Es tropft, plätschert und hallt. Es klingt, brummt und dröhnt. Wasser und Stahl treffen aufeinander und werden vom renommierten Musikprofessor Stephan Froleyks gelenkt, dirigiert und inszeniert. Mit dem „großen Wannenklingen“ erlebte am 14. November eine eigens arrangierte Auftragsarbeit des zeitgenössischen Komponisten für den Premium-Badausstatter Kaldewei seine Uraufführung. Im Rahmen des Festivals mommenta münsterland öffnete der führende Hersteller von Bade-, Dusch- und Whirlwannen die Tore zu seinem Presswerk und lud ein zu einem Sonntagnachmittagskonzert der besonderen Art: Vor ausverkauften Reihen musizierte man hier in ungewöhnlicher Atmosphäre unter anderem auf präparierten Dusch- und Badewannen aus dem bekannten 3,5 Millimeter Stahl-Email.
Komponist Stephan Froleyk, sonst Musikprofessor an der Musikhochschule in Münster, verwandelte für „Das große Wannenklingen“ emaillierte Kaldewei-Wannen in Musikinstrumente und spielte beispielsweise auf Duschwannen, die mit Geigensaiten bespannt waren, oder malte mit Klanggefäßen in einer gefüllten Wanne verspielte Wasserszenarien. Unterstützung fand er in den elektronischen Sounds Kai Niggemanns (links), während Freihandfilmerin Katrin Schnieders (rechts) den Auftritt zur Video-Performance auf einer großflächigen Leinwand im Hintergrund erweiterte. Bild: Kaldewei Abtauchen in neue Klangwelten
Wo sonst unter ohrenbetäubendem Lärm Bade- und Duschwannen entstehen, in denen später höchstens Hobbysänger ein Liedchen trällern, herrschte am 14. November unter den über 300 Gästen eine gespannte Stimmung. Der berechtigte Grund: „Das große Wannenklingen“, ein Konzert veranstaltete durch die GWK-Gesellschaft zur Förderung westfälischer Kulturarbeit aus Münster. Im Rahmen der mommenta münsterland finden derzeit insgesamt acht musikalische Ereignisse an außergewöhnlichen Orten wie dem Presswerk Kaldeweis statt – in diesem Fall sogar mit aufsehenerregenden Tonwerkzeugen.
Denn: Komponist Froleyk, sonst Musikprofessor an der Musikhochschule in Münster, verwandelte emaillierte Kaldewei-Wannen in Musikinstrumente und spielte beispielsweise auf Dusch-wannen, die mit Geigensaiten bespannt waren, oder malte mit Klanggefäßen in einer gefüllten Wanne verspielte Wasserszenarien. Unterstützung fand er in den elektronischen Sounds Kai Niggemanns, während Freihandfilmerin Katrin Schnieders den Auftritt zur Video-Performance auf einer großflächigen Leinwand im Hintergrund erweiterte. Das Ensemble „Splash Perkussion NRW“ untermalte das Szenario mit unterschwelligem Grummeln bis hin zu imposantem Donnerhallen, welches Wannenrohlingen entlockt wurde, die hoch über den Köpfen der Zuschauer positioniert waren.
Erfrischend mitreißend – Splash
Der jungen Musikergruppe galt das Scheinwerferlicht der gesamten zweiten Veranstaltungshälfte: Zum Repertoire der hochbegabten jungen Schlagzeuger zählten unter anderem der Klassiker „Music for Pieces of Wood“ von Steve Reich und Gerhard Stäblers „Kybele“, das dynamisch und mit höchster Präzision an einer Tom-Tom-Wand präsentiert wurde. Ihre Auftrittserfahrung, unter anderem im großen Sendesaal des WDR in Köln und der Essener Philharmonie erprobt, merkte man den professionellen Jungmusikern an – von den ausverkauften Stuhlreihen ließen sie sich zu keiner Zeit irritieren und spielten mit einer erfrischenden Mischung aus perfektem Taktgefühl und Herzblut. Dies ist nicht verwunderlich, wird das engagierte Ensemble doch vom Landesmusikrat NRW und der musikFabrik NRW getragen und ist ein Förderprojekt des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen. Der stürmische Beifall am Ende des außergewöhnlichen Abends besiegelte das Klangkunstwerk im faszinierend-umfunktionierten Kaldewei-Wannenpresswerk.