Wenn es ums Energiesparen geht, denken Endkunden zuerst meist an ihren Stromverbrauch. Doch: Entgegen der Vermutung der meisten Verbraucher entfallen die höchsten Energiekosten nicht auf den Betrieb von Haushaltsgeräten und die Beleuchtung, sondern bekanntlich auf die Raumbeheizung. Daher zielen im Zuge der Energiewende viele Maßnahmen des Gesetzgebers auf eine Reduzierung der Wärmeverluste und eine effizientere Wärmeerzeugung ab.
Zentrale Komponenten: Das System „en:key“ besteht aus dem selbstlernenden Raumsensor und einem Ventilregler pro Heizkörper. Die Komponenten sind energieautark und kommunizieren per Funk. (Fotos: Kieback&Peter) | Ein Tätigkeitsfeld, das ab sofort für das TGA-Fachhandwerk, speziell die SHK-Branche durch eine schnell umsetzbare, gering-investive Maßnahme hoch interessant wird: die einfache Installation einer selbstlernenden, „intelligenten“ Einzelraumregelung, durch die sich bis zu 20 Prozent der Heizenergie einsparen lassen.
Nach einer Umfrage im Auftrag der Deutschen Energie-Agentur (dena) schätzen die Deutschen ihren Energieverbrauch oft falsch ein. Etwa 38 Prozent der Befragten meinten, die meiste Energie würden sie für den Betrieb von Elektrogräten aufwenden. Tatsächlich sind das in einem Privathaushalt jedoch nur knapp 10 Prozent. Fast die Hälfte des Energieverbrauchs entfällt hingegen auf die Erzeugung von Raumwärme. |
Mit der zunehmenden Vernetzung von Raumfunktionen durch eine übergeordnete Gebäudeautomation werden entsprechend die verschiedensten Gewerke immer stärker in Themenstellungen rund um die Raumbeheizung einbezogen. Beim Einsparen von Heizenergie in Bestandsgebäuden kommt dabei zunehmend ein neues System des Berliner Herstellers Kieback&Peter zum Tragen: die selbstlernende Einzelraumregelung „en:key“. Sie erschließt automatisch das Energieeinspar-Potenzial in den Phasen der Nutzungsunterbrechung von Räumen, indem zu diesen Zeiten das Temperaturniveau automatisch abgesenkt wird.
Analog zur Raumnutzung passt „en:key“ die Beheizung an und variiert dabei automatisch die Zimmertemperatur um bis zu 4 °C. Das Nutzerverhalten mit dieser gering-investiven Maßnahme für Energieeinsparungen zu aktivieren, sorgt für sehr kurze Amortisationszeiten.
Einzelraumregelung en:key ohne Programmierung
Energieverschwendung durch uneffektives Heizverhalten abzustellen – ob bei Eigentümern von Einfamilienhäusern, Mietern von Wohnungen, Nutzern von Büros oder in Schulklassenräumen – ist als Effizienzmaßnahme kein neuer, aber ein bis dato kaum genutzter Ansatz. Eine Studie der Technischen Hochschule Wildau zeigt den Hauptgrund auf: „Es gilt, effizientes Verhalten einfach zu machen. Viele der Befragten sind mit der aktiven Beeinflussung der Raumtemperatur in ihrer Umgebung aber bisher überfordert“. So bringt die Leiterin der Untersuchung, Professorin Birgit Wilkes, auf den Punkt, warum die typischen, häufig unter dem „Deckmantel“ der Smart-Home-Lösung angebotenen programmierbaren Heizkörperthermostate nicht zu den gewünschten Einsparungen führen. „Das Alter der Probanden spielt dabei nur eine nachgeordnete Rolle. Selbst junge, technik-affine Menschen erwarten von der Wärmeverteilung in der Wohnung ausschließlich Komfort, um den sie sich nicht selber kümmern müssen“, fasst Wilkes die Erkenntnisse der Studie zusammen.
Genau hier setzte die Entwicklung der neuen Einzelraumregelung „en:key“ an: Sie erlernt selbsttätig das individuelle Nutzerverhalten und muss weder vom Endkunden noch von einem Fachmann gesondert programmiert werden.
Sensor erfasst Raumnutzung und -temperatur
Das System „en:key“ besteht aus einem Raumsensor pro Zimmer, der per Funk spezielle Ventilregler an den Heizkörpern ansteuert. Der Raumsensor „erlernt“, wann ein Zimmer, ein Büro oder ein Klassenraum typischerweise genutzt wird und welche Temperatur notwendig ist. Hält sich über einen längeren Zeitraum niemand im Raum auf, gibt der Sensor an die Ventilregler das Signal, die Temperatur um 4 K auf ein Spartemperatur-Niveau abzusenken. Aufgrund des „Lerneffekts“ des Raumsensors wird die übliche Nutzung eines Zimmers oder Büros prognostiziert, und der Sensor steuert die Ventilregler rechtzeitig an, um die Raumtemperatur wieder auf den voreingestellten Komfortwert anzuheben. So kommen beispielsweise Mieter immer in eine warme Wohnung, sparen jedoch Heizkosten, wenn sie nicht zu Hause sind. Je nach Nutzungsfrequenz der Räume ergeben sich dadurch speziell in ungedämmten Gebäuden Heizkosteneinsparungen von bis zu 20 Prozent – und zwar ganz automatisch. Denn im Wesentlichen beschränkt sich ihre Bedienung auf die einmalige Einstellung der gewünschten Komforttemperatur im Zimmer über den gewohnten Drehknopf des Ventilreglers am Heizkörper. Von da an arbeitet das System unspürbar und vollautomatisch weiter.
Einfache Installation ohne Leitungsverlegung
Neben dem selbsttätigen Wechsel zwischen Spar- und Komforttemperatur trägt die einfache Installation von „en:key“ zu einer hohen Akzeptanz bei den Nutzern und den Objekteigentümern bei. Da keine Leitungen verlegt werden müssen, entsteht durch die Montage der Einzelraumregelung weder Schmutz, noch muss das Zimmer anschließend renoviert werden. Der geringe Installations-aufwand wirkt sich für die investierenden Gebäudebesitzer außerdem positiv auf die Amortisationszeit aus – sowohl indirekt, wenn beispielsweise durch reduzierte Nebenkosten die Attraktivität eines Mietobjekts steigt, als auch direkt, wenn der Invest die Energiekosten senkt und damit das Unternehmensergebnis mittelfristig verbessert.
Damit für „en:key“ weder Leitungen zur Stromversorgung noch Steuerleitungen verlegt werden müssen, kommunizieren Raumsensor und Ventilregler per Funk über die ebenso sichere wie belastungsfreie „EnOcean“-Technologie. Den Betriebsstrom für den Raumsensor liefern Solarzellen, die das Tageslicht oder die Beleuchtung ausnutzen. Im Ventilregler erzeugt ein Peltier-Element als Thermogenerator Strom direkt über die Heizungswärme. Somit gibt es keine laufenden Kosten für Betrieb oder Wartung, und auch der Batterienwechsel entfällt.
Die Ventilregler sind mit wenigen Handgriffen gegen herkömmliche Heizkörperthermostate auszutauschen. An den Raumsensor gibt es lediglich die Anforderung, dass er an einer günstigen Stelle im Raum an der Wand anzubringen ist.
Fazit
Die neuartige, selbstlernende Einzelraumregelung „en:key“ von Kieback&Peter eröffnet speziell für die SHK Branche einen ebenso einfachen wie wirtschaftlichen Weg, für Heizungen in Bestands-gebäuden eine Energieeffizienz-Lösung anzubieten – ohne Eingriff in die Hauselektrik, ohne Eingriff in das Heizungssystem, ohne Programmierung, ohne Wartung. Aufgrund dieser Vorteile punktet „en:key“ im Übrigen nicht nur bei Wohnungsunternehmen und Privatleuten: Auch die öffentliche Hand ist auf diese neue, kostengünstige Einzelraumregelung aufmerksam geworden. Das System wurde bereits mit Erfolg in Schulen und Verwaltungs-gebäuden installiert – ein Feld, in dem das Fachhandwerk allgemein und die SHK Branche im Besonderen häufig tätig ist und sich nun weiter als kompetenter Ansprechpartner rund um das Einsparen von Energie profilieren kann.
Weitere Informationen:
www.enkey.de