Anders als die Industrie, werten die SHK-Innungsbetriebe die derzeitige Situation positiv, wie die Herbstumfrage des ZVSHK jetzt ergeben hatte.
Bruno Schliefke ist optimistisch, dass es dem SHK-Handwerk in nächster Zeit an Kundenaufträgen nicht mangeln wird.
Der Präsident des Zentralverband Sanitär Heizung Klima/Gebäude- und Energietechnik Deutschland (ZVSHK/GED) Bruno Schliefke informierte Mitglieder und Medienvertreter über die Ergebnisse der jüngsten Herbstumfrage im SHK-Handwerk auf einer Pressekonferenz des Zentralverbandes am ersten Messetag in Leipzig. „Nach einem großartigen Verlauf der ISH glaubten alle an einen konjunkturellen Aufschwung – die Wahrheit war dann anders. Doch „die Lage im Handwerk ist nicht so schlecht, wie die Klagen aus der Industrie vermuten ließen. Die Lage der Betriebe hat sich im Herbst auf einem ordentlichen Level stabilisiert.“ So Schliefke in Leipzig. Er spricht von einem grundlegenden Wandel im Handwerk, da u.a. auf das SHK-Handwerk umfassende Energieberatungen zukommen werden. „Hin zu Dienstleistungen geht die Reise“, beschreibt Schliefke die zukünftigen Herausforderungen des Fachhandwerks.
Die offiziellen Ergebnisse der Herbstumfrage des Zentralverbandes: Die Innungsbetriebe des SHK-Handwerks werten ihre aktuelle Geschäftslage im Herbst 2007 nach wie vor positiv. Die vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima/Gebäude- und Energietechnik Deutschland (ZVSHK/GED) im September turnusmäßig durchgeführte repräsentative Herbstumfrage unter 1.000 ausgewählten Fachbetrieben zeigt zwar eine klare Eintrübung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der ermittelte Geschäftsklimaindikator (Saldo aus positiven und negativen Antworten in Prozent) von +12,3 Prozent (Vorjahr +26,1 Prozent) ist aber noch der drittbeste Wert, der für das SHK-Handwerk in den letzten zehn Jahren überhaupt ermittelt wurde. „Die Stimmung ist zwar nicht mehr von der Euphorie des Ausnahmejahres 2006 getragen, aber die konjunkturelle Lage unserer Betriebe hat sich in diesem Herbst auf einem vergleichsweise hohen Level stabilisiert“, urteilt Bruno Schliefke, Präsident des ZVSHK. Ausschlaggebend dafür sei eine Entwicklung, die sich ganz signifikant in den Umfrageergebnissen zur aktuellen Situation in den einzelnen Geschäftsfeldern manifestiere. „Der Vergleich der Werte von +12 Prozent bei Sanitär, +3,3 Prozent bei Heizung und +51,4 Prozent im Geschäftsfeld Kundendienst/Wartung zeigt, wo zukünftig die Reise hingeht: in Richtung Dienstleistungen“, beschreibt Bruno Schliefke den Boom im Wartungsgeschäft.
Anders als noch vor einem Jahr ist das SHK-Handwerk deutlich verhaltener in der Einschätzung der zukünftigen Geschäftslage. Hier ist der Indikator von -1,3 Prozent auf -10,7 Prozent gefallen. Auch die Einschätzung der Umsatzentwicklung sackt ab von +2,0 Prozent im Herbst 2006 auf jetzt -3,4 Prozent. Der Auftragsbestand reduziert sich ebenfalls von 6,8 Wochen im Herbst 2006 auf aktuell 5,9 Wochen.
Eine bemerkenswerte Entwicklung offenbart die Herbstumfrage des ZVSHK im Vergleich der aktuellen Geschäftssituation in den Regionen. „Der beste Stimmungswert von +28,4 Prozent in Baden-Württemberg ist nur unwesentlich höher als die +26,3 Prozent, die wir für Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachen-Anhalt gemessen haben. Und der Geschäftsklimaindikator von +8,6 Prozent in NRW liegt in etwa auf dem Niveau des Wertes von Sachsen und Thüringen“, freut sich Präsident Schliefke über die Angleichung im konjunkturellen Stimmungsbild zwischen alten und neuen Bundesländern. „Die nächsten sechs Monate werden zeigen, ob wir grundsätzlich die Konjunktur in unserem Handwerk im positiven Bereich werden halten können“, sagt Bruno Schliefke. Der Präsident des ZVSHK ist mit Blick auf das milliardenschwere Gebäudesanierungsprogramm der Bundesregierung und die jetzt im Herbst anlaufenden Maßnahmen zur Etablierung eines bundesweit einheitlichen „Heizungs-Checks“ aber optimistisch, dass es dem SHK-Handwerk in nächster Zeit an Kundenaufträgen nicht mangeln wird. „Wir sind ein modernes Handwerk, das in der von Berlin und Brüssel gestoßenen Neuausrichtung in der Energie- und Klimapolitik zwangsläufig eine zentrale Rolle einnimmt. Denn unsere SHK-Fachbetriebe sind die Garanten für eine professionelle Verbreitung moderner Technologien in der Gebäude- und Energietechnik.“