-Portal des Deutschen Handwerks "handwerk.de" fortzuführen. Die Fortführung ist verbunden mit einem Sanierungskonzept für die handwerk.de/AG, die sich vor allem auf die Internet-Produkte Auftragsdatenbank und Web-Site-Services für Handwerksbetriebe konzentrieren wird.
Liquiditätsprobleme der handwerk.de/AG werden unter anderem dadurch gelöst, dass ein privater Investor als zusätzlicher Aktionär in das Unternehmen eintritt, weil er Marktchancen und Potenziale des Internet-Portals positiv beurteilt, was durch die Umsatzentwicklung von handwerk.de, nach eigener Darstellung, in den letzten Monaten bestätigt wird.
Aktionäre der handwerk.de/AG sind neben dem ZDH die Handwerkskammern und Zentralfachverbände des deutschen Handwerks sowie handwerksnahe Unternehmen der Versicherungs- und Finanzwirtschaft.
Das Internet-Portal wird in sich in Zukunft mit verstärktem Engagement und unter Federführung der SIGNAL IDUNA Gruppe
www.iduna.de weniger als handwerkspolitisches Gremium präsentieren als bisher. Dies wird auch durch die beschlossene personelle Trennung vom Zentralverband des Deutsches Handwerks
www.zdh.de deutlich.
Das Portal handwerk.de verzeichnete laut Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" im Geschäftsjahr 2002 einen Gesamtbilanzverlust von 15,8 Millionen Euro. Davon seien über 12 Millionen Euro nicht mehr durch Eigenkapital gedeckt.
Statt der geplanten 2,8 Millionen Euro Umsatz wurden nur 392.000 Euro erreicht. Auch im ersten Halbjahr dieses Jahres hat man die Planzahlen deutlich verfehlt. Ohne die jetzt erfolgte Finanzspritze wäre die Insolvenz im Herbst 2003 kaum zu vermeiden gewesen.