In Berlin wird heute Abend wieder über die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) beraten – ein Thema, das seit Monaten für Unsicherheit sorgt. Während die Politik um einen Kompromiss ringt, zeigt sich im Markt ein anderes Bild: Viele Hausbesitzer haben den Heizungswechsel längst begonnen. Besonders Wärmepumpen sind 2025 so gefragt wie nie zuvor.
GEG-Novelle 2025: Zwischen politischem Beschluss und realem Heizungswandel
Die Bundesregierung ringt um die GEG-Novelle 2025 – während viele Hausbesitzer längst handeln. Neue Daten zeigen: Der Heizungstausch ist in vollem Gange, insbesondere bei Wärmepumpen. Doch Unsicherheit bei Förderung und kommunaler Wärmeplanung bremst Haushalte und Kommunen. Was jetzt entschieden werden muss – und warum der Markt der Politik inzwischen voraus ist.
Aktuelle Zahlen des „Monitorings Energiewende im Eigenheim“ der Initiative Klimaneutrales Deutschland (IKND) bestätigen diesen Trend. Rund 25 Prozent der Eigentümer nutzen bereits eine klimafreundliche Heizung, weitere 40 Prozent planen den Umstieg innerhalb der nächsten fünf Jahre. Besonders häufig genannt werden Wärmepumpen (23 Prozent), Solarthermie (15 Prozent) und Pelletheizungen (6 Prozent).
Carolin Friedemann, Geschäftsführerin der IKND, beschreibt die Lage deutlich:
„Während die Fachwelt auf die GEG-Novelle wartet, ist die Wärmepumpe in Deutschlands Eigenheimen längst eingezogen.“
Tatsächlich wurde 2025 erstmals mehr Wärmepumpentechnik verkauft als neue Gasheizungen. Auch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zeigt hohe Nachfrage: In den ersten neun Monaten 2025 wurden fast 3 Milliarden Euro an Förderzusagen vergeben – besonders häufig in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.
Warum die GEG-Novelle so wichtig ist: Unsicherheit bei Förderung & Planung
Die Novelle entscheidet maßgeblich darüber, wie Eigentümer, Kommunen und die SHK-Branche die Wärmewende in den kommenden Jahren umsetzen können. Insbesondere die Verzahnung zwischen gesetzlichen Vorgaben, BEG-Förderlandschaft und kommunaler Wärmeplanung wird als entscheidend angesehen.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fordert daher einen klaren, verlässlichen Rahmen. Investitionen in Heizsysteme wirken über Jahrzehnte, kurzfristige Richtungswechsel sorgen für Verunsicherung.
In seiner aktuellen Stellungnahme betont der BDEW drei zentrale Punkte:
- Ein verlässlicher Fahrplan für klimafreundliche Wärmeversorgung
- Ein GEG-Update „aus einem Guss“ – also technisch und förderpolitisch abgestimmt
- Politischen Konsens für Planungssicherheit in Haushalten, Kommunen und Unternehmen
Datenlage 2025: Wärmepumpen führen – viele Gasheizungen erreichen das Lebensende
Die Allensbach-Erhebung zeigt: Der häufigste Anlass für einen Heizungstausch bleibt ein Defekt des alten Geräts. Genau das ist für Millionen Haushalte relevant, denn viele Gasheizungen aus den frühen 1990er Jahren erreichen jetzt ihre technische Lebenszeit.
Hinzu kommt die starke Nachfrage nach Förderung. Rund 75 Prozent aller Förderzusagen fließen in fünf Bundesländer, obwohl dort nur zwei Drittel der Haushalte leben – ein Hinweis auf regionale Unterschiede bei Modernisierungsdynamik und finanzieller Bereitschaft.
Kommunale Wärmeplanung: Zentrale Säule der Wärmewende
Parallel zur Gesetzgebung läuft die kommunale Wärmeplanung. Ihre Fristen sind klar definiert:
- 30. Juni 2026 für Großstädte
- 30. Juni 2028 für kleinere Kommunen
Erst wenn diese Pläne vorliegen, können viele Eigentümer sicher entscheiden, ob sie künftig auf Wärmepumpe, Fernwärme oder hybride Systeme setzen. Für die SHK-Branche bedeutet das: Planungssicherheit erst dann, wenn die Rahmenbedingungen kommunal wie bundesweit feststehen.
Was die GEG-Novelle für Eigentümer bedeutet
Die zentrale Frage vieler Haushalte bleibt: Was muss ich in den nächsten Jahren tun?
Die wichtigsten Punkte:
- Die 65-%-Erneuerbare-Energien-Regel für neue Heizungen gilt bereits.
- Fossile Heizsysteme werden Schritt für Schritt weiter eingeschränkt.
- Die Bundesregierung prüft, ob künftig CO₂-Preise stärker steuern sollen.
- Förderungen bleiben bestehen, könnten aber neu strukturiert werden.
Klar ist: Der politische Rahmen entscheidet, wie schnell und planbar der Heizungswechsel voranschreiten kann.
Fazit: Die Wärmewende läuft – aber sie braucht Stabilität
Die aktuellen Zahlen aus Markt und Förderung zeigen, dass die Wärmewende längst begonnen hat. Viele Eigentümer handeln bereits – unabhängig vom politischen Streit um die GEG-Novelle 2025. Um diesen Trend nicht auszubremsen, braucht es nun verlässliche Rahmenbedingungen, transparente Förderung und konsistente Vorgaben für die kommunale Wärmeplanung.
Ob das gelingt, entscheiden die Beratungen im Koalitionsausschuss. Die Nachfrage und Bereitschaft in den Haushalten ist jedenfalls da – die Politik muss jetzt nachziehen.
Weiterführende Quellen & offizielle Dokumente zur GEG-Novelle