Die energetische Optimierung des Gebäudebestandes ist eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende – und eine erhebliche Herausforderung. Zu den vordringlichen Aufgaben gehört die Sanierung bereits bestehender Gebäude und Quartiere. Neben der Senkung des Energieverbrauchs gilt es hier, erneuerbare Energie stärker zu nutzen, die Energieeffizienz zu steigern und Baumaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen zu verwenden. Effiziente Wärmeerzeugung auf Basis von Kraft-Wärme-Kopplung bildet häufig die Grundlage für wirtschaftliche tragfähige Gesamtkonzepte. Neben einer Versorgung mit Nahwärme kann das Angebot einer Quartiersstromversorgung den Einsatz von KWK besonders attraktiv machen.
Fachtagung am 4. – 5. Mai 2015 in Hamburg zur "Energieeffizienten Quartiersversorgung mit KWK". Bild: Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung e.V.
Durch den Zusammenschluss mehrerer Gebäude in einem engen räumlichen Zusammenhang lassen sich mitunter wichtige Synergien erschließen. Dafür müssen Konzepte entwickelt werden, die die jeweiligen Rahmenbedingungen berücksichtigen: von der Art der Bebauung über die Nutzung bis hin zu den verfügbaren Energieträgern. Dezentrale KWK-Anlagen können angeschlossene Nachbargebäude kostengünstig mitversorgen. Neben der insgesamt größeren Wärmeabnahme wirkt sich die Diversifizierung der Nutzer in Mischbebauungen positiv auf die Abnahmestruktur aus. In vielen Kommunen stehen Energie- oder Klimaschutzmanager vor der Aufgabe, die Prozesse zu koordinieren und energiepolitischen Beschlüsse in die Praxis umzusetzen. Dazu zählt die Erstellung von integrierten Quartierskonzepten und deren Umsetzung.
Die KfW-Bankengruppe hat dazu seit mehreren Jahren gesonderte Förderprogramme aufgelegt, um die Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen der energetischen Stadtsanierung zu ermöglichen. Damit unterstützt erstmalig ein bundesweites Programm zur Förderung von Energieeffizienz auch die Ebene des Quartiers und damit die städtebaulichen und stadtstrukturellen Zusammenhänge. Einige Kommunen haben bereits eine Vorreiterrolle eingenommen und wichtige Erfahrungen gesammelt.
Die Fachtagung am 05. Mai 2015 in Hamburg zeigt die Möglichkeiten und Chancen aber auch die bestehenden Hemmnisse bei der energetischen Quartiersversorgung mit dezentraler KWK auf und ermöglicht eine offene Diskussion der gezeigten Lösungsansätze. Er bietet Vertretern aus Kommunen, Behörden und Wohnungsunternehmen sowie Stadtwerken und Energieversorgungsunternehmen eine umfassende Wissensvermittlung sowie einen praxisbezogenen Erfahrungsaustausch.
Zu der Veranstaltung gehören eine Besichtigung der Energiezentrale Oberhafen sowie eine Besichtigung der Hafencity am Vorabend (04.05.2015). Ein anschließendes gemeinsames Abendessen bietet Möglichkeiten, sich intensiver auszutauschen und erste Fachgespräche zu führen.
Weitere Informationen finden sich
hier im Programm.