Einzigartiges und visionäres Vortrags-Programm schafft Einblicke über Nachhaltigkeit im Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Ökologie HKI-Präsidentin Christiane Wodtke: „Franz Fehrenbach, Tanja Gönner und Prof. Dr. Klaus Töpfer sind Leitbilder für die Nachhaltigkeit in unserer Gesellschaft“.
V.l.n.r.: Prof. Dr. Klaus Töpfer, Exekutivdirektor des Institute for Advanced Sustainability Studies
(IASS); Tanja Gönner, Vorstandssprecherin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit
(GIZ) GmbH; Christiane Wodtke, Präsidentin HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik
e.V.; Franz Fehrenbach, Aufsichtsratsvorsitzender der Robert Bosch GmbH; Frank
Kienle, Hauptgeschäftsführer HKI Industrieverband
Der HKI-Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V. veranstaltete
am 20. und 21. April 2015 in Berlin seine Jahresmitgliederversammlung
und zum dritten Mal eine Vortragsreihe zu wichtigen
Leitthemen. Der HKI besteht aus den beiden Fachverbänden Heizund
Kochgeräte sowie Großkücheneinrichtungen mit rund 200 Mitgliedern.
Beide Fachverbände widmen sich intensiv dem Thema Nachhaltigkeit
– mit Schwerpunkten auf Energieeffizienz und Emissionsminderung.
Rund 140 Teilnehmer, zu denen auch Vertreter aus Politik,
Presse und der Verbandslandschaft gehörten, folgten der Einladung
des HKI.
Steigendes Bewusstsein für Probleme des menschlichen Zusammenlebens und die
Klimadebatte braucht die Diskussion über ein ganzheitliches Verständnis von Nachhaltigkeit.
Was misst Wohlstand verlässlich, gibt Aufschluss über Schattenseiten und schafft Perspektiven
für eine gute Zukunft der Menschen, unserer Umwelt und nicht zuletzt unserer
Unternehmen? Mit diesen Fragestellungen führte HKI-Präsidentin Christiane Wodtke in das
Thema ein: „Gesucht wird der neue globale Zusammenhang und damit auch der Zusammenhalt
von Menschen und Nationen.“
Franz Fehrenbach, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Robert Bosch GmbH und Geschäftsführender
Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG beleuchtete das Thema
aus der Sicht des Unternehmens. Sein Beitrag „Mut zur Veränderung – eine politische Unternehmerperspektive“
war eine aktuelle, hoch interessante und anschauliche Reflektion
auf die Anforderungen von heute für das Gelingen der Ziele von morgen.
Auch am Beispiel Kraftfahrzeug – Elektromobilität – wurde die Positionierung von Bosch im
Spannungsfeld von Ökologie und Ökonomie aufgezeigt. Bosch setzt auf Investitionen in die
Entwicklungen, um Innovationen zu schaffen. „Unsere Zukunftsethik in der Verantwortung
als Unternehmer besteht in Agilität und Mut zum Risiko, dies aber immer unter der Prämisse
der langfristigen Unternehmenssicherung“, so Franz Fehrenbach.
Nachhaltige Entwicklung weltweit ermöglichen und fördern, hat sich die GIZ – ein Bundesunternehmen
– zum Ziel gesetzt. Aus dieser Perspektive erläuterte Tanja Gönner, Vorstandssprecherin
der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und
ehemalige Umweltministerin von Baden-Württemberg das Thema überaus realitätsbezogen
und anschaulich. Nachhaltigkeit, sowohl ökonomisch, ökologisch als auch sozial,
müsse zwangsweise global betrachtet werden.
Wie die GIZ dies weltweit angeht und welche Rolle Deutschland übernimmt, legte sie in
Beispielen dar und unterstrich insbesondere die beratende Rolle.
Das zentrale Statement war prägnant und auf den Punkt gebracht. „Die Erde gibt es nur ein
Mal“.
Prof. Dr. Klaus Töpfer, Exekutivdirektor des Institute for Advanced Sustainability Studies
(IASS) und ehemaliger Bundesumweltminister begann mit der Erläuterung des Ursprungs
des Begriffes Nachhaltigkeit, griff dann in mitreißender Art die Beiträge der Vorredner auf
und nutzte daran angelehnt konkrete Beispiele, um die gegenwärtige Situation zu analysieren,
Missstände aufzuzeigen und Lösungsansätze zu präsentieren. Die daran anknüpfenden
Ausblicke in mögliche, zukünftige Entwicklungen boten reichlich Stoff zum Nachdenken.
„Wenn wir auch zukünftig in Frieden leben wollen, müssen wir handeln und weniger
privilegierte Regionen darin unterstützen, eine nachhaltige positive Wirtschafts- und Wohlstandsentwicklung
zu realisieren“, so sinngemäß Prof. Töpfer.
Sein Vortrag: weit umfassend – wissenschaftlich fundiert – feinsinnig und humorvoll. Eine
wunderbare Abrundung des Vortragsprogramms mit exzellenten, herausragenden Beiträgen.
Frank Kienle, Hauptgeschäftsführer des HKI Industrieverbandes berichtete: der Verband
und seine Mitgliedsunternehmen sind gut aufgestellt und man ist auf die Herausforderungen
bestens vorbereitet. „Es ist noch viel zu tun – wir werden den Prozess aktiv begleiten
in Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedsunternehmen, wie auch durch aktive Mitarbeit in
den europäischen Gremien“.
Das Resümee von Christiane Wodtke: „Die Zukunft wird eine große Herausforderung. Gesellschaftliche
Veränderungen, Wissenschaft und Technologie sind die drei Schlüsselbereiche,
auf die es in den nächsten Jahrzehnten entscheidend ankommt. Wir, die Unternehmer,
die Politik – wir alle sind gefordert“.