Das geplante Heizungsverbot des Wirtschaftsministeriums unter Robert Habeck ist stark umstritten. Was vielen nicht bewusst ist: Die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) enthält nicht nur Vorgaben zum Heizungsstausch, sondern auch zur energetischen Sanierung aller Gebäude in Deutschland. Wer mit seiner Immobilie nicht mindestens den Energieeffizienzgrad Klasse D erreicht, soll also bald zu Dämmung und Umbau von Wohnung oder Gebäude verpflichtet werden. Viele Eigenheimbesitzer fragen sich daher, ob eine Sanierung überhaupt noch rentabel für sie wäre, und denken an einen Verkauf. Doch wie erzielt sie jetzt noch einen optimalen Preis für ihre Immobilie, ohne sie energetisch zu sanieren?
1. Home Staging
In den Vereinigten Staaten schon lange praktiziert, ist diese Art der Wertsteigerung hierzulande noch eher unbekannt: Home Staging. Dabei werden vor allem leerstehende Immobilien mit dekorativen Elementen in Szene gesetzt, um die Fantasie der potenziellen Käufer anzukurbeln. Wer zum Beispiel einen hochwertigen Esstisch mit Stühlen im Wohnzimmer positioniert, gibt dem Raum gleich ein wohnlicheres Aussehen. Den Interessenten stehen dadurch bei der Besichtigung oder dem Betrachten der Fotos gleich ihre eigenen Ideen vor Augen, wie die jeweilige Immobilie fertig eingerichtet aussehen könnte. Sie sind daher sogleich emotional an das Angebot gebunden und akzeptieren unter Umständen auch einen etwas höheren Preis, als bei einer kahlen und wenig einladenden Immobilie. Dabei sind auch Teppiche, Bilder und Accessoires sehr gut geeignet, um die Räume sofort wohnlicher wirken zu lassen.
2. Renovierung
Eine weitere Möglichkeit der Wertsteigerung besteht in der Renovierung der Innenräume. Ein neuer Bodenbelag ist schnell verlegt und lässt die Wohnung gleich viel ansprechender aussehen. Auch ein neuer Anstrich hat sich schnell rentiert, weil die Kosten die erreichte Wertsteigerung in der Regel stark überwiegen. Die potenziellen Käufer reagieren nicht nur besser auf die hochwertigere Optik, sondern ziehen auch unterbewusst die Möglichkeit ein, die Immobilie im Grunde nach einem Umzug sofort beziehen zu können. Wer seiner Wohnung daher einen neuen Bodenbelag und einen neuen Anstrich spendiert, kann für die Immobilie daher ohne großen Aufwand schnell einen 5-prozentigen Aufschlag beim Kaufpreis ansetzen. Dazu gehört auch, einen eventuell vorhandenen Garten auf Vordermann zu bringen und kleine Reparaturen vorzunehmen - Fragen nach Preisnachlässen können so einfach mit Hinweis auf die frisch renovierte Wohnung pariert werden.
3. Fassade streichen
Etwas aufwändiger, dafür auch sehr vielversprechend, ist die Instandsetzung oder der Neuanstrich der Fassade. Oft haben Wind und Wetter bereits ihre Spuren auf der eigentlich intakten Außenwand hinterlassen und lassen die Immobilie älter erscheinen. Mit einer frisch gestrichenen und von Pflanzenwuchs befreiten Fassade wirkt jedes Objekt sofort hochwertiger und lässt sich damit zu einem höheren Preis an den Markt bringen. Wer der Fassade selber streichen will, kann dies tun - allerdings sollten sie dabei möglichst keine Leiter benutzen, dies ist nicht nur unpraktisch, sondern auch potenziell gefährlich. Besser ist die Verwendung eines Rohrgerüsts. Dieses kann man sich unter Umständen auch bei benachbarten Dachdeckerbetrieben ausleihen, alternativ gibt es spezielle Gerüstbau-Unternehmen.
4. Kleine Geschenke machen
Geschenke beleben das Geschäft, das gilt auch beim Immobilien-Verkauf. Allerdings sollten Sie nicht bereits im Exposé auf Extras eingehen - besser, Sie überraschen die Interessenten bei der Besichtigung mit einem kleinen Geschenk innerhalb der Wohnung. Wenn diese zum Beispiel einen hochwertigen Kühlschrank oder einen schönen Spiegelschrank im Bad vorfinden, steigt die Motivation zu einem Kauf schnell an. Nicht nur wird so auch das Home Staging unterstützt, auch ein etwas höherer Kaufpreis erscheint so schnell gerechtfertigt.
5. Ein optimales Exposé erstellen
Das Erste, was potenzielle Käufer von einer Immobilie zu Gesicht bekommen, ist das Exposé. Dieses sollte daher möglichst hochwertig sein und vor allem die Vorzüge der Immobilie offenlegen, ohne wichtige Details auszusparen. Verwenden Sie daher Zeit und Mühe auf das Anfertigen der Fotos - nichts schreckt so sehr ab wie unscharfe oder unzureichend beleuchtete Bilder. Stellen Sie dazu am besten die Kamera auf Weitwinkel. Zudem sollte es sich um einen hellen, sonnenreichen Tag handeln, um die Immobilie innen und außen richtig in Szene zu setzen.
Achten Sie zudem darauf, dass das Exposé wirklich alle wichtigen Angaben enthält: Oft vergessen werden zu Beispiel zusätzliche Nutzungsflächen wie Keller, Stellplatz oder Gemeinschaftsflächen. Doch auch eventuell vorhandene Mängel oder ein schlechter Energieeffizienz-Wert sollten offen kommuniziert werden. Es nützt nichts, wenn die Interessenten diese Tatsachen erst bei der Besichtigung herausfinden - im Zweifel haben Sie dann selbst umsonst Zeit in einen Kontakt investiert, mit dem kein Geschäft zustande kommt. Schwerwiegende Mängel wie Schimmel oder ein undichtes Dach müssen Sie übrigens sowieso angeben, sonst drohen Schadensersatzansprüche. Mit einer transparenten Aufstellung aller Mängel und Schäden bleiben Sie auf der sicheren Seite.
6. Einen Makler nutzen
Zudem meinen viele Eigentümer, auf einen Makler verzichten zu können. Zwar lassen sich in der Tat Fotos selbst anfertigen und ins Netz stellen, und auch die Wahrnehmung einiger Besichtigungstermine ist in der Regel kein Problem. Meist wird dabei jedoch übersehen, dass viele Makler über einen Pool an potenziellen Käufern verfügen. Gerade bei interessanten Objekten, die vielleicht nicht so recht auf den allgemeinen Markt passen, machen sich diese Kontakte schnell bezahlt. Zudem wissen sie oft am besten, welcher Preis aktuell noch für eine Immobilie herausgeschlagen werden kann.
Des Weiteren ist ein Makler auch näher am Markt und weiß genau, auf welche Angaben man aus Gründen der Rechtssicherheit auf keinen Fall verzichten sollte. Daher sind gerade Eigentümer von energetisch unsanierten Immobilien gut beraten, wenn sie vor einem Verkauf einen professionellen Makler einbeziehen. Nicht zuletzt ist der Verkauf von Immobilien auch der Beruf des Maklers: Er wird also in der Regel all sein Wissen und Können für Sie einsetzen, um den bestmöglichen Preis für Ihre Immobilie zu erzielen.
Fazit
Insgesamt stehen Eigentümern von energetisch noch unsanierten Immobilien also durchaus Möglichkeiten zur Verfügung, um auch im aktuell schwierigen Marktumfeld noch einen annehmbaren Kaufpreis für ihre Immobilie zu erzielen. Vom Home Staging über die Renovierung bis zum ansprechenden Exposé sind dabei viele der Maßnahmen zu verhältnismäßig geringen Kosten möglich. Wer daher diese Tipps beherzigt, kann auch bei der derzeitigen Marktlage noch einen optimalen Kaufpreis für seine Immobilie erreichen.