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News vom 24.06.2003

Es stinkt jetzt anders


Weltweit enthält Erdgas Schwefel - nur nicht in Hildesheim. Die Stadtwerke der 115.000-Einwohner Stadt in Niedersachsen speisen jetzt einen neuartigen Umwelt schonenden Zusatzstoff ins Netz, eine einzigartige Gelegenheit zu einem Probelauf an einem "alten" bestehenden Großnetz.

Erdgas riecht auf der ganzen Welt gleich: übel, vergammelt, nach faulen Eiern. Das soll so sein: Dem Gas werden zur Warnung bei Leckstellen unangenehm riechende Schwefelverbindungen zugesetzt. Die Stadtwerke Hildesheim beschreiten jetzt allerdings neue Wege. Durch ihre Leitungen strömt seit dem Frühjahr ein Gas, das völlig neu riecht: keineswegs angenehm, dabei ist es jedoch schwefelfrei und umweltfreundlich.

Odorierung, nennt der Fachmann die Beigabe von Duftstoffen. Bislang waren dazu schwefelhaltige Verbindungen nötig z.B. Tetrahydrothiophen, kurz: THT. Die Geruchsstoffe haben einen unerwünschten Nebeneffekt. Jährlich gelangen bundesweit 5.000 Tonnen Schwefeldioxid bei der Verbrennung des Gases in die Atmosphäre, so Wolfgang Staudinger, Stadtwerke-Vorstand und Technischer Geschäftsführer der Evi (Energieversorgung Hildesheim).

Doch damit ist jetzt Schluss. Jetzt strömt kein Milligramm THT mehr durch das 378 Kilometer lange Rohrnetz der Stadtwerke, seit die alten Kanister in der Gasübernahmestation abgekoppelt sind. Stattdessen wird erstmals der neue, schwefelfreie Geruchsstoff "Gasodor S-free" an die Leitungen gekoppelt.

"Damit ist Hildesheim die erste Stadt der Welt, in der dieses Odoriermittel komplett ins Netz eingespeist wird", sagt Staudinger. "Odorierpapst" werde er auch genannt, sagt Staudinger und schmunzelt. Der Hildesheimer ist der Obmann der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches für das neue Odoriermittel. Die Haarmann & Reimer-Gruppe aus Holzminden - einer der weltweit größten Hersteller von Duft- und Geschmacksstoffen - hat "S-free" entwickelt. Staudinger ist sich sicher: Von Hildesheim aus wird der neue Geruchsstoff um die Welt gehen. Denn bislang fehle nach ersten Feldversuchen der Probelauf in einem alten, großen Netz.

Und wie riecht es nun, das neue Gas? Schwierige Frage. Staudinger überlegt kurz. "Auf jeden Fall soll es nicht nach Veilchen duften", scherzt er. "Es soll so riechen, dass der müdeste Familienvater beim spannendsten Krimi aufspringt und sagt: "Hier riecht es doch nach Gas!"

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tepee schrieb: Es gibt ja einige wenige Fälle, bei denen der RGK nicht ganz...
ddjst schrieb: Die Bundesregierung beabsichtigt die Förderung von kleinen PV...
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