Kein „Börsenbrief für Handwerker“, sondern ein Tipp für eine grundsolide Geldanlage: Bau- und Wohnungsgenossenschaften nutzen das Vermögen ihrer Mitglieder für die eigene Kapitalausstattung, der Genosse wird mit einer ansprechenden Rendite belohnt – eine klassische Win–Win–Situation. Viele Handwerker kooperieren langfristig mit Genossenschaften und – das ist der Clou der Geschichte – sie können auch unter gewissen Voraussetzungen Mitglied werden und die diversen Formen der Geldanlage nutzen, ohne eine Wohnung zu beziehen!
Wohnungsgenossenschaften sind nicht nur gute ‚Arbeitgeber‘, sie zahlen auch attraktive Zinsen und Renditen. Bild: LBS Das Sparen ist für Mitglieder dabei in drei Varianten möglich: Die Anleihe für regelmäßigen Zinsertrag, die Spareinrichtung für schnelle Verfügbarkeit und die freiwilligen Anteile für gute Rendite.
Anleihen für den steten Zinsertrag
Die Wohnungsgenossenschaft Duisburg-Mitte macht sich beispielsweise mit Inhaberschuldverschreibungen zu Stückelungen ab 5.000 € unabhängiger vom Kapitalmarkt. Mitglieder wählen zwischen vier Angeboten mit Laufzeiten von einem bis fünf Jahre zu unterschiedlichen Konditionen. Im investiven Tagesgeschäft werden die Mittel zur Senkung grundbuchlich gesicherter Fremdmittel verwendet.
Sparbuch für den ‚Notgroschen‘
Spareinrichtungen sind ein genossenschaftliches Instrument, das wie das klassische Sparbuch funktioniert. Von den über 1.800 Wohnungsgenossenschaften in Deutschland ermöglichen allerdings nur 48 ihren Mitgliedern diese Form des Sparens. Der Sparwillige muss übrigens auch hierbei keine Wohnung der Genossenschaft nutzen, es reicht aus, Mitglied zu werden und im Einzugsgebiet der Genossenschaft zu leben. Die Stiftung Warentest berichtet in ihrem aktuellen Finanztest 02/2015 über einen Test von zehn dieser Genossenschaften. Die beste aus Sicht des Sparers bietet einen Zins von 2,5 Prozent p/a für sechs Jahre.
Anteile für ‚satte‘ Rendite
Genossenschaften bieten ihren Mitgliedern in der Regel eine gute Dividende für ihre freiwilligen und pflichtgemäßen Anteile. Sie liegt laut Destatis mit einem bundesdeutschen Schnitt von 3,49 Prozent p.a. derzeit deutlich über den Zinsen, die der Geldmarkt bietet. Die Anteile sind nur in bestimmten Stückelungen, beispielsweise zu 500.- Euro, erhältlich. Die Summe der freiwilligen Anteile ist im mittleren fünfstelligen Bereich nach oben gedeckelt. Die Verbraucherpreise stiegen 2014 laut Destatis um 0,9 Prozent. Bei einer Dividende von 3,49 Prozent rentiert eine Anlage netto mit 2,59 Prozent, besser als jedes Sparbuch. Über sein Geld verfügen kann der Anleger allerdings nicht so schnell – die Auszahlungsfristen liegen zwischen einem halben und bis zu zwei Jahren.
Fazit
Wie sieht nun diese Win-Win-Situation konkret aus? Die Genossenschaft ist unabhängiger vom Geldmarkt und hat gegenüber Kreditgebern mehr Handlungsspielraum. Der Handwerker legt sein Geld in einem Unternehmen an, für das er auch arbeitet. Das stärkt die langfristige geschäftliche Verbindung. Wichtig: Die Satzung der Genossenschaft muss eine Mitgliedschaft ohne Wohnungsnutzung zulassen. Und der Vorstand muss dieses Modell gutheißen und im Einzelfall genehmigen.
Für die strategische Vermögensbildung kann das Mitglied mit freiwilligen Anteilen sein Erspartes sicher und gut rentierlich anlegen, allerdings auf Kosten der Liquidität. Der schnell verfügbare ‚Notgroschen‘ geht in die Spareinrichtung. Über die Mitgliederversammlung kann er sogar die Verwendung der Mittel beeinflussen; er weiß auf jeden Fall, wofür sein Geld genutzt wird – eventuell werden sogar seine Rechnungen damit bezahlt…
Link: https://www.test.de/Sparangebote-von-Wohnungsgenossenschaften-Mehr-Zinsen-als-von-der-Bank-4802797-0/