Jahrelang galt es als gesetzt: Wärmepumpen sind nur etwas für gut gedämmte Einfamilienhäuser. In allen anderen sei die Heizlast zu groß. Das stimmt schon lange nicht mehr. Oder fast nicht mehr: Gut gedämmt, beziehungsweise aus energetischer Sicht sparsam, sollten die Gebäude schon sein. Im letzten Teil unserer Serie wollen wir Ihnen einige ungewöhnliche Lösungen mit Wärmepumpen als Heiztechnologie vorstellen.
Gründerzeitaltbau

Bild: BWP
In der Kyffhäuserstraße 16 in Berlin Schöneberg steht ein klassischer Berliner Altbau mit 30 Wohneinheiten und gut 2.300 m². Das Haus wird über eine Brennwert-Gaszentralheizung und eine Erd-Wärmepumpe mit Standard-Heizkörpern beheizt. Die Warmwasserbereitung erfolgt dezentral mit Durchlauferhitzern. Die Wärmepumpe übernimmt gut 50 % der Heizarbeit.
Science Tower

Bild: BWP
Auch der Science Tower in Graz wird über Erdwärmepumpen versorgt. Sie sind auch für die Kühlung des Gebäudes eingerichtet. Gebohrt wurden 12 Erdwärmesonden mit je 200 Metern Tiefe und einer Gesamtlänge von 2,4 km. Zur Energieeffizienz trägt eine besondere Verglasung bei. Die Fassade besteht aus transparenten Energiegläsern mit Grätzel-Technologie, die nach dem Vorbild der pflanzlichen Photosynthese arbeitet und Strom erzeugt. Sie soll im Schwachlichtbereich dreimal so effizient wie konventionelle Photovoltaik sein. Ein fahrbarer Sonnenschutz aus Ultraleicht-Photovoltaikmodulen umrundet den Turm in 24 Stunden einmal, liefert dabei Strom und schattet die Büroräume ab.
Komplettes Wohnquartier

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In der Münchener Postillonstraße versorgen die Stadtwerke München nahe ihrer Firmenzentrale eine eigene Werkswohnungsanlage mit Wärmepumpen. Auf knapp 8.000 m² Wohnfläche wurden insgesamt 114 Wohnungen gebaut. Der Wärmebedarf für Trinkwarmwasser und Heizung wird über zwei Wärmepumpen gedeckt, die wiederum in das Fernkältenetz Moosach eingebunden sind. Sie entziehen dem erwärmten Rücklauf des Fernkältenetzes die Energie. Die Niedertemperatur-Wärmepumpe hat eine Nennwärmeleistung von 345 kW, die Hochtemperatur-Wärmepumpe von etwa 285 kW.
Historisches und neu gebautes Hotel

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Im Neubau des Hotels Sonne-Post überträgt eine Sole-Wärmepumpe im Technikraum die Erdwärme auf den Heizkreislauf. Die Geothermie wird vorrangig im Schwimmbad, in den Saunen und für die Fußbodenheizung der Hotelzimmer in den drei Geschossen darüber genutzt. Denn 35 Grad Vorlauftemperatur sind ideal. Der Strom stammt aus Sonne und Wasserkraft sowie aus hocheffizienter KWK. Der 30 Jahre alte Bestandsbau benötigt Vorläufe von 40 bis 70 Grad. Diese werden mit einem Spitzenlastkessel und einem BHKW erreicht.
Das war der letzte Teil unserer Serie zum Thema Wärmepumpe.
Alle Teile zu unserer Serie zur Wärmepumpe finden Sie hier:
13.02.2023: Die Wärmepumpe – politisch gestützt, ökonomisch häufig sinnvoll
15.02.2023: Arten der Wärmepumpen und Marktanteile in Deutschland
17.02.2023: Aktuelle Marktlage von Wärmepumpen mit Handwerkermangel und Lieferengpässen
20.02.2023: Technische Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Einsatz von Wärmepumpen
22.02.2023: Luft-Wasser-Wärmepumpen und ihre Anwendungsbereiche
24.02.2023: Wasser-Wasser-Wärmepumpen und ihre Anwendungen
27.02.2023: Geothermische Systeme und ihre Anwendungen
01.03.2023: Wann sind Hybridsysteme mit Wärmepumpen sinnvoll
03.03.2023: Wärmepumpen in Nahwärmenetzen
06.03.2023: Förderungen für Wärmepumpen
08.03.2023: Praxisbeispiele: Einsatz von Wärmepumpen in eher ungewöhnlichen Objekten
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Ein Beitrag der Redaktion vom HaustechnikDialog.