Passiver Feinstaubfilter, hier in einer Varianten, die den Verbrennungsprozess durch eine optimierte Luftführung verbessert. Bild: wodtke Passive Filter sind tatsächlich einfache Filter. Für die Abscheidung der Feinstaubpartikel wird meist ein poröses keramisches Material genutzt. Dieses ist in der Lage, durch die sogenannte oxidative Katalyse zum einen Feinstaub herauszufiltern und zum anderen Kohlenwasserstoffe unschädlich zu machen.
Solche Filter haben damit also gegenüber den aktiven Filtern – abgesehen vom nicht benötigten Stromanschluss – sogar noch einen weiteren Vorteil.
Hohe Temperaturen nötig
Doch uns soll es um den Feinstaub gehen. Der bleibt in den sogenannten Konvektionszonen hängen oder wird durch das nachströmende heiße Rauchgas an dessen Oberfläche verbrannt. Einen Nachteil gibt es aber: Das Filtermaterial muss regelmäßig gereinigt werden. Es ist meist in Kassettenform als Fasern oder als Schüttung entweder vor dem Abgasstutzen oder gleich zu Beginn des Rauchrohres installiert, daher sind die hohen Temperaturen für die Wirksamkeit dieser Art von Filtern unerlässlich. Je nach Nutzung des Kamins sollte die Reinigung jährlich, auf jeden Fall aber alle zwei Jahre erfolgen.
Das Wirkprinzip ist simpel, kann aber – zumindest theoretisch – bei falscher Installation zu einer Hemmung des Abgasstromes führen. Das wiederum würde sich auf die Verbrennung im Brennraum auswirken, die dadurch noch mehr Feinstaub, aber eben auch das hochgiftige Kohlenmonoxid produzieren könnte. Deswegen bauen die Hersteller Varianten mit einer optimierten Luftführung, die genau das verhindern soll.
Deutlich günstiger
Passive Filter haben einen weiteren Vorteil: Sie kann man selbst installieren, sind schon ab 300 Euro zu haben und kosten nur knapp ein Drittel dessen, was für aktive Filter fällig wird. Rechnet man noch die Installationskosten hinzu, kommt man bei aktiven Filtern auf Kosten, für die auch ein neuer Kaminofen zu haben ist – wenn auch kein ganz guter. Das könnte ein Zeichen dafür sein, warum viele Öfen hierzulande nicht mit Filtern nachgerüstet werden, obwohl es technisch möglich ist. Hier bieten passive Filtern eine recht günstige Alternative.
Die 1. BImSchV wird dies zumindest bei jenen Kaminen erzwingen, die die Feinstaub-Grenzwerte nicht einhalten. Hier eine Übersicht des Schornsteinfegerverbandes, wann welche Kaminöfen stillzulegen oder mit Filtern nachzurüsten sind:
| Zeitpunkt der Typenprüfung (lt. Typenschild) | Zeitpunkt der Nachrüstung bzw. Außerbetriebnahme |
| Vor dem 01.01.1975 oder Jahr der Typenprüfung nicht mehr feststellbar | 31.12.2014 |
| 01.01.1975 - 31.12.1984 | 31.12.2017 |
| 01.01.1985 - 31.12.1994 | 31.12.2020 |
| 01.01.1995 bis zum Inkrafttreten der Verordnung | 31.12.2024 |
Im nächsten Teil unserer Themenserie am 13.09.2019 beschreiben wir Alternativen zu den aktiven und passiven Filtern.
Bisher erschienen:
1: Was ist Feinstaub und wie entsteht er?
2. Welche Normen und Gesetze sind beim Feinstaub einzuhalten?
3. Welche Rolle spielen die Brennstoffe in einem Gebäude bei der Feinstaubbildung?
4. Welche Arten von Feinstaubfiltern gibt es? Teil 1: aktive, elektrostatische Filter
5. Welche Arten von Feinstaubfiltern gibt es? Teil 2: passive, katalytische Filter
Demnächst erscheinen:
6. Welche Arten von Feinstaubfiltern gibt es? Teil 3: alternative Lösungen
7. Wie und mit welchen Filtern lassen sich Kaminöfen am besten nachrüsten?
8. Praktische Beispiele von Filtern bei neuen Öfen und in der Nachrüstung