
Edgar Oehler übernimmt Mehrheit an Arbonia-Forster. Der ostschweizer Industrielle und langjährige Nationalrat Edgar Oehler (61) übernimmt die Mehrheit

bei der Arbonia-Forster-Holding (u.A. "Arbonia", "Kermi", "Prolux"). Wie gestern mitgeteilt wurde, kauft er 2,33 Millionen Namenaktien oder 59,5 Prozent der Stimmen von der

Erbengemeinschaft des Arbonia-Gründers Jakob Züllig.
Die Aktien übernimmt Oehler im ausdrücklichen Einvernehmen mit der Erbengemeinschaft. Sie entsprechen 27,2 Prozent des Kapitals. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Wegen der entsprechenden Klauseln in den Statuten bestand keine Angebotspflicht an die Publikumsaktionäre (opting-out), wurde weiter mitgeteilt. Oehler soll bei einer außerordentlichen Generalversammlung am 13. Oktober in den Verwaltungsrat gewählt werden.
Seit 1998 ist Oehler alleiniger Eigentümer der Surface Technology International Holding AG, zu der die Hartchrom AG, Steinach SG und weitere elf Tochtergesellschaften gehören. Weiterhin ist er Präsident der Vereinigung der Schweizerischen Zigarettenindustrie (CISC).
1985 bis 1990 war Oehler bereits Generaldirektor der Arbonia-Forster. Arbonia ist mit rund 3365 Beschäftigten in den Bereichen Sanitär- und Heiztechnik sowie Stahlsysteme tätig. Oehler war bereits der größte Minderheitsaktionär der Arbonia-Forster-Gruppe (AFG).
Nach der Bekanntgabe stiegen die AFG-Aktien um knapp fünf Prozent auf 93,90 sfr. Die AFG hatte im ersten Halbjahr deutlich unter der schlechten Konjunktur in Deutschland und der Schweiz und insbesondere unter der Misere der Bauwirtschaft gelitten. 52 Pozent ihres Umsatzes erwirtschaftet AFG in Deutschland und 24 Prozent in der Schweiz. Weiter werden die hohen Stahlpreise für den Gewinneinbruch von 5,4 auf 2,2 Millionen Franken verantwortlich gemacht. Zur Zeit wird die Fabrikation von Röhrenradiatoren von Deutschland und der Schweiz in die Tschechische Republik verlagert.
Der Nettoerlös des Herstellers von Heizkörpern, Kühlschränken und Stahlsystemen reduzierte sich im ersten Halbjahr um 3 Prozent auf 319,4 Millionen Franken. Beide Divisionen – Heiztechnik/Sanitär und Stahlsysteme verbuchten rückläufige Nettoerlöse und Betriebsgewinne (Ebit), wie Arbonia Forster ebenfalls am gestrigen Dienstag bekannt gab.