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News vom 12.02.2018

Erneuerbare Energien im Wärmemarkt

Holz im Wärmemarkt II - Pellets

In diesem Teil der Serie geht es um einen weiteren wichtigen holzbasierten Brennstoff: Pellets. Diese kleinen Holzpresslinge sind genau normiert und ermöglichen analog Öl- und Gasheizungen einen vollautomatischen Betrieb – sieht man mal vom gelegentlichen Entfernen der wenigen Asche ab, die beim Verbrennen anfällt. Das kann in dieser Form kein anderer holzbasierter Brennstoff. Nur bei Hackschnitzeln gibt es ähnliche Lösungen, die jedoch keineswegs so komfortabel sind. Doch dazu mehr im nächsten Teil der Serie.

Pellets sind streng genormt. Nur das ermöglicht eine Lieferung und komfortable Verbrennung analog Heizöl und sichert die hohe Qualität des Brennstoffs. <br />Bild: DEPI
Pellets sind streng genormt. Nur das ermöglicht eine Lieferung und komfortable Verbrennung analog Heizöl und sichert die hohe Qualität des Brennstoffs.
Bild: DEPI

Streng genormt

Holzpellets werden auf eine simple Art hergestellt. Holzreststoffe – und nur die sollten verwendet werden, was leider nicht immer der Fall ist – werden mit hohem Druck durch eine Matrize gepresst und in einer bestimmten Größe von drei bis vier Millimetern abgehackt. Durch den hohen Druck erwärmt sich das im Holz enthaltene Lignin, wird flüssig und wirkt so quasi als Klebstoff für die Pellets, die deswegen ohne Zuschlagsstoffe oder Bindemittel auskommen. Sie sind pures Holz, was man in einem Haus, in dem eine Pelletheizung steht, auch angenehm riechen kann. Pellets sollten der Norm ENplus entsprechen.

Alle namhaften deutschen und österreichischen Heizungshersteller haben inzwischen Pelletheizungen im Angebot. Auch Spezialhersteller, die sich nur auf Pellets oder andere Biomasseheizungen spezialisiert haben, gibt es. Technisch sind die Geräte ausgereift. Allerdings soll nicht unerwähnt bleiben, dass Pelletheizungen im Gegensatz etwa zu Öl- und Gasheizungen einen höheren Wartungsaufwand haben. Der liegt in den vielen beweglichen Teilen begründet. Zum einen bedarf es einer Fördereinrichtung, die die Pellets vom Lager in den Brennraum befördert. Das kann etwa über Absaugen erfolgen oder mit mechanischen Vorrichtungen wie Schnecken. Zudem werden die Pellets im Brennraum auf eine Art Teller befördert, der sich ständig dreht und damit eine optimale Verbrennung befördert.

Verglichen mit anderen Heizungstypen sind das einige Teile, die logischerweise verschleißen können. Das tut alles, was sich bewegt, nun mal – auch wir Menschen. Hinzu kommt noch, dass der Schornsteinfeger öfter vorbeischauen muss. Da es sich um einen Festbrennstoffkessel handelt, ist eine halbjährliche Durchsicht angesagt. Bei Öl- und Gasheizungen ist das nur aller zwei Jahre der Fall.

Gut gefördert

Dafür hat die Pelletheizung einen anderen Vorteil: Sie wird sehr gut gefördert, was die höheren Anschaffungskosten teilweise wettmacht. Dazu folgende Rechnung. Eine neue Pelletheizung schlägt inklusive Lager mit gut 16.000 Euro zu Buche. Ein Viertel davon kann durch MAP, das Marktanreizprogramm, und APEE, das Anreizprogramm Erneuerbare Energien, abgedeckt werden, es bleiben 12.000 Euro. Eine Öl- oder Gasheizung kommt lediglich auf 6.000 Euro, wobei auch hier im Sanierungsfalle Förderungen möglich wären.

Strebt man eine Amortisation dieser Mehrkosten an, kann dies nur über die Einsparung bei den Brennstoffkosten funktionieren. Jahrelang war das ein Spitzenargument für die Pelletheizung. Die Absätze der Branche waren durchaus beträchtlich. Doch dann kam das Jahr 2014 und mit ihm der Einbruch zuerst der Öl- und in Folge dessen der Gaspreise. Der Preisunterschied schwand dahin.

Hierzu ein paar Daten (Quelle: Brennstoffspiegel, alle Kosten in Eurocent je kWh, bezogen auf 3.000 Liter Heizöläquivalent und im Bundesdurchschnitt):

Jahr und Monat

Pellets

Heizöl

Preisdifferenz Heizöl zu Pellets in %

Erdgas

Preisdifferenz Erdgas zu Pellets in %

Mai 2014

4,88

7,39

-40

6,85

-29

Mai 2015

4,58

6,12

-25

6,66

-25

Mai 2016

4,46

4,8

-7

6,38

-30

Mai 2017

4,53

5,28

-14

5,92

-23

Januar 2018

4,64

5,72

-19

5,68

-19

Es müssten rund 6.000 Euro Mehrkosten amortisiert werden, wenn man nun die aktuellen Preisunterschiede zu Öl und Gas zugrunde legt. Wie lange würde das dauern? In einem Einfamilienhaus mit 140 m² Fläche, das in den 70er Jahren gebaut und bei der Sanierung mit einer Dämmung versehen wurde, werden im Jahr gut 20.000 kWh Wärme benötigt. Für Pellets würde das Kosten von 928 Euro jährlich bedeuten. Nimmt man Heizöl und Erdgas (die aktuellen geringen Preisunterschiede lassen wir unberücksichtigt), käme man auf 1.144 Euro jährlich. Die Differenz beliefe sich auf 216 Euro. Eine Amortisation würde nach 27 Jahren erfolgen – ein ganz schön langer Zeitraum für die Pelletheizung. Aber der Ölpreis kann wieder steigen und die Amortisation gelingt deutlich schneller. Legt man den Ölpreis von 2014 zugrunde, würde die Amortisation nach nur elf Jahren erfolgen. Und das gute Gewissen gibt es gratis dazu.

Im nächsten Teil am 14.02.18 geht es um ein weiteres Holzprodukt, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut: Holzbriketts, die übrigens ganz ähnlich wie Pellets mit viel Druck und ohne Bindemittel hergestellt werden.

Bisher erschienen:
1 Erneuerbare Energien im Wärmemarkt – eine Übersicht
2 Rechtliche Voraussetzungen
3 Holz im Wärmemarkt I - Kaminholz
4 Holz im Wärmemarkt II - Pellets

Erscheinen demnächst:
5 Holz im Wärmemarkt III - Holzbriketts
6 Holz im Wärmemarkt IV - Hackschnitzel
7 Bioheizöl und Biogas
8 Solarthermie
9 Heizen mit PV-Strom via Wärmepumpe
10 Förderungen

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woodi schrieb: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Anheben des Einschaltdeltas wirklich hilft. Falls der Sensor die Temperaturerhöhung bei Sonneneinstrahlung mangels Volumenstrom bei ausgeschalteter Pumpe nicht...
tiber schrieb: Deswegen meiner Meinung nach den Öler raus und jetzt noch die bestmögliche Förderung ungekürzt nutzen. Zwei Wohneinheiten mit getrennter Heizungsanlage und eigener WP, d.h. je Wohneinheit dann...
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