Bundesweit sind im Markt für Ablesedienste vier bis fünf Unternehmen aktiv. Das Bundeskartellamt leitet nun eine Sektoruntersuchung dieses Marktes ein – eine Studie, die Strukturen und Wettbewerbsbedingungen in bestimmten Wirtschaftszweigen analysiert. Sie richtet sich nicht gegen einzelne Unternehmen und geht auch keinem konkreten Verdacht nach. Verbraucher- und Mieterverbände begrüßen die Untersuchung aber als längst überfällig.
Vier bis fünf Unternehmen dominieren den Markt für Ablesedienste. Ob sie ihn auch oligopolistisch beherrschen, untersucht jetzt das Bundeskartellamt. (Bild: ista) Submetering – neudeutsch steht das für die verbrauchsabhängige Erfassung und Abrechnung von Heiz- und Wasserkosten und die Überlassung der dafür nötigen Messtechnik. Dieser Markt wird in Deutschland von vier bis fünf Unternehmen dominiert. Das ruft nun das Bundeskartellamt auf den Plan, es hat eine Sektoruntersuchung eingeleitet. „Mit den Sektoruntersuchungen werden die Strukturen und Wettbewerbsbedingungen in bestimmten Wirtschaftszweigen untersucht und analysiert. Diese Marktstudien richten sich nicht gegen einzelne Unternehmen und gehen keinem konkreten Verdacht auf einen Kartellverstoß nach. Vielmehr geht es darum, umfassende Kenntnisse über die untersuchten Märkte zu gewinnen. Diese Kenntnisse sind wiederum eine wichtige Datengrundlage für weitere Verfahren des Bundeskartellamtes“, heißt es auf der Webseite des Amtes in Bonn. Weiter sagt Andreas Mundt, der Präsident des Bundeskartellamtes laut einer Pressemeldung vom 2. Juli: „Die Sektoruntersuchung soll Aufschluss über die aktuelle Marktsituation und die Wettbewerbsintensität bei Submetering geben sowie etwaige Wettbewerbsprobleme aufdecken. Der Markt für Ablesedienste ist konzentriert. Neben kleinen lokalen Anbietern gibt es nur sehr wenige bundesweit aktive Unternehmen. Gegenstand der Analyse werden insbesondere die Marktstruktur sowie die Preise und Erlöse für Submetering-Dienstleistungen sein.“ Bei seiner Bewertung will das Amt auch berücksichtigen, „dass Mieter zwar nicht die unmittelbaren Vertragspartner der Ablese-Dienste sind, sie aber überwiegend die Kosten tragen.“
Weiter werden folgende Aspekte untersucht: Neue technische Entwicklungen wie die Fernauslesung, die Verhandlungsmacht der Submetering-Dienstleister gegenüber Immobilieneigentümern und ob der Markteintritt neuer Anbieter erschwert wird. Mieterverbände und Verbraucherschützer begrüßen die Untersuchung als längst überfällig. So sagt beispielsweise der Vorsitzende des Alternativen Mieter- und Verbraucherschutzbundes in Berlin, Uwe Piper: „Bedenkt man, dass der Ablesemarkt bundesweit in Deutschland weitestgehend zwischen Techem, ista, Kalorimeta, Brunata und Minol aufgeteilt ist und schaut sich die Produkt-, Leistungs- und Preispaletten der vorgenannten Unternehmen an, kann man bereits von starren Preisen und einem eingeschränkten Wettbewerb sprechen. Es ist zu hoffen, dass bereits die Einleitung des Untersuchungsverfahrens Wirkung zeigt, es zu mehr Wettbewerb kommen wird und damit im Ergebnis die Preise, die die Mieterinnen und Mieter über die Nebenkosten tragen, fallen werden."
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Mitteilung des Kartellamtes