Der Sauerländer Hersteller Oventrop plant eine weitreichende Neustrukturierung seiner Standorte. Die Montageabteilung in Brilon wird nach Polen verlagert, gleichzeitig sollen Verwaltung, Kunststofffertigung und Prüflabor künftig am Standort Brilon gebündelt werden. Bis zu 185 Arbeitsplätze sind betroffen – das Unternehmen spricht von einem notwendigen Schritt zur Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit.
Bild: HTD Montage zieht nach Polen, Brilon wird zentraler Hauptsitz
Mit der Verlagerung der Montage ins polnische Szydlowiec will Oventrop die Produktion international stärker vernetzen. In Deutschland soll Brilon künftig der zentrale Standort werden: Verwaltung, Kunststofffertigung, Prüflabor und Ausbildungszentrum werden dort gebündelt. Der bisherige Standort in Olsberg wird bis Ende 2026 aufgegeben.
Unternehmen setzt auf internationale Ausrichtung
Nach Angaben von Unternehmenssprecher Dr. Christian Rohrlack liegt der Fokus auf der langfristigen Stärkung der Gruppe. „Wir wollen die internationale Ausrichtung der Oventrop Gruppe weiter vorantreiben und nachhaltiges Wachstum sichern“, so Rohrlack. Durch die Zusammenführung mehrerer Bereiche sollen Prozesse vereinfacht und Synergien genutzt werden.
Betriebsrat und IG Metall äußern Kritik
Beim Betriebsrat und der IG Metall stößt die Entscheidung dennoch auf Kritik. Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Geilen sprach von einem „Schock“, da der Schritt kurzfristig bekannt gegeben worden sei. Auch die Gewerkschaft sieht die Verlagerung skeptisch, betont jedoch die Bereitschaft zu Gesprächen über einen Interessensausgleich. „Natürlich müssen Unternehmen effektiver werden, aber es sollte immer versucht werden, dies in Deutschland zu erreichen“, sagte IG-Metall-Bevollmächtigter Helmut Kreutzmann.
Sozialplan in Vorbereitung
Die IG Metall kündigte an, in den kommenden Wochen mit Oventrop über einen Sozialplan zu verhandeln. Ziel sei ein sozialverträglicher Umgang mit dem unvermeidbaren Personalabbau. Der Betriebsrat will zudem Einsicht in die Unternehmenszahlen, um die wirtschaftliche Notwendigkeit der Schritte nachzuvollziehen.
• Bis zu 185 Arbeitsplätze betroffen
• Montage zieht von Brilon nach Polen
• Verwaltung und Prüflabor wechseln nach Brilon
• Standort Olsberg wird bis Ende 2026 aufgegeben
• Sozialplan in Vorbereitung
Die Entscheidung zeigt, wie stark sich auch etablierte SHK-Unternehmen auf veränderte Marktbedingungen einstellen müssen. Während Oventrop den Schritt als notwendige Modernisierung sieht, bleibt die Unsicherheit für viele Beschäftigte spürbar. Für die Region bedeutet der Umbau zugleich Wandel – und die Hoffnung, dass Brilon als zentraler Standort künftig gestärkt aus der Umstrukturierung hervorgeht.