Die Fußbodenheizung, früher die teuere Luxusvariante der Heizungssysteme, wird zum Standard. Steigende Anforderungen an den Komfort und immer günstigere bauphysikalische Voraussetzungen haben zu dieser Verbreitung beigetragen. Im folgenden Fachaufsatz erläutert Dipl. Ing FH Peter Gabanyi, wie in einer Wohnanlage mit zwölf Reihenhäusern der Einsatz der Fußbodenheizung innovativ umgesetzt wurde.
Die Vorgabe des Bauherren war es, eine Wohnanlage mit zwölf Reihenhäusern mit einer Fußbodenheizung auszurüsten, die folgende technische und kaufmännische Anforderungen kompromisslos erfüllen muss:
- Optimaler Komfort
- Höchste Wirtschaftlichkeit der Wärmeerzeugung und -verteilung
- Eindeutige technische Lösungen bekannter Probleme der Fußbodenheizung, um Käufer-Reklamationen zu vermeiden
- keine überhöhten Gestehungskosten der Anlage
- Beschreibung zu Funktionen und Anlageteilen, die bei dem fachunkundigen Käufer/Mieter immer wieder zu Fragen und vermeintlichen Reklamationen führen.
Der Bauherr kennt seine Käufer, die inzwischen technisch sehr gut informiert sind, und für den stolzen Münchener Quadratmeterpreis zu keinen Kompromissen bereit sind.
OPTIMALER KOMFORT - Volle Unterstützung des „Selbstregeleffektes“ durch Vermeidung des totalen Auskühlens des Heiz-Estrichs mittels Estrichfühler oder Heizkreis-Ventil mit Bypass.
- Heizungsanlage auf möglichst niedrige Betriebstemperatur ausgelegt.
- Kein Überdimensionieren einzelner Räume durch zu enge Rohrabstände, um „Temperaturwelligkeit“ des Bodens durch häufige Schaltzyklen des Thermostatventils zu vermeiden.
- Randzonen vor Außenwänden mit Fenstern zur Kompensation der Kaltstrahlung und Minderung der Oberflächentemperatur im Innenzonenbereich.
- Möglichst keine zusätzliche Belastung durch elektromagnetische Strahlung oder Funkwellen.
- Keine Geräusche durch Ventil-Stellantriebe.
- Erhöhen des Estrich-Ladezustands, durch den Einsatz von Heizkreisventilen mit Bypass oder EBV-Boxen, um Stromabschaltzeiten bei Wärmepumpen zu überbrücken .
- Reduzierung der Welligkeit der Oberflächentemperatur des Bodens „beim Aufheizen“, indem das komplette Auskühlen des Estrichs vermieden wird.
- Flure ohne unkontrollierte Wärmeabgabe durch Zuleitungen und Verteilerkasten oder kalte Estrichflächen ohne Zuleitungen. Hier möglichst eigenen Regelkreis.
- Stetigregler statt Auf- / Zu-Regler.
WIRTSCHAFTLICHKEIT - Möglichst niedrige Auslegungs-Temperatur der Anlage.
- Keine Energieverschwendung durch Überdimensionieren einzelner Räume durch unnötig engeren Rohrabstand.
- Keine Energieverschwendung durch unkontrollierte Wärmeabgabe über Zuleitungen in Fluren und Nebenräumen.
- Keine Zuleitungen durch Schlafräume, die möglicherweise unbeheizt bleiben sollen.
- Möglicher Wärmepumpenbetrieb (WP) auch ohne Pufferspeicher.
- Garantierter Mindest-Wasserdurchsatz bei WP-Betrieb durch Heizkreis-Ventile mit Bypass.
- Gesetzlich vorgeschriebener „Hydraulischer Abgleich“ nach Rohrnetzberechnung.
- Kein Einsatz von Fremdenergie für die Regelung.
- Möglichst keine Wartungskosten für die Regelung.
- Keine höheren Gehstehungkosten der Anlage bei höherem Komfort und Wirtschaftlichkeit.
VERTEILER-STANDORT. Was ist zu beachten:
- Standort in Nähe des Steigstranges (kurze Leitungsverzüge)
- Standort zentral wegen kurzer Zuleitungen zu den Räumen
- Vorgeschriebe Mindestwandstärke hinter dem Verteiler zu Nassräumen muss gewährleistet sein.
- Standort nicht in der Nähe von Schlafzimmern. (eventuelle Motor-/Schaltgeräusche)
- Standort optisch unauffällig.
- Keine unerwünschte Wärmeabgabe des Verteilerkastens.
- Lange Lebensdauer der elektrischen Antriebe.
- Geringe Stromaufnahme und elektromagnetische Strahlung.