Die Energiepreise in Deutschland scheinen seit Monaten nur einen Weg zu kennen: nach oben. Besonders die Strompreise klettern und klettern. Im Mai 2023 lag der höchste Wert bei 42,11 Cent je Kilowattstunde.
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Die Zahl der Solaranlagen in Deutschland nimmt stetig zu.
Anschließend sanken die Preise ein Stückchen, werden den Rest des Jahres voraussichtlich aber auf einem hohen Niveau bleiben. Da sich im Haus nicht plötzlich alle elektrischen Geräte abschalten lassen, suchen viele Verbraucher nach einer Möglichkeit, zu sparen. Wer einen Balkon hat, kann versuchen, darüber Energie zu gewinnen und die Stromkosten wenigstens etwas zu senken.
Welche Möglichkeiten gibt es, um auf dem Balkon Energie zu gewinnen?
Im Haushalt gibt es zahllose Möglichkeiten, um Energie zu sparen. Bereits eine gute Dämmung oder das konsequente Ausschalten von Standby-Geräten können dabei helfen, ein paar Cent mehr im Geldbeutel zu behalten. Eine weitere Sparmethode besteht darin, Energie für den Eigenbedarf zu erzeugen. Möchten Wohnungs- oder Hausbesitzer ihren Balkon für diese Art Energiegewinnung nutzen, können sie zwischen zwei Varianten wählen: der Kleinwindanlage und dem Balkonkraftwerk.
Was ist eine Kleinwindanlage und wie funktioniert sie?
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Eine Kleinwindanlage lässt sich vom Funktionsprinzip her mit den bekannten Windrädern vergleichen.
Eine kleine Windanlage funktioniert ähnlich wie ein Windrad. Trifft starker Wind auf die Blätter, drehen sich die Rotoren und treiben durch diese Drehbewegung einen Generator an. Dieser wandelt die Bewegungsenergie in elektrische Energie um. Damit dieser Vorgang auch im Kleinen gut funktioniert, braucht die Kleinwindanlage einen möglichst „windreichen“ Standort. Stehen Häuser, Bäume oder andere Hindernisse im Windkanal, kann der erhoffte Ertrag stark geschmälert werden.
Vor dem Kauf einer kleinen Windanlage kann es sinnvoll sein, sich einen Energieberater ins Haus zu holen. Dieser findet auf dem Balkon den besten Platz für das Mini-Windrad. Zudem macht es Sinn, in ein hochqualitatives Modell zu investieren. Im Vergleich zu ihren günstigen Pendants punkten sie mit einer besseren Bilanz bei der Stromerzeugung. Geräte mit einer Nennleistung von 1,5 Kilowatt können bei Windgeschwindigkeiten ab vier Metern pro Sekunde pro Jahr 1.500 Kilowattstunden Energie erzeugen.
Allerdings sollten Balkonbesitzer bedenken, dass sich die Standortsuche mit einer Kleinwindanlage meist schwierig gestaltet. Für die optimale Funktionalität brauchen die Modelle freie Flächen in der Hauptwindrichtung. Besonders in größeren Städten sieht es damit jedoch eher schlecht aus. Eine Alternative zur Energieerzeugung durch Windenergie kann daher jene durch Solarenergie sein. Das funktioniert in Form einer Mini-Solaranlage, die beim Sparen hilft.
Was sind die Vorteile eines Balkonkraftwerks?
Solarenergie wird im Bewusstsein vieler Verbraucher immer relevanter. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden bis Juni 2022 in Deutschland 2,2 Millionen Photovoltaik-Anlagen installiert. Doch was passiert, wenn auf dem Dach keine Möglichkeit besteht, die Solarplatten anzubringen? Eine sinnvolle Lösung für Besitzer eines Balkons können kleine Stecker-PV-Geräte zum Stromerzeugen sein. Diese Balkonkraftwerke funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie die klassische Solaranlage.
