Dr. Kai Schiefelbein (39) ist seit Anfang 2007 Geschäftsführer Technik bei STIEBEL ELTRON und damit zuständig für die gesamte Entwicklung und Produktion beim Marktführer in Sachen Wärmepumpe.
Dr. Kai Schiefelbein, Geschäftsführer für den Bereich Technik bei STIEBEL ELTRON. Foto: Stiebel Eltron
Welche Argumente sprechen für die Wärmepumpe als Heizsystem? Dr. Kai Schiefelbein: Zunächst einmal die Umweltfreundlichkeit der Wärmepumpe: Dadurch, dass je nach Wärmepumpentyp zwischen 70 und über 80 Prozent der benötigten Heizwärme durch erneuerbare Energie aus der Umwelt bereitgestellt werden, trägt die Wärmepumpe zur Einsparung von Primärenergie und CO2-Emissionen bei. Wärmepumpen arbeiten vor Ort emissionsfrei, können in Verbindung mit regenerativ erzeugtem Strom zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Sie nutzen einheimische Energie und tragen damit zur Verringerung der Importabhängigkeit im Energiesektor bei. Daneben kann man durch den Einsatz von Wärmepumpen im Vergleich zu konventionellen Wärmeerzeugern etwa die Hälfte seiner Energiekosten einsparen, so dass sich der Einsatz für die Umwelt auch im Portemonnaie positiv bemerkbar macht.
In welchen Bereichen ist es sinnvoll, auf die Wärmepumpe zu setzen? Dr. Kai Schiefelbein: Die Einsatzmöglichkeiten für Wärmepumpen sind vielfältig. Ob klassisch zur Erwärmung des Heiz- und Brauchwassers oder weiterführend beispielsweise im Lüftungsbereich zur Nutzung der Energie aus der warmen Abluft – die Wärmepumpe ist ein echter Alleskönner. Eine Unterstützung beispielsweise über Solarkollektoren ist problemlos möglich.
Wie geht es weiter, wenn ich mich grundsätzlich entschieden habe, meine alte Heizung gegen eine Wärmepumpe auszutauschen?
Dr. Kai Schiefelbein: Sie sprechen mit Ihrem kompetenten Fachhandwerker vor Ort, also dem Heizungs- und Sanitär-Installateur oder dem Elektroinstallateur. Er ermittelt in den Vorgesprächen mit Ihnen die Gegebenheiten des Objektes und Ihren Bedarf. Anschließend legt er zusammen mit Ihnen fest, welche Energiequelle genutzt wird – meist entweder das Erdreich oder die Umgebungsluft. Je nachdem, welche Wärmepumpe zum Einsatz kommt, kann diese im Keller, im Heizungs- oder Hauswirtschaftsraum oder auch im Garten aufgestellt werden. Der Fachhandwerker Ihrer Wahl wird dann die Wärmepumpe installieren und üblicherweise auch für die Erstellung der Wärmequellenanlage Sorge tragen.
Wie finde ich den kompetenten Fachhandwerker? Dr. Kai Schiefelbein: Beispielsweise auf der Internetseite unseres Unternehmens. Hier können Sie speziell nach einem Fachhandwerker für die Wärmepumpeninstallation suchen. Wir schulen jährlich mehr als 20.000 Handwerker in den betreffenden Bereichen in unserem eigenen Schulungszentrum und sorgen so dafür, dass unsere Partner – die Installateure – ständig auf dem neuesten technischen Stand sind.
Trotzdem möchten viele Kunden sicher nicht als Versuchskaninchen für eine neue Technik herhalten?!
Dr. Kai Schiefelbein: Davon kann auch keine Rede sein. STIEBEL ELTRON baut seit mehr als 30 Jahren Wärmepumpen: Die Systeme sind zuverlässig und haben eine hohe Lebensdauer. Viele Anlagen laufen seit mehr als 25 Jahren störungsfrei. Natürlich erleben wir derzeit einen Boom auf dem Wärmepumpenmarkt, an dem auch Neueinsteiger teilhaben wollen. Der Kunde sollte daher genau aufpassen, wem er das Vertrauen schenkt. Nicht nur der Anlagenpreis, auch die Erfahrung des Anbieters, die Qualifikation des Kundendienstes, die Unterstützung des Fachhandwerkers bei der Planung der Anlage und die Möglichkeit, Wärmepumpe und Wärmequellenanlage aus einer Hand zu beziehen, sollten bei der Entscheidung eine Rolle spielen.
Sie haben die steigende Nachfrage nach Wärmepumpen als Heizsystem angesprochen. Muss ich mich jetzt auf lange Lieferzeiten einstellen, wenn ich mich für die umweltfreundliche Heizungs-Variante statt der Öl- oder Gaslösung entscheide? Dr. Kai Schiefelbein: Nein. Wir haben bei STIEBEL ELTRON an unserem Hauptsitz im niedersächsischen Holzminden gerade erst die größte und modernste Wärmepumpen-Fabrikation in Mitteleuropa eröffnet. Dort können bis zu 40.000 Geräte jährlich produziert werden. Damit sind wir auch in Zukunft für den weiter steigenden Bedarf gerüstet.