Wasserknappheit ist kein fernes Szenario, sondern längst Teil unseres Alltags: Wir erleben längere Trockenperioden und sinkende Grundwasserspiegel. In manchen Regionen herrschen zeitweise Bewässerungsverbote. Vor diesem Hintergrund wirkt es paradox, dass für Toilettenspülungen, Waschmaschinen und Bewässerung wertvolles Trinkwasser zum Einsatz kommt. Grauwasseraufbereitung ist in diesem Kontext eine immer noch deutlich zu selten genutzte Möglichkeit, Wasser zu sparen und wertvolle Ressourcen zu schonen.
Als Pionier der Branche mit über 20-jähriger Erfahrung nutzt Dehoust ein dreistufiges, biologisches Verfahren zur Grauwasseraufbereitung.
Andreas Bichler, CEO der Dehoust GmbH, betont die Dringlichkeit der Grauwasseraufbereitung.
Quelle: Dehoust Grauwasser – also leicht verschmutztes Wasser aus Duschen, Handwaschbecken oder Waschmaschinen – macht in vielen Gebäuden 50 bis 80 Prozent des Abwassers aus. Mit modernen, mechanisch-biologischen Verfahren und Membranfiltration lässt sich dieses Wasser zu hochwertigem Betriebswasser aufbereiten. Es ist klar, geruchsneutral, hygienisch unbedenklich und entspricht der europäischen Norm EN 16941-2. So lässt sich der Trinkwasserbedarf eines Gebäudes um bis zu 50 Prozent reduzieren, ohne Komfortverlust für die Nutzenden. Hinzu kommt: In Grauwasser steckt wertvolle Wärmeenergie. Wenn diese über Wärmerückgewinnung in das Heizsystem eines Gebäudes zurückgeführt wird, sinkt dessen Energiebedarf deutlich. Damit sparen wir nicht nur Wasser, sondern auch Heizenergie und damit CO2. Grauwasseraufbereitung mit Wärmerückgewinnung ist damit weit mehr als ein Nischenthema – sie gehört in den Werkzeugkasten moderner Klimaschutz- und Ressourcenschutzpolitik. Die Technik ist ausgereift, erprobt und wirtschaftlich attraktiv – vor allem in Hotels, größeren Wohngebäuden, Wohnheimen oder Sport- und Freizeitbauten.
Was fehlt, sind klare politische Leitplanken. In US‑Metropolen wie San Francisco ist es bei Neubauten ab einer bestimmten Größe verpflichtend, Systeme zur Wasserwiederverwendung – etwa für Grauwasser und Regenwasser – vorzusehen. Spanien, das seit Jahren mit Wasserknappheit kämpft, hat die Wiederverwendung von Wasser – einschließlich Grauwasser – klar im Gesetz verankert und nutzt sie aktiv in der Stadtplanung. In Metropolen wie Barcelona gehören Zweitwassernetze für Toiletten und Bewässerung bei vielen Neubauten inzwischen zum Standard. Seit Juli 2026 erhalten beispielsweise Bauprojekte mit einem Wasserverbrauch von mindesten 595 Kubikmetern im Jahr oder neue Wohngebäude mit mehr als 16 Parteien ohne Grauwasserrecycling keine Lizenz.
Deutschland diskutiert noch, andere Länder machen schon. Grauwasseranlagen müssen jedoch auch hier zum selbstverständlichen Baustein in Förderprogrammen von Bund und Ländern werden – gleichrangig mit Photovoltaik, Wärmepumpen oder Dämmmaßnahmen. Wer durch Grauwasserrecycling nachweislich Trinkwasser, Energie und Emissionen einspart, sollte dafür verlässlich unterstützt werden. Ebenso wichtig ist, dass wir unsere Regelwerke an den Stand der Technik anpassen. Wenn aufbereitetes Grauwasser eine nachgewiesene Wasserqualität erreicht, müssen wir offen darüber sprechen, in welchen Anwendungen wir es zusätzlich nutzen können – selbstverständlich unter strengen hygienischen Vorgaben. In Neubauten mit hohem Dusch- und Waschaufkommen sollte die Prüfung einer Grauwasseranlage zum Standard werden; bei Quartiersentwicklungen gehört Betriebswassermanagement von Anfang an in die Planung. Jeder Neubau ohne Betriebswassersystem ist heute eine verpasste Chance, künftige Generationen zu entlasten. Anlagen, die in den nächsten Jahren geplant und gebaut werden, sind über Jahrzehnte in Betrieb – also genau in der Zeit, in der Klimawandel und Wasserstress weiter zunehmen. Wenn wir jetzt nicht handeln und Grauwasseraufbereitung zum Standard machen, schaffen wir ein desolates Infrastruktur‑Erbe, das nachfolgende Generationen teuer nachrüsten müssen.
Wenn Grauwasser zum neuen Standard in Gebäuden werden soll, müssen wir jedoch nicht nur in Technik investieren, sondern auch in Vertrauen. Für viele Menschen ist der Gedanke, Wasser ein zweites Mal zu nutzen, ungewohnt. Hier ist Kommunikation entscheidend: Es sind transparente Erklärungen gefordert, wie die Aufbereitung funktioniert, welche Normen eingehalten werden und für welche Anwendungen das Wasser eingesetzt wird. Das nötige Know-how, die erforderlichen Produkte und Referenzen sind vorhanden – was wir jetzt brauchen, ist der politische Wille, Grauwasseraufbereitung aus der Nische in die Fläche zu bringen. Jeder Kubikmeter eingespartes Trinkwasser und jede Kilowattstunde rückgewonnener Wärme ist ein konkreter Beitrag gegen Wasserknappheit und für den Klimaschutz. Es wäre fahrlässig, dieses Potenzial weiterhin ungenutzt zu lassen.
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