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News vom 24.08.2015

Gipfeltreffen zur Kupferrohr-Korrosion in Dorsten
Nichts Genaues weiß man immer noch nicht

Als eines der ersten Fachmedien in der SHK-Branche hat hier der HaustechnikDialog in diesem Jahr über unerklärliche Schäden in Kupferrohr-Trinkwasserinstallationen im Großraum Dorsten und die Not der betroffenen Fachhandwerker berichtet; konzentriert auf ein Wasserversorgungsgebiet. Die Schäden sind immens, einige der betroffenen Handwerker stehen vor dem Konkurs. Jetzt gab es, initiiert vom Deutschen Kupfer-Institut, ein Gipfeltreffen zu diesem Thema. Sinnigerweise auf dem Petersberg bei Bonn. Im Gästehaus der Bundesregierung; also da, wo beispielsweise auch die internationale Politprominenz zu den Afghanistan-Konferenzen zusammen kam.

Man redet miteinander: rechts Thomas Cirkel, dessen traditionsreiches Fachhandwerksunternehmen durch die Schäden arg in Bedrängnis geraten ist, und ZVSHK-Referent Andreas Braun. Das Technische Gremium des Landesverbandes hatte im Juni seinen Mitgliedern empfohlen, „im Versorgungsgebiet des RWW-Wasserwerks Dorsten-Holsterhausen bis auf Weiteres Trinkwasser-Installationen nicht in Kupfer (ausgenommen innenbeschichtetes Rohr) auszuführen.“
Man redet miteinander: rechts Thomas Cirkel, dessen traditionsreiches Fachhandwerksunternehmen durch die Schäden arg in Bedrängnis geraten ist, und ZVSHK-Referent Andreas Braun. Das Technische Gremium des Landesverbandes hatte im Juni seinen Mitgliedern empfohlen, „im Versorgungsgebiet des RWW-Wasserwerks Dorsten-Holsterhausen bis auf Weiteres Trinkwasser-Installationen nicht in Kupfer (ausgenommen innenbeschichtetes Rohr) auszuführen.“

Mit von der Partie waren neben Vertretern verschiedener Hersteller, darunter ein Fachmann für Inhibitoren, auch der ZVSHK und das Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe. Und nicht zu vergessen die beiden Fachhandwerker Thomas und Uwe Cirkel, die von der Korrosionsproblematik besonders arg betroffen sind und jetzt eine Interessensgemeinschaft Mit-Leidender aufgebaut haben. Insgesamt sind das rund eineinhalb Dutzend Kollegenbetriebe.

Das Problem, das sie eint, ist immer dasselbe: Fünf, sechs Jahre nach der Installation tritt an Kaltwasser führenden Trinkwasser-Installationen Lochkorrosion vom Typ 1 auf – und keiner kennt die Ursache. Analysen gibt es, diverse Gutachten und Stellungnahmen – aber kein definitives Ergebnis. Was vor Gericht übrig bleibt, sind angebliche oder tatsächliche Verarbeitungsfehler – und der Installateur hat damit den im Einzelfall viele zehntausend Euro teuren „schwarzen Peter“.

Die geballte Fachkompetenz am runden Tisch auf dem Petersberg rollte das Thema ganz systematisch auf, DKI-Geschäftsführer Dr.-Ing. Anton Klassert sei es gedankt. Die Handwerker schildern ihr Problem, und im gemeinsamen Diskurs werden die Themenfelder und damit möglichen Schadensverursacher durchdekliniert. Von der Legierung des Rohrwerkstoffs beginnend über die bei seiner Verarbeitung zugesetzten Schmierstoffe über die Lagerung beim Großhandel bis hin zum Einbau, zur Inbetriebnahme und zum Betrieb der Trinkwasser-Installation und der Wasserqualität vor Ort. Das Ergebnis ist vernichtend gleichbleibend: DAS kann nicht schadensursächlich sein, zumindest nicht allein.

Denn die Zahl der Schadensfälle scheint zwar rückläufig zu sein, seit beispielsweise das Wasser durch den Versorger phosphatiert wird. Aber warum trat dann Lochkorrosion in der linken Doppelhaushälfte auf – in der genauso installierten rechten aber nicht? Oder in einem Krankenhaus gleich 78 Mal – aber einem ähnlichen Großobjekt ein paar Straßen weiter gar nicht? Oder nur einmal, obwohl es da vergleichbare Stagnationszeiten, vergleichbare Anbindeleitungen und zweifelsfrei dasselbe Wasser gibt?

Fragen über Fragen, die genauso neue Fragen aufwerfen wie die unsichere Datenbasis. Mal ist von 200 bis 300 Schadensfällen die Rede, mal von 500 und mehr – es fehlt eine tatsächlich belastbare Größe. Auch, weil die Versicherer die Lochschäden nicht zentral differenziert erfassen. Für die ist ein Rohrbruch ein Rohrbruch. Immer nur ein Strich in der Statistik. Unabhängig davon, wie alt die Installation ist und welcher Rohrwerkstoff sich da gerade aus dem Dienst als wasserführendes Rohrleitungsmaterial verabschiedet hat…

Das vorläufige Ergebnis des Gipfeltreffens:  Wir wissen noch nichts Konkretes. Aber jetzt ist endlich eine fachlich fundierte und sachlich neutrale, nicht mehr so emotional aufgeladene Diskussion unter Einbeziehung aller Beteiligten angelaufen. Die soll und muss zeitnah fortgeführt werden. Denn monokausal dürfte die Lochkorrosion im Großraum Dorsten nicht erklärbar sein.

Das heißt aber zugleich: Beim nächsten Mal soll unbedingt ein Vertreter des Wasser-Versorgungsunternehmens mit am Tisch sitzen. Diesmal war es nicht der Fall, denn eigentlich wollte das DKI sich dem aufkochenden Thema Kupferrohrkorrosion eher aus der Vogelperspektive nähern und dann den Einzelfall – hier: Holsterhausen bei Dorsten und das Versorgungsgebiet des RWW-Wasserwerks – aufbohren. Nun hat es sich umgekehrt ergeben, schadet aber auch nicht.

Entscheidend ist, dass sich die Fachwelt endlich gemeinsam konstruktiv des Themas angenommen hat und idealerweise am Ende des Tages für die betroffenen Fachhandwerker, die um ihre Existenz bangen, ein verlässlich-belastbares Ergebnis auf dem Tisch liegt.

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verdammt schrieb: Hallo cirion, Hallo Rastelli, ich bin echt so froh das ihr euch Zeit nehmt und mich unterstützt mit meiner Anlage. Hier unter diesem Link habe ich alles abgelegt und wenn weiter was benötigt wird...
mtx0815 schrieb: Moin ! Die im Gerät verbaute Pumpe ist ungeregelt. Der Kabelbaum ist allerdings universal und hat daher den Anschluss für die Drehzahlregelung einer UPER20-60 alternativ einer UPM20-70. ABER die Software...
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