Die Balkonsolaranlage wird entweder auf dem Balkon aufgestellt oder direkt mit dem Geländer verbunden. Anschließend schließen die Verbraucher die Geräte per Stecker an das eigene Stromnetz an. Der durch die Sonnenenergie erzeugte Strom wird ins Netz eingespeist und kann die eigenen Energiekosten um 50 bis 200 Euro im Jahr senken.
TIPP: Bereits ein 300-Watt-Sonnenmodul kann im Jahr 200 Kilowattstunden Strom erzeugen, sofern es senkrecht an der Südseite des Hauses angebracht ist und dementsprechend möglichst viel Sonne abbekommt. Zum Vergleich: Ein kleiner, energiesparender Kühlschrank mit integriertem Gefrierfach verbraucht jährlich etwa 130 Kilowattstunden Energie.
Damit das Balkonkraftwerk seinen Zweck erfüllt, besteht es neben der Solarzelle aus einem Wechselrichter. Dieser kann den Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln und dieser wiederrum versorgt die Haushaltsgeräte mit Energie. Denn bevor Kühlschrank, Kaffeemaschine und Co. den Strom aus dem Netz beziehen, nutzen sie die lokale Energiequelle. Folglich macht es Sinn, einen hohen Stromverbrauch – beispielsweise beim Wäschewaschen – auf Stunden starker Sonneneinstrahlung zu verlegen.
Der Vorteil bei einer kleinen Balkonsolaranlage liegt in ihrem unkomplizierten Anschluss. Sie kann über den normalen Schuko-Stecker mit dem Stromnetz verbunden werden. Momentan liegt die Höchstleistung der Geräte bei 600 Watt. Allerdings soll sie in absehbarer Zeit auf 800 Watt gesteigert werden.
Was muss bei der Anschaffung eines Balkonkraftwerks beachtet werden?
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Auch im Mini-Format werden Solarmodule immer beliebter.
Es könnte so einfach sein: Balkonkraftwerk kaufen, Stecker in die Steckdose stecken und Energie sparen. Leider muss beim Betrieb der kleinen Solaranlagen jedoch einiges beachtet werden. Möchten Verbraucher eine Anlage auf dem eigenen Balkon aufbauen, melden sie das dem eigenen Netzbetreiber sowie der Bundesnetzagentur.
Für Mieter ist es ebenso wichtig, den Aufbau des Balkonkraftwerks mit dem Vermieter abzustimmen. Zwar darf das Modell nicht beanstandet werden, sofern es optisch und sicherheitstechnisch nicht negativ auffällt – doch wer will schon Streit mit dem Vermieter?
TIPP: Die Doppelmeldepflicht des Balkonkraftwerks lässt sich in den meisten Fällen online erfüllen. Dennoch ist sie oft mit zeitlichem und nervlichem Aufwand verbunden. Die Regierung arbeitet momentan an einer Lösung, um die organisatorische Seite des Mini-Solaranlagenbetriebs zu vereinfachen.
Sind Balkonsolaranlagen sinnvoll oder nicht?
Wie viel sich letztendlich mit einer Solaranlage für den Balkon einsparen lässt, hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst spielen Größe und Qualität des Balkonkraftwerks eine Rolle. Daneben muss auf die richtige Positionierung geachtet werden. Haben Verbraucher ein 600-Watt-Gerät auf Süd- Südost- oder Südwestseite, fällt darauf den Großteil des Tages ungehindert Sonnenlicht. Dadurch ist der Energieertrag höher als bei einer Anlage auf der Nordseite des Hauses.
Neben der grundlegenden Platzwahl muss auch über den Aufstellwinkel der Mini-Solaranlage nachgedacht werden. Obwohl viele Balkonbesitzer eine Ausrichtung von 90 Grad bevorzugen, empfehlen Energieexperten einen 30- bis 35-Grad-Aufstellwinkel der Module.
TIPP: Neben der Leistung entscheidet die Qualität des Balkonkraftwerks darüber, wie lange ein Modell hält. Im Schnitt beträgt die Lebensdauer der Solarmodule 25 Jahre. Der Wechselrichter muss meist jedoch bereits nach 15 Jahren ausgetauscht werden.