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News vom 04.06.2026

Neu auf der BAFA-Liste:

Was die CHOFU R290-Serie für die SHK-Praxis bedeutet

Im Frühjahr 2026 ist mit CHOFU eine japanische Wärmepumpenmarke neu auf der BAFA-Förderliste aufgetaucht — ein Hersteller, der in Österreich seit 2016 verkauft und europaweit rund 5.000 Anlagen im Feld hat. Was die R290-Serie technisch leistet, wie sich Spec-Werte, Hydraulik und Servicestruktur einordnen lassen.

Bilder: Westech Solar e.U.
Bilder: Westech Solar e.U.

Newcomer auf der BAFA-Liste — und kein ganz neuer

Im Frühjahr 2026 ist eine Marke neu auf der BAFA-Förderliste für Wärmepumpen aufgetaucht, die in deutschen SHK-Kreisen bislang kaum verbreitet ist:

CHOFU. Wer den Namen googelt, landet zuerst beim Stadtteil Chōfu südwestlich von Tokio. Gemeint ist aber Chofu Seisakusho Co. Ltd. aus Shimonoseki in der Präfektur Yamaguchi — ein japanischer Hersteller, der seit den 1970er Jahren Heizgeräte baut und sein Wärmepumpen-Programm über mehrere Jahrzehnte entwickelt hat. In Österreich verkauft Westech Solar die Geräte seit 2016. Aktuell laufen rund 5.000 Anlagen über das österreichische Partnernetz. Für Deutschland ist die BAFA-Listung der formelle Startschuss, den Markt jetzt aufzubauen.

Damit kommt mit Chofu kein klassischer Markt-Newcomer ohne Praxis, sondern ein etablierter asiatischer Hersteller mit einem Jahrzehnt EU-Erfahrung — bislang nur in einem kleineren Markt. Für SHK-Betriebe heißt das, dass sich ein zweiter Blick lohnt, bevor das R290-Portfolio über die üblichen vier oder fünf Marken abgehakt wird.

Warum R290: F-Gase, BAFA, Monoblock-Vorteile

Der Markteintritt fällt nicht zufällig auf 2026. Mit der EU-Verordnung 2024/573 (F-Gase) sind die Quotenkürzungen für synthetische Kältemittel mit GWP über 150 fix terminiert — R32, R410A und Verwandte werden mittelfristig knapper und teurer. Die BAFA-Anforderungen ab 2025 verlangen Anschlussfähigkeit ans Smart-Meter-Gateway, wobei SG Ready oder VHP Ready als Nachweis reicht. R290 (Propan, GWP 3) erfüllt beide Anforderungen strukturell.

Chofu hat die R290-Reihe genau für dieses Marktfenster ausgelegt — als Monoblock, mit kompletter Kältekreis-Einbindung im Außengerät. Für die Installation heißt das: keine Kältemittelleitungen ins Gebäude, kein Kälteschein-Personal nötig, hydraulischer Anschluss als Standard. Bei den anderen R290-Anbietern im Markt funktioniert das technisch ähnlich; die Monoblock-Bauweise ist bei R290 wegen der Brennbarkeitsfrage faktisch Standard geworden.

Spec-Realität der Chofu R290-Reihe

Die Reihe deckt aktuell vier Leistungsklassen ab. Konkrete Datenblatt-Werte (Quelle: Premium Capacity Table 17.12.2025 und ErP-Werte nach EN 14825):

  • AEYC-0449ZU-CH1 (4 kW, 230 V): rated COP A7/W35 = 4,60 · SCOP W35 = 4,5 · SCOP W55 = 3,3 · ηs W35 = 176 % (A+++)
  • AEYC-0649ZU-CH1 (6 kW, 230 V): rated COP A7/W35 = 4,88 · SCOP W35 = 4,5 · SCOP W55 = 3,4 · ηs W35 = 175 % (A+++)
  • AEYC-1049ZU-CH1 (10 kW, 230 V): rated COP A7/W35 = 4,95 · SCOP W35 = 4,7 · SCOP W55 = 3,6 · ηs W35 = 184 % (A+++)
  • AEYC-1050ZU3-CH1 (10 kW, 400 V dreiphasig): rated COP A7/W35 = 4,72 · SCOP W35 = 4,6 · SCOP W55 = 3,5 · ηs W35 = 179 % (A+++)

Wichtig für die Spec-Diskussion: Das sind die rated-COP-Werte nach EN 14511 — also der Standard-Betriebspunkt, nicht die Boost-Werte aus der Maximum-Capacity-Tabelle. Wer den COP A7/W35 = 4,18 aus der Max-Tabelle sieht, hat die falsche Spalte erwischt. Für die Marketing- und Auslegungs-Praxis zählt der rated-Wert.

Der Betriebsbereich reicht bei allen Modellen von -25 °C bis +45 °C Außentemperatur, mit Vorlauftemperaturen bis 75 °C. Damit ist die Reihe auch für Bestandsbau-Sanierungen mit Heizkörpern und höheren Vorlauftemperaturen geeignet — nicht nur für FBH-Neubau. Die Gehäusehöhe variiert dabei deutlich: das 4-kW-Modell mit 886 mm, die 6- und 10-kW-Modelle mit 1.418 mm — bei einheitlich 1.000 mm Breite und 330 mm Tiefe. Die kompakte Tiefe macht die Geräte auch für engere Aufstellsituationen brauchbar.

EHPA-zertifiziert (AT-HP-01236), SG-Ready-fähig, Modbus dokumentiert. Aktuell verfügbar in der Premium-Variante in Anthrazit.

