Die Insolvenz der Schulte – Gruppe hat in der gesamten Branche für große Aufregung gesorgt. Besonders für die betroffenen Mitarbeiter und Lieferanten war es eine schwere und äußert bange Zeit.
Doch bei allem Auf und Ab ist die Insolvenz-Abwicklung - wenn auch leider nicht für alle, so doch aber für die meisten noch gut ausgegangen.
Die Schulte GmbH konnte nach eigenen Angaben die entstandenen Probleme trotz eingeleiteter Sanierungsbemühungen nicht schnell genug entschärfen. Nach Kündigung eines zweistelligen Millionenkredits des größten Kreditgebers musste sie dann am 17.11.06 Insolvenz anmelden. (
hier im HaustechnikDialog nachzulesen) Dem eingesetzten Insolvenzverwalter Rolf-Otto Neukirchen hatten Interessenten aus dem In- und Ausland Übernahmeinteresse signalisiert.
Alsbald schien eine Gesamtlösung für den überwiegenden Anteil der Schulte-Niederlassungen mit der GC-Gruppe gefunden, die auf jeden Fall die ausländische Konkurrenz außen vor lassen wollte. Das allgemeine Aufatmen wurde jedoch schnell wieder vereitelt. Denn eine überraschende Wende trat ein als bekannt wurde, dass die GC-Gruppe aus kartellrechtlichen Gründen die geplante Übernahme nicht vornehmen konnte. Es musste über die Zukunft der Schulte-Standorte und ihrer Mitarbeiter neu nachgedacht werden.
Anfang Januar kam dann für einen beachtlichen Teil der Schulte-Niederlassungen eine Lösung. Die Richter+Frenzel-Gruppe hat sich mit dem Erwerb von 80 Standorten mit rund 700 Mitarbeitern den größten Anteil der Schulte-Gruppe zum Ausbau der eigenen Marktposition gesichert. (
hier nachzulesen) Die Heinrich Schmidt GmbH & Co.KG aus Mönchengladbach hat 11 Niederlassungen im niedersächsischen Raum um Hannover/Braunschweig übernommen.
Den Berliner Teil – 6 Standorte, sicherte sich die Wiedemann Industrie und Haustechnik GmbH aus Burg, ein Schwesterunternehmen der Wiedemann GmbH & Co. KG aus dem niedersächsischen Sarstedt. Die Niederlassung Prüm wurde zum 15.01.07 von der Eugen König GmbH übernommen. Weiterhin haben sich einige ehemalige Schulte-Mitarbeiter mit der GC-Gruppe selbstständig gemacht.
Für die Niederlassungen in Sachsen wurde keine Nachfolge gefunden. Ebenso für die Standorte in Bayern, außer für die von R+F übernommen Standorte Neu-Ulm, Illertissen und Kaufbeuren. In Thüringen haben sich, bis auf die ebenfalls jetzt zu R + F gehörenden Filialen Bad Langensalza, Erfurt und Mühlhausen auch keine Nachfolger gefunden.
Doch insgesamt gesehen sind für den größten Teil der Schulte-Gruppe, zur Freude von Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden, jetzt die Nachfolgegesellschaften aktiv und die alten Lieferantenbeziehungen intakt geblieben. Und die Flurbereinigung in der deutschen Großhandelslandschaft geht weiter: Am 19.01.07 hat die Gienger&Funk KG (Cordes&Graefe) für den am 10.01.07 beantragten Erwerb wesentlicher Vermögensteile der Max Carl GmbH & Co.KG vom Bundeskartellamt die Freigabe erhalten. Und am 24.01.07 hat es dem Erwerb der WESCO GmbH & Co.KG, Siegen, durch die Neugart KG (Cordes & Graefe) zugestimmt.