Nach den recht deutlichen Worten des ZVSHK zu „HeizungOnline“ bringen sich jetzt die SHK-Landesverbände in Stellung. Was Vaillant da mache, sei ein absolutes No-Go, da gäbe es keine zwei Meinungen. Mit Umfragen unter den Mitgliedsunternehmen fangen einige Verbände „Volkes Stimme“ ein.
Braut sich da was zusammen?
SHK-Verbände sehen "HeizungOnline" überwiegend kritisch.
Bild: mm Vaillants webbasierte Plattform „HeizungOnline“ schlägt weiter hohe Wellen in der Branche. Nach den doch recht eindeutigen Stellungnahmen des Landesverbandes SHK in Nordrhein-Westfalen und des Zentralverbandes ZVSHK (HaustechnikDialog berichtete am 19. Mai 2016 und 3. Juni 2016) melden sich jetzt auch einige SHK-Landesverbände zu Wort respektive planen Umfragen unter ihrer Mitgliedschaft. HaustechnikDialog hat sich bei den Verbänden umgehört.
Die „bayrischen SHK-/OL-Innungsfachbetriebe lehnen das Eindringen von Marktpartnern ins Endkundengeschäft eindeutig ab“, vermeldet der Fachverband SHK in Bayern generell. 1.200 Mitgliedsbetriebe antworteten auf eine Fax-Umfrage des Verbandes, mehr als ein Viertel aller Mitglieder. Besonders kritisch werde das Online-Vertriebskonzept „HeizungOnline“ von Vaillant gesehen, da es die Rechnungsstellung an den Endkunden umfasst: „Weniger als vier Promille der Fachbetriebe unterstützen es, wenn der Hersteller auch noch die Rechnung an den Endkunden im Namen des Handwerkers schreibt. Damit liegt die Ablehnungsquote bei 99,6 % und bestätigt die Haltung des Fachverbandes Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Bayern bezüglich seiner Bemühungen, das freie Unternehmertum auch in Zukunft beibehalten und fördern zu wollen“, führt Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Schwarz dazu aus.
Auch der Fachverband SHK in der Pfalz startet gerade eine Fax-Umfrage zum Thema: „Eindringen von Marktpartnern in das Endkundengeschäft inklusive Rechnungsstellung“ unter seinen Mitgliedern. Er befürchtet, dass dadurch „grundlegende Prinzipien des freien Unternehmertums möglicherweise eingeschränkt werden.“ Als besonders bedenklich stuft der Verband ein, „wenn der Hersteller auch noch die Rechnungsstellung an den Endkunden übernimmt“, wie bei HeizungOnline. Hier ein Auszug aus dem Fragebogen:
>>Das vermehrte Eindringen von Herstellern und Fachgroßhandel in die Prozesskette (Auftragsakquisition, Bearbeitung des Auftrages, Beeinflussung der Materialwahl, Sammeln von Kundendaten und Rechnungsstellung) finde ich
☐ gut, weil es mir Arbeit abnimmt.
☐ nicht gut, weil es mein freies unternehmerisches Handeln einschränkt.
Die Rechnungsstellung beim Endkunden durch Hersteller bzw. Großhändler finde ich
☐ gut, weil es mir Arbeit erspart.
☐ nicht gut, weil der Handwerker zum „Lohnschrauber“ wird.
Die enge Bindung an einen Hersteller, durch beispielsweise das Eingehen von exklusiven Service-/Gewährleistungsverträgen zu Festpreisen finde ich
☐ gut, weil es mir die Arbeit erleichtert.
☐ nicht gut, weil der Hersteller meine Kundendaten sammelt und ich zuvorgegebenen Festpreisen als Subunternehmer tätig werden muss.<<
Dass in den Ankreuzantworten Positionen impliziert werden, liegt wohl in der Natur der Sache…
Auch an der Saar und in Hamburg laufen gerade entsprechende Umfragen. In Hamburg überraschten die zügigen und zahlreichen Antworten. Bisherige Tendenz auch hier eindeutig gegen das Modell „HeizungOnline. Sachsen-Anhalt zieht gerade nach, Thüringen hat schon. Das Ergebnis: 99,9 Prozent Ablehnung der Vaillant-Initiative.
Es gibt keine zwei Meinungen zum Thema „HeizungOnline“ unter den Verbänden, so der erste Eindruck. Obwohl einige Verbandsgremien die Sache noch intern diskutieren, scheint eine einhellige Ablehnung zu überwiegen. Im HaustechnikDialog-Forum hingegen wird über „HeizungOnline“ durchaus pro und contra diskutiert. HaustechnikDialog bleibt für Sie am Ball…