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News vom 16.02.2022

Themenserie Teil 2:

Was wird das neue Bauministerium sofort in die Hände nehmen?

Was nun wird das neue Bauministerium vorrangig politisch bewirken und was wird sich sofort auf das Bauwesen hierzulande auswirken?

Am Bau soll es deutlich nachhaltiger zugehen, etwa durch die Verwendung von Holz. <br />Bild: Rainer Sturm / pixelio
Am Bau soll es deutlich nachhaltiger zugehen, etwa durch die Verwendung von Holz.
Bild: Rainer Sturm / pixelio

Eine erste Maßnahme hat nicht direkt etwas mit dem Bau zu tun, sondern mit den gestiegenen Energiekosten, für die es einen Heizkostenzuschuss geben soll. Denn die Gebäudeenergie ist nun wieder im Verantwortungsbereich des neuen Bauministeriums und nicht mehr beim Wirtschaftsministerium angegliedert. Der Zuschuss soll nach den Worten von Bauministerin Carla Geywitz 135 Euro für Alleinwohnende und 175 Euro für Zweipersonenhaushalte betragen. 35 Euro gibt es für jeden weiteren Mitbewohner. Profitieren könnten davon 700.000 finanzschwache Haushalte in Deutschland. Das neue Ministerium will dafür gut 130 Millionen Euro ausgeben.

Was machen mit den energetischen Mehrkosten

Ebenfalls mit der Gebäudeenergie zusammen hängt die Verschärfung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Der damit verbundene CO2-Preis, der für den Wärmemarkt durch das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) geregelt ist, trifft natürlich alle Mieter. Das Bauministerium nun plant, die entstehenden Mehrkosten zwischen Mietern und Vermietern aufzuteilen. Das soll nach den vorhandenen Gebäudeenergieklassen geschehen. Je effizienter ein Haus ist, umso weniger Nebenkosten fallen an, umso weniger muss aufgeteilt werden.

Ebenfalls eingeführt wird, voraussichtlich noch in diesem Jahr, eine PV-Pflicht für Neubauten, die es schon in einigen Bundesländern gibt. Diese wird wohl auch auf Dachsanierungen ausgeweitet. Dem steht allerdings die aktuelle Marktlage mit Handwerker- und Materialmangel entgegen.

Mehr Nachhaltigkeit gewollt

Ebenfalls grundsätzlich neu ist die Nachhaltigkeit am Bau. Ein Vorhaben der Koalition, die vom neuen Bauministerium umgesetzt werden muss, ist das Betrachten der grauen Energie am Bau und von allen verwendeten Baumaterialien. Ein Viertel aller Energie im Baubereich wird am Bau und zur Herstellung der Baumaterialen verbraucht, drei Viertel im Betrieb. Um dieses eine Viertel soll es nun gehen. Bisher war das außen vor. Doch die seit 2021 geltende EU-Kreislaufwirtschaftsverordnung wird auch auf Baustoffe ausgedehnt, diese müssen demnach komplett recycelfähig sein und nachhaltig hergestellt werden.

Das wiederum wird es in Zukunft allen Verbundmaterialien, etwa beim Dämmen oder beim Fensterbau, schwer machen. Denn diese sind nicht so einfach recycelbar. Schwer haben werden es auch Baustoffe, die sich nicht nachhaltig gewinnen lassen. Gut hingegen haben es, die, die sich nach dem Rückbau eines Gebäudes wieder trennen und weiterverwenden lassen, darunter auch Beton.

All diese Maßnahmen werden das Bauen weiter verteuern und damit einen Zielkonflikt anheizen, den die neue Bundesregierung sich via Koalitionsvertrag quasi selbst geschaffen hat. Jedes Jahr sollen 400.000 Wohnungen entstehen, 100.000 davon sozial gefördert. Die derzeitigen Baupreise liegen im Wohnungsbau bei 2.600 Euro je Quadratmeter. Für sozialen Wohnungsbau sollten es nur 1.800 Euro sein. Hier kann nur der Staat mit umfangreichen Subventionen einspringen – entweder für Bauherren oder für Mieter. Auch das wird wohl in der Verantwortung des neuen Bauministeriums liegen.

Im nächsten Teil am 18.02.2022 der Serie geht es um die Schwerpunkte, die das neue Bauministerium setzen könnte.

Bisher erschienen im Rahmen der Themenserie folgende Beiträge:

1. Warum gibt es eine neues Bauministerium und welche Probleme muss es angehen?
2. Was wird das neue Bauministerium sofort in die Hände nehmen?

Erscheinen demnächst:
3. Welche Schwerpunkte wird das Bauministerium bei der Gebäudeenergie
4. Ändert das neue Bauministerium die Förderung hin zu mehr Nachhaltigkeit?
5. Welchen Fokus bekommt nachhaltiges Bauen und wie wird sich das preislich auswirken?
6. Wie soll der Wohnungsbau vorangetrieben werden?
7. Wie wird der Zielkonflikt zwischen hohen Baukosten und sozialem Wohnungsbau gelöst?
8. Welche Änderungen sind für Nichtwohngebäude zu erwarten?

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Ein Beitrag der Redaktion vom HaustechnikDialog.

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