
Bei der Montage von Trinkwasserinstallationen und der Rohrführung hat ein Sanitärinstallateur meist mehrere Möglichkeiten, insbesondere, wenn beispielsweise bei einem Bauprojekt mehrere nebeneinander befindliche Wasseranschlussstellen vorgesehen sind. Der Fachmann kann die Versorgungsstellen entweder einzeln, per Doppelanschluss, T-Stücken oder als Ringleitung anschließen.

Kunststoff- und Mehrschichtverbundrohre eignen sich für alle Anschlussarten. Wenn nicht die Bausituation oder die Planervorgabe für die eine oder andere Variante spricht, kann der Installateur entscheiden, welche Montageart er bevorzugt. Wissen muss er im Vorfeld u.a. die Anzahl der Versorgungsstellen, den Berechnungsdurchfluss der Armaturen, die Entfernung vom Verteiler, die Verwendung von Kalt- oder Kalt- und Warmwasser, soll unter Putz, im Schlitz oder in der Vorwand installiert werden, wie viele Verbindungsstellen sind bei der einen oder anderen Montageart erforderlich etc. Welche Rohrdimensionen eingesetzt werden können, ergibt sich aus der Rohrnetzberechnung. Im Einzelfall, z.B. wenn es bei Ausschreibungen darauf ankommt, ein günstiges Angebot abzugeben, lohnt es sich, die verschiedenen Möglichkeiten und Dimensionen durchzukalkulieren.
Einzelanschlüsse Befindet sich der Wohnungs- oder Etagenverteiler z.B. nahe einem Badezimmer mit Kalt- und Warmwasseranschlüssen, werden die Versorgungsstellen im Bad oft entweder einzeln oder als Ringleitung mit dem Verteiler verbunden. Einzelanbindungen benötigen zwar etwas mehr Rohrmaterial, sparen dafür aber Fittings. Insbesondere flexible und formstabile Kunststoffrohre lassen sich als Einzelanschlüsse sehr schnell verlegen und anschließen. Kunststoffrohre übertragen zudem keine Fließgeräusche, vorausgesetzt natürlich, sie sind vorschriftsmäßig installiert. Außerdem können Einzelanschlüsse kreuzungsfrei in Schlitzen wie auch in Vorwandinstallationen verlegt werden.
Ringleitungen
Ringleitungen sind vor allem dort sinnvoll, wo mehrere Versorgungsstellen (z.B. Duschen, Waschbecken, etc.) neben einander eingerichtet werden. Da bei Ringleitungen eine kreuzungsfreie Verlegung nicht möglich ist, wird eine Ringleitung in der Regel vor der Wand – z.B. in einer Vorwandkonstruktion - installiert. Die einzelnen Versorgungsstellen sind bei Ringleitungen hintereinander geschaltet, d.h. vom Verteiler wird eine Leitung zum nächstliegenden Objekt geführt und von dort mittels T-Stück oder Doppelanschluss zum nächsten Objekt weitergeschleift. Dieses Prinzip wird bis zum letzten Objekt verfolgt. Von der letzten Entnahmestelle führen die Leitungen zurück zum Verteiler. Somit entsteht eine Ringversorgung, die Stagnationswasser vermeidet. Wird bei einer Ringleitung auch nur ein Entnahmeventil geöffnet, kommt das Wasser der gesamten Ringleitung in Bewegung. Dadurch findet in allen Teilleitungen ein Wasseraustausch statt. Da jeder Objektanschluss quasi zwei Versorgungsleitungen hat, reduziert sich der Druckverlust in der Leitung, der Fließdruck wird erhalten. Diese Variante hat zwei wesentliche Vorteile: Die verwendete Rohrdimension kann oft etwas kleiner gewählt werden als bei der T-Installation - was den Auftraggeber Kosten spart. Eine geringere Rohrdimension führt zudem zu einem schnellen Wasseraustausch und bietet damit hygienische Vorteile.
T-Installationen
Viele Verarbeiter verlegen Kunststoffrohre gerne als T-Installation. Dies ist bei allen Kunststoffrohr- und Mehrschichtverbundrohrsystemen leicht möglich und dank schneller Verbindungstechniken auch rasch durchgeführt. Für Installationen mit Kunststoff- und Mehrschichtverbundrohren stehen sowohl für Einzel- und Ringanschlüsse wie auch für die T-Installationen ein umfangreiches Fittingsortiment zur Verfügung, wie z.B. T-Stücke, Dosen, Doppel- oder Mehrfachanschlüsse, Kreuzungsfittings, etc. Bei T-Installationen wird meist weniger Rohrmaterial benötigt, dafür jedoch mehr Verbindungsstücke.