Er gehört zu den klaren Zielen der Bundesregierung und soll gerade auch in der Baubranche helfen, Abläufe zu straffen und das Bauvolumen zu befördern. Doch die Hersteller der Baustoff- und Installationsmaterialbranche setzen auf den Erfolg des Bürokratieabbaus wenig Hoffnung – jedenfalls dann, wenn es in dem bisherigen Tempo weitergeht. Das zeigen Ergebnisse der bald erscheinenden Marktstudie „Jahresanalyse 2026/2027“ von BauInfoConsult.
Der Bürokratieabbau in Deutschland ist eines der zentralen Projekte der Bundesregierung und betrifft alle gesellschaftlichen Bereiche und Wirtschaftszweige. In der Baubranche geht es vor allem um eine Beschleunigung der behördlichen Genehmigungsprozesse, eine Vereinfachung der Regulierungen und Normen, die die Bauprojekte verlängern und verteuern und nicht zuletzt um eine Vereinheitlichung des Flickenteppichs an Bauordnungen, der den Einsatz skalierbarer Bauweisen und Technologien in Deutschland stark erschwert.
Mit der Bändigung der DIN-Normen und föderalen Regel-Verästelungen am Bau ist das Bundesbauministerium allerdings mit einer Herkulesaufgabe konfrontiert. Doch müsste es in einem Zeitrahmen von vier, fünf Jahren nicht eigentlich möglich sein, durch den Abbau bürokratischer Hürden die Bauleistung in Deutschland deutlich zu steigern?
Die Hersteller der Baubranche jedenfalls reagieren geradezu sarkastisch auf die Frage, dass das jetzige Tempo beim Bürokratieausbau ausreicht, um bis 20230 die deutsche Bauleistung zu steigern. Gerade einmal ein Sechstel kann sich das vorstellen (und überdies größtenteils nur eingeschränkt). Vier Fünftel halten diesen Zeitrahmen für äußerst unrealistisch –über die Hälfte der befragten Hersteller stimmt der Aussage ganz und gar nicht zu.

Die wenigen Optimisten sind vor allem in den Reihen der Konzerne zu finden. Zum Teil weniger bürokratieabbauskeptische Segmente sind die Hersteller von Fenster und Türen sowie Dach, Außenwand und Heizung.
Über die Untersuchung
Ergebnisse von telefonischen Befragungen unter ca. 400 Marktakteuren wie Bauunternehmen, Architekturbüros, Dachdecker- und Zimmerer-, Maler-, Trockenbau- und SHK-Handwerksbetrieben sowie 40 Online-Interviews mit Herstellern von Baustoffen und Installationsmaterialien fließen in die Ende Juli erscheinende neue „Jahresanalyse Deutschland 2026/2027“ mit ein, die umfassende Baukonjunktur- und Bautrendstudie von BauInfoConsult zu den aktuellen Entwicklungen in der Bau- und Installationsbranche in Deutschland.
Auf Grundlage von eigener Marktforschung und Desk Research werden Trends und Entwicklungen aus der Branche übersichtlich aufbereitet und behandelt u.a. die folgenden Themen:
- Hochbauprognose 2027 und 2028 (regional/bundesweit)
- Trends am Bau 2026/2027
- Fachkräftemangel und die Folgen
- Fehlerkosten und Fehlerkultur am Bau
- Nachhaltiges Bauen und Wärmewende
- Künstliche Intelligenz und Baustoffbranche
- Digitales Bauen, Smart Building, Sensorik, BIM
- Baukonjunktur I: Genehmigungen und Fertigstellungen im Wohnungsbau
- Baukonjunktur II: Genehmigungen und Fertigstellungen im Nichtwohnungsbau
- Potenziale Modernisierung & Sanierung
- Marketing und Budget in der Baustoffindustrie
- Einkaufs- und Distributionstrends in der Bauwirtschaft
- Demografie und Bauen
- Immobilienmarkt
- Tief- und Straßenbau
- Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen
- Chancen und Grenzen des Bürokratieabbaus als Bau-Booster