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News vom 20.05.2019

Themenserie "Speicher für Energieautarkie und Mieterstromprojekte" - Teil 4

Wie werden Stromspeicher in ein System zur Eigenversorgung eingebunden?

Stromspeicher sind zur Hebung des Eigenversorgungsgrades mit elektrischer Energie unentbehrlich. Es gibt zwei Aspekte zu beachten: die technische und die rechtliche Einbindung.

Mittels Stromspeicher kann die Eigenabdeckung von selbst erzeugtem Strom erhöht werden. <br />Bild: E3DC
Mittels Stromspeicher kann die Eigenabdeckung von selbst erzeugtem Strom erhöht werden.
Bild: E3DC

Letztere ist schnell erklärt. Wird genauso viel Strom in den Speicher ein- wie ausgespeist, fällt nur einmal EEG-Umlage an. Gibt es eine Differenz, so ist auf diese Differenz quasi doppelt EEG-Umlage zu zahlen, da Speicher als Endabnehmer gelten. Das ist zwar in Energiewendezeiten und dem regierungsseitigen Propagieren einer „All electric“-Strategie absolut widersinnig, aber eben leider geltendes Recht. Zum Glück sind Eigenverbrauchsanlagen davon ausgenommen. Will man jedoch seinen Nachbarn mit Strom aus dem eigenen Speicher beliefern, gilt dieses Recht in vollem Umfang.

Herkömmliche Schnittstellen bewährt

Doch wie erfolgt die technische Einbindung? Dies soll hier anhand einer Kombination von PV-Anlage mit Wärmepumpe und E-Batterie erklärt werden. Wenn die PV-Anlage an den Bedürfnissen der Wärmepumpe ausgerichtet ist (was mit einer einfachen Funksteckdose oder – etwas komplizierter, aber eleganter – mit BUS- oder KNX-Schnittstellen erledigt werden kann), braucht man den Speicher quasi als Lückenfüller, wenn die PV-Anlage nicht liefert.

Die Steuerung muss nun intelligent genug sein, die Reihenfolge der Strombezüge für die Wärmepumpe (oder eben für die anderen Verbraucher in einem Haus) zu schalten. Zuerst wird immer der verfügbare Strom aus der PV-Anlage genutzt, dann der aus dem Speicher. Ist dieser bei Dunkelflaute leer, sollte zuletzt Strom aus dem Netz bezogen werden. Alle Speicherhersteller liefern diese Steuerungen, die ebenfalls in die oben genannten Schnittstellen eingetaktet werden können, gleich mit.

Während bei diesem Beispiel eine maximale Eigenabdeckung ohne Speicher von 30 % möglich wäre, sind es mit Speicher bis zu 70 %. Einige intelligent gesteuerte Anlagen bringen es sogar auf bis zu 80 %.

Netzbezüge geringhalten

Die Netzbezüge für die Wärmepumpe kann man auf diese Weise so gering wie möglich halten. Allerdings muss die Wärmepumpe Ausgangsbasis der Planung für die Steuerung sein. Sie muss vorgeben, wie viel Leistung sie aufnehmen soll. Das kann mithilfe von Wetterdaten erfolgen. Kleiner Tipp: Immer zwei Wetterquellen nutzen: zum einen eine eigene Messung vor Ort, zum anderen einen regional sehr genauer Wetterdienst. Denn allein die Messung vor Ort erlaubt keine Prognosen und liefert damit keine zukünftigen Leistungsdaten.

Ein praktisch realisiertes Beispiel in Berlin zeigt, wie eine solche Kombination für ein Einfamilienhaus ausgelegt werden kann:

  • PV-Anlage: 6,7 kWp
  • Jährliche Stromerzeugung: rund 7.000 kWh
  • Batteriespeicher: 4 kWh.
  • Stromverbrauch inklusive Wärmepumpe und Warmwassererzeugung: 4.500 kWh
  • Autarkiegrad: 51 % (Rest Netzbezug bzw. Einspeisung)
  • Einbindung: SG-Ready

Allerdings: Dieses Beispiel ist für eher kleinere Immobilien, Ein- oder Zweifamilienhäuser gedacht. Aufgrund der Speicherpreise rechnen sich solche Modelle bei einer Hochrechnung auf große Wohnimmobilien so gut wie nie. Denn die Preise für Eigenerzeugung inklusive Speicherung belaufen sich auf knapp unter 20 Eurocent je kWh. Das bezahlt man auch für Wärmepumpenstrom. Großkunden wie Wohnungsgesellschaften oder Immobilienverwalter können jedoch am Markt noch deutlich günstiger einkaufen. Oder es ist ihnen egal, weil die Stromkosten eh von den Mietern direkt zu bezahlen sind.

Der nächste Teil unserer Themenserie am 22.05.2019 zeigt, wie und ab wann man mit einem Blockheizkraftwerk wirtschaftlich Strom erzeugen kann.

Bisher erschienen:

1. Was ist Eigenversorgung und welche Komponenten braucht man dafür?
2. Wie ist die rechtliche Lage bei Strom-Eigenerzeugung und -verbrauch?
3. Welchen Bedarf hat ein Gebäude an Strom und wie plant man Eigenproduktion und  Eigenverbrauch?
4. Wie werden Stromspeicher in ein System zur Eigenversorgung eingebunden?

Demnächst erscheinen:

5. Wie erzeugt man selbst Strom? – BHKW
6. Wie erzeugt man selbst Strom? – Brennstoffzelle
7. Wie erzeugt man selbst Strom? – PV
8. Wie erzeugt man selbst Strom? – Andere Lösungen wie Miniwindanlagen
9. Welchen Wärmebedarf hat ein Gebäude?
10. Welche Rolle spielen Wärmespeicher bei der Deckung des Wärmebedarfs?
11. Welche Wärmeerzeuger sind zukunftsfähig?
12. Wie sollte die Warmwasserbereitung erfolgen?
13. Praxisbeispiele von Gebäuden mit hoher Eigenabdeckung an Strom und Wärme
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