Kleine Durchlauferhitzer eignen sich besonders dort, wo es nur einen geringen Bedarf an Warmwasser gibt. Bild: Clage Solche Häuser – das ist ja das Ziel – haben einen deutlich geringeren Wärmebedarf. Folglich lohnen sich zentrale Heizsysteme, die quasi nebenbei das Trinkwarmwasser mit bereiten und im Pufferspeicher zentral für alle Nutzer im Gebäude einlagern, kaum mehr. Hier kommen dezentrale Trinkwassersysteme zum Einsatz, die in den nächsten drei Folgen dieser Serie beschrieben werden. Ihnen allen ist eigen, dass das Trinkwasser direkt an der Zapfstelle erwärmt wird (oder im Keller, aber dennoch dezentral für jede Wohnung). Das wiederum bedeutet, dass nur eine kalte Wasserleitung zur Zapfstelle geführt werden muss. Das zeitigt einen weiteren Effekt: die Legionellenproblematik. Da das Warmwasser bei diesen Systemen nicht eingespeichert wird, erübrigt sich der Legionellenschutz, der für Großanlagen vorgesehen ist. Die Erwärmung direkt an den Zapfstellen erfordert aber auch eine höhere Investitionssumme und kann für einen höheren Reparaturaufwand sorgen. Denn wo viel ist, kann auch viel kaputtgehen.
Hier eine kleine Übersicht über die in Frage kommenden Systeme.
1. Durchlauferhitzer
Diese Lösung ist schon sehr alt, war früher weit verbreitet und wurde aus Gründen der doch eher mittelprächtigen Energieeffizienz durch andere Systeme zurückgedrängt. Ein Durchlauferhitzer kommt ohne jegliche Hydraulik aus. Er ist letztlich eine Stromdirektheizung, durch die das Wasser hindurchgeführt und damit erwärmt wird. Einsatzgebiete sind generell Zapfstellen mit sehr geringen Abnahmemengen, also etwa die Waschbecken in Gästebädern oder nur gelegentlich genutzte Waschbecken in nicht sportlich genutzten Vereinsheimen.
2. Frischwasserstationen
Frischwasserstationen erwärmen hydraulisch mittels Wärmetauscher das Warmwasser direkt an der Zapfstelle. Mitunter werden auch Heizwendeln in Pufferspeichern, die dort ein eigenes Reservoir als Trinkwasser erwärmen, als Frischwasserstationen bezeichnet. Doch das ist nicht ganz korrekt.
3. Wohnungsstationen
Wohnungsstationen arbeiten wie Frischwasserstationen, decken jedoch auch noch die benötigte Heizwärme in jeder einzelnen Wohnung mit ab. Hier wird also in jede Wohnung nur eine kalte Wasserleitung verlegt.
Hier noch einige weitere wesentliche Vor- und Nachteile solcher dezentralen Trinkwassersysteme:
Vorteile
- Nur das Wasser wird erwärmt, das benötigt wird – hoher Wirkungsgrad
- Kaum stehendes Wasser – geringe Legionellengefahr
- Leicht zugänglich für Wartung, Pflege oder Reparaturen
Nachteile:
- Eventuell Prüfung von Wasserqualität und -härte nötig
- Zusätzliche Regelungskomponenten nötig
Im nächsten Teil dieser Serie am 05.03.2021 geht es um eine altbewährte Technologie der dezentralen Trinkwassererwärmung – den Durchlauferhitzer.
Bisher erschienen im Rahmen der Themenserie folgende Beiträge:
15.02.2021: Welche Trinkwassersysteme gibt es und wie effizient sind sie?
17.02.2021: Welche Gesetze und Normen müssen beachtet werden?
19.02.2021: Wie berechnet man eine Trinkwasserversorgungsanlage?
23.02.2021: Wie schützt man sich am besten vor Legionellen und anderen Keimen?
25.02.2021: Trinkwasserversorgung in Zeit von Corona
01.03.2021: Zentrale Trinkwassererwärmung – Technologien, Vor- und Nachteile
03.03.2021: Dezentrale Trinkwassererwärmung – eine Übersicht
Demächst erscheinen:
05.03.2021: Dezentrale Trinkwassererwärmung – Durchlauferhitzer, Vor- und Nachteile
09.03.2021: Dezentrale Trinkwassererwärmung – Frischwasserstationen, Vor- und Nachteile
11.03.2021: Dezentrale Trinkwassererwärmung – Wohnungsstationen, Vor- und Nachteile
15.03.2021: Praxisbeispiele – zentrale und dezentrale Lösungen
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Ein Beitrag der Redaktion von HaustechnikDialog.