Hydraulische Einbindung in der Praxis

Hier scheitern Anlagen in der Praxis öfter als an der Wärmepumpe selbst. Chofu fordert wie die meisten aktuellen R290-Monoblocks im 10-kW-Segment einen Reihenpufferspeicher zwischen Wärmepumpe und Heizkreis — keinen klassischen Parallelpuffer. Hydraulische Weichen sind in Kombination mit modernen Invertern oft ineffizient, weil das Gerät versucht, auf die Sekundärseite hinauszuregeln und dabei taktet. Das hydraulische Schema im Hersteller-Handbuch ist verbindlich, nicht Verhandlungssache.

Typischer Volumenstrom bei A7/W35 für die 10-kW-Modelle: rund 28,7 l/min nach Datenblatt. Falls die Heizkreise — insbesondere FBH-Auslegungen aus den 90ern — diesen Wert nicht hergeben, ist hydraulische Optimierung vor der WP-Installation Pflicht. Der Bivalenzpunkt liegt nach Datenblatt bei -7 °C, der elektrische Zuheizer (Psup 2,1-2,2 kW je nach Modell) übernimmt darunter.

Für den SHK-Praktiker interessant: Chofu dokumentiert die Pdh-/COPd-Teillastwerte bei Tj-7, Tj+2, Tj+7 und Tj+12 vollständig in der Product Fiche — das sind die Werte, auf denen die SCOP-Berechnung nach EN 14825 aufsetzt. Bei manchen Anbietern fehlt diese Tabelle, was im Auslegungsgespräch dann zu nicht-verifizierbaren SCOP-Werten führt. Bei Chofu kann der Planer die SCOP-Berechnung nachvollziehen.

Schallleistung und Aufstellort

Mit der zunehmenden Verdichtung in Wohngebieten ist Schall zur Auslegungsfrage geworden. Die Chofu-Geräte im 10-kW-Segment weisen folgende Werte aus (Sound Power Measurement vom 18.12.2025):

  • Schallleistungspegel LWA bei A7/W55, rated: 54 dB(A)
  • Schalldruck LP in 1 m Distanz, A7/W35, Nachtmodus: 47 dB(A)
  • Schalldruck LP in 3 m Distanz, A7/W35, Nachtmodus: 38 dB(A)
  • Schalldruck LP in 5 m Distanz, A7/W35, Nachtmodus: 34 dB(A)

Faustregel für die Aufstellplanung: Bei einem Schallleistungspegel von 54 dB(A) und 1 m Fassadenabstand liegt der Schalldruck am Nachbargrundstück (4-5 m Distanz) typisch zwischen 34 und 40 dB(A). Reflexionen an der Hauswand können das um 3-6 dB anheben. Für die TA-Lärm-Grenzwerte in allgemeinen Wohngebieten (50 dB(A) tags, 35 dB(A) nachts) sind das Werte, die mit den meisten Aufstellsituationen vereinbar sind — solange ein vernünftiger Abstand zur Grundstücksgrenze eingehalten wird.

Das 10-kW-Modell läuft als Twin-Fan-Bauart, die 4-kW-Variante als Single-Fan mit entsprechend kleineren Schallwerten. Eine vollständige Schallschutz-Berechnung vor der Installation bleibt trotzdem Pflicht, gerade in dichter bebauten Gebieten.

Modbus, SG-Ready, Smart-Meter-Anbindung

Was 2024 noch optional war, ist 2026 Standard. Alle Chofu-R290-Modelle sind SG-Ready-fähig (Datenblatt-Stand 12/2025) — das deckt die BAFA-Anforderung an die Anschlussfähigkeit ans Smart-Meter-Gateway ab.

Darüber hinaus dokumentiert Chofu die Modbus-Schnittstelle vollständig. Wer mit PV-Überschuss-Steuerung arbeiten oder die Heizungsanlage in eine Gebäudeleittechnik einbinden will, findet ein offizielles Register-Mapping — kein Community-Reverse-Engineering wie bei manchen anderen asiatischen Anbietern. Die Steuerung läuft über die CMR-4100M-Bedieneinheit mit Touchscreen und WLAN-Anbindung; optional ist eine separate Steuerung für eine zweite Heizzone.

Für die Installations-Praxis heißt das: BAFA-konformer Anschluss ohne Zusatzaufwand, BMS-Integration über dokumentierte Modbus-Register, Steuerung mit WLAN-Anbindung für Fernzugriff und Updates.

Der Hersteller: Industrie statt Start-up

Chofu Seisakusho ist im Westen wenig bekannt, in Japan aber kein No-Name. Das Unternehmen baut seit den 1970er Jahren Heizgeräte. Die Produktion läuft in Japan, die Engineering-Philosophie unterscheidet sich erkennbar von chinesischen Newcomern: konservative Leistungskurven, eher schwere Geräte (117 kg netto bei den 10-kW-Modellen), aufwendige Gehäuse, vollständig dokumentierte Datenblätter inklusive Maximum-Capacity- und Pdh/COPd-Tabellen.

Die europäische Distribution läuft seit 2016 über Westech Solar mit Sitz in Niederösterreich. Was als kleinerer Importweg begann, ist inzwischen zum europäischen Distributionszentrum für Chofu ausgebaut worden. Rund 5.000 Geräte sind über das europäische Partnernetz aktuell in Betrieb — ein Track Record, der über zwei volle Heizperioden hinausgeht und damit belastbare Erfahrungswerte liefert. Für 2026 ist ein erster größerer Messeauftritt im deutschen Markt in Vorbereitung.

Was Chofu für SHK-Betriebe konkret liefert

Statt der üblichen „drei Risiko-Fragen bei einer noch im Aufbau befindlichen Marke" konkret das, was