Die spürbar gesunkenen Energiepreise machen eine Dämmung von Häusern gegen Wärmeverluste zum Verlustgeschäft. Das berichtet die renommierte Tageszeitung „Die Welt“. Sie bezieht sich dabei auf Annahmen des Umweltinstitutes München, die auf die aktuellen Energiepreise umgerechnet wurden.
Dämmen lohnt angesichts der aktuellen Energiepreise nicht mehr, hat die „Welt“ nachgerechnet. Bild: LBS
Energieeffizient: Investitionen in den Heizungskeller amortisieren sich nach 8 bis 12 Jahren. Bild: LBS Die Berechnungen bestätigen die Haltung der Heiztechnik-Industrie und der SHK-Fachverbände. Sie wenden sich schon seit langem gegen die einseitige Förderung von Dämmmaßnahmen und fordern mehr Investitionen im Heizungskeller: Etwa 40 Prozent der Primärenergie werden allein im Gebäudesektor verbraucht, dreiviertel davon gehen in die Wärmeerzeugung – aber zwei von drei Heizungsanlagen entsprechen nicht dem aktuellen Stand der Technik. Sogar 71 Prozent der Heizungsanlagen werden als „unzureichend effizient“ bewertet. (Quelle: Erhebung des Schornsteinfegerhandwerkes für 2013 und BDH-Schätzung). Sie könnten also wesentlich Energie sparender sein.
Welche Investition zur Senkung der Energiekosten im Einzelnen am wirtschaftlichsten ist, muss gerade bei Sanierungen für jedes Haus individuell berechnet werden. Es gibt aber Richtwerte, an denen sich Sanierer orientieren können. Der schlichte Austausch des Heizungskessels im Einfamilienhaus kostet im Durchschnitt etwa 10.000 Euro, eine hochmoderne neue Öl-Brennwertheizung plus Solaranlage etwa 22.000. Die senkt dann aber auch den Energiebedarf um durchschnittlich 38 Prozent. (Quelle: IWO)
Zum Vergleich: Für Dach- und Fassadendämmung müssen nach Berechnungen des IWO jeweils etwa 21.000 Euro in die Hand genommen werden. Die Einsparungen betragen aber lediglich 14 bzw. 18 Prozent. Eine Dämmung der Kellerdecke wiederum wird zwar nur mit 4.000 Euro veranschlagt, bringt aber auch nur 8 Prozent weniger Energiebedarf. Durchschnittlich 17.000 Euro werden übrigens beim Austausch von Fenstern und Außentüren fällig. Das spart dann etwa sieben Prozent ein. Umgerechnet auf den Heizölpreis (aktuell gut 60 Cent, vor zwei Jahren noch 90 Cent!) ergeben sich Amortisationszeiträume, die je nach Baumaßnahme dann zwischen 19 und 76 Jahren liegen.
Beim Austausch der Heizungsanlage wird in aller Regel über Amortisationszeiträume von 8 bis zwölf Jahren gesprochen.
Zweifellos stimmt die Argumentation: Jede KW-Stunde Heizenergie, die erst gar nicht benötigt wird, ist die beste Einsparung. Wenn aber in Energiesparen investiert wird, sollte das sinnvoll und überlegt geschehen. Vor allem, wenn sich Bauherren mit vergleichsweise geringem Eigenkapital ein älteres Bestandsobjekt kaufen. Denn dann spielt der Erhalt der Liquidität eine wesentlich größere Rolle als beim Neubau mit hohem Eigenkapital-Anteil, bei dem vielleicht sogar der Architekt oder der Bauträger noch den „Beantragungs-Marathon“ für Fördermittel mit übernimmt und so für eine gewisse Re-Finanzierung sorgt.
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