Die Briten haben die dicksten Orderbücher, in Frankreich herrscht eine gewisse Tristesse und in den Niederlanden läuft es bestens, vom Fußball mal abgesehen…
Viermal Hui, zweimal Pfui: Das ist in knappen Worten das Ergebnis einer Umfrage unter 1.200 SHK-Handwerkern in sechs europäischen Ländern zur Frage: „Wieviel Umsatz machen SHK-Unternehmen im europäischen Vergleich und welche wirtschaftlichen Erwartungen hegen die Kollegen?“ Konkret geht es um den quartalsweisen Vergleich von Aufträgen und Umsätzen, durchgeführt von der niederländischen Firma USP Marketing Consultancy.
Das erlaubt einen Blick über den Gartenzaun auf unsere Nachbarn. Die Kollegen in Großbritannien, den Niederlanden, Belgien und Deutschland erfreuen sich steigender Umsätze und gut gefüllter Auftragsbücher, ihre polnischen und französischen Kollegen hingegen müssen sich mit einem „so lala“ begnügen. Im Durchschnitt haben die europäischen SHK-Handwerker für die nächsten 4,7 Monate Aufträge in ihren Orderbüchern; interessanterweise liegen die „Abweichler“ nur gering über und unter diesem Wert: Es sind die Briten mit 5,4 und die Deutschen mit 3,8 Monaten.
Großbritannien
Die britischen Kollegen erfreuen sich einer kontinuierlichen jährlichen Umsatzsteigerung seit Beginn des Monitoring im ersten Quartal 2014. Nur acht Prozent der Installateure erwarten rückläufige Umsätze in Q 3 2015, verglichen mit Q 3 2014. 52 Prozent hingegen erwarten ein Wachstum. Mit Aufträgen für knapp sechs Monate haben die Briten im zweiten Quartal 2015 auch die dicksten Orderbücher: „God save the orderbook…“.
Deutschland
Die deutschen Kollegen hingegen hatten im zweiten Quartal dieses Jahres nur für vier Monate Aufträge in den Büchern, der niedrigste Wert aller sechs Länder. Gleichwohl ist das aber immer noch ein Plus im Vergleich mit früheren Quartalen. Vielleicht arbeitet der deutsche SHK-Handwerker einfach nur schneller…
Frankreich
Die Kollegen in Frankreich blicken eher „très triste“ ins nächste Quartal: Nur 18 Prozent machten im zweiten Quartal 2015 ein Plus, verglichen mit dem gleichen Quartal des Vorjahres. Ein Drittel aber musste ein Minus hinnehmen. Auch in naher Zukunft erwarten nur 17 Prozent der Kollegen ein Umsatzwachstum.
Polen
Auch ein Drittel der polnischen SHK-Handwerker muss ein Umsatzminus im zweiten Quartal 2015 hinnehmen. Hingegen erwarten sie mehrheitlich für das laufende Jahr noch steigende Umsätze. Also Kopf hoch, liebe Kollegen! Wie heißt es doch in der polnischen Nationalhymne: „Noch ist Polen nicht verloren…“
Belgien
Anfang 2015 sahen die belgischen SHK-Handwerker bezüglich ihrer Umsatzerwartungen noch pessimistisch in die Zukunft. Das hat sich im zweiten Quartal aber deutlich gebessert, die meisten Kollegen erzielten einen höheren Umsatz als im zweiten Quartal 2014. Mit Aufträgen für 4,7 Monate hat sich das Orderbuch im Vergleich zum ersten Quartal 2015 mit 5,1 Monaten etwas gelichtet.
Niederlande
Erstaunliche 54 Prozent der niederländischen Kollegen konnten ihre Umsätze im zweiten Quartal steigern (verglichen mit Q 2 2014), nur sieben Prozent mussten ein Minus hinnehmen. Das setzt eine schon länger anhaltende positive Entwicklung fort. Auch das kontinuierlich stabile Auftragspolster von durchschnittlich 4,4 Monaten bestätigt diesen doch erfreulichen Trend. Allerdings ist das nur ein schwacher Trost, denn: „Ohne Holland fahren wir zur EM…“
Der Bestand an Aufträgen, gemessen in Monaten, in den Büchern des SHK-Handwerks in sechs europäischen Ländern (Grafik: USP Marketing Consultancy bv)