In der August-Ausgabe der Zeitschrift "test" hat die Stiftung Warentest zehn Gas-Brennwertkessel im Leistungsbereich bis 24 kW mit witterungsgeführter Regelung und Warmwasserspeicher getestet. Im Ergebnis wurde achtmal das Qualitätsurteil "gut" vergeben, zwei Geräte erhielten das Urteil "befriedigend". Im letzten vergleichbaren Test der Stiftung Warentest vom November 2000 war bei 13 getesteten Wandgeräten (darunter vier baugleiche Geräte) und einem Standgerät noch drei mal die Note "sehr gut" vergeben worden. Die Nachfolgemodelle und Weiterentwicklungen der drei im letzten Test noch "sehr gut" eingestuften Geräte von Brötje, Buderus und Viessmann landeten wieder in der Spitzengruppe, mussten sich alledings mit "gut" begnügen.
Die Testergebnisse der Stiftung Warentest sind vor allem für Endverbraucher wichtige Orientierungshilfe bei der Anschaffung. Der Fachmann und natürlich auch der interessierte "Laie" weiß die gewichteten Einzeltests oft anders zu werten, als es das Qualitätsurteil von Stiftung Warentest ausdrückt.
So wird beim Buderus Logamax GB 142-24 das Abnehmen der Verkleidung als "sich als schwierig gestaltend" beschrieben, "weil sie jedes mal an den scharfen Ecken des Pumpengehäuses hängen bleibt". Dies führt lediglich zu einem "befriedigend" im mit immerhin 15% gewichteten Teilbereich "Verarbeitung" des Gesamturteils und hat somit wohl den Testsieg (Gesamtnote 1,8 -"gut") verhindert.
So ärgerlich ein solches hängen bleiben auch ist: Die Tatsache, dass die Verkleidung üblicherweise nur einmal jährlich durch einen geschulten Monteur, der "seine Pappenheimer kennt", abgenommen werden muss, blieb hier unbeachtet. Ähnliches führte bei den Geräten von Atag und Remeha zum "befriedigend" in der Handhabung.
Es lässt sich festhalten, dass alle Geräte bis auf De Dietrich, welches mit der Note 1,6 am obersten Bereich des "gut" rangiert, mit einer "sehr guten" Energieausnutzung (30% des Gesamturteils) im Heizungs- und Warmwasserbetrieb aufwarten können. Hierbei fallen MAN Micromat und Buderus Logamax plus noch positiv auf. Die Tester haben richtigerweise von vornherein auf eine Wertung des Normnutzungsgrades" verzichtet. Die Unterschiede dieses Laborwertes unter idealisierten Bedingungen sind äußerst gering und (fast) ohne Praxisbelang.
Im Bereich "Umwelt" (20% des Gesamturteils) erhielten alle Geräte lediglich die Note "befriedigend". Bei den Abgaswerten wurden durch die Bank noch "gute" bis "sehr gute" Ergebnisse erzielt, zur Abwertung führte der "hohe" Stromverbrauch im Betrieb, lediglich Brötje und Buderus blieben unter den Anforderungen des Umweltzeichens "Blauer Engel" (Leistungsaufnahme kleiner 80 Watt). Der negative "Ausreißer" war hier De Dietrich mit einer Leistungsaufnahme von 113 Watt.
Nach Anhang 2, Absatz 2 der Vergabegrundlage RAL-UZ 61 für den "Blauen Engel" ist die elektrische Leistungsaufnahme allerdings ohne Umwälzpumpe zu ermitteln, sodass korrekterweise der Stromverbrauch der eingebauten Umwälzpumpen abzuziehen wäre und auch weitere Geräte unter der "Engel-Grenze" einzustufen sind (z.B. Remeha).
Im "Standby-Betrieb" blieben alle Geräte unter den Anforderungen des "Blauen Engel" (15 Watt).
(Für alle, die es immer schon mal ganz genau wissen wollten: Die "Grundlagen für Umweltzeichenvergabe emissionsarme und energiesparende Gasbrennwertgeräte" - RAL-UZ 61 "Blauer Engel" steht
hier als PDF zum Lesen und Download.)
Im Bereich "Handhabung", der mit 35% Gewichtung am stärksten in das Gesamturteil eingeht, wurden die Bedienungsanleitung, die Bedienung und Service und Wartung von "vier Fachleuten" geprüft. Hier wurde drei mal lediglich das Urteil "befriedigend" (MAN, Atag und Remeha) vergeben, ansonsten gab es "gut" und "sehr gut".
Als positives Fazit bleibt festzuhalten, das es insgesamt keine "Ausreißer" gibt, weder nach oben noch nach unten. Im Gesamturteil der Stiftung Warentest unterscheiden sich die getesteten Geräte noch nicht einmal um eine volle Note, der Bereich des test-Qualitätsurteils geht von 1,7 bis 2,6. Die beiden "befriedigenden" Geräte sind also nur knapp am "guten" Ergebnis vorbeigeschrammt.
Bei einer anderen Gewichtung der Einzeltests wären die Ergebnisse unter Umständen noch dichter zusammen gerückt, und es wäre möglicherweise hier und da auch ein "sehr gut" im Gesamturteil herausgekommen.
Zu kritisieren ist das Fehlen eines Langzeittests.
Den vollständigen Testbericht finden Sie in der Ausgabe 8/2003 der Zeitschrift "test".
Er ist auch (kostenpflichtig) im Internet abrufbar.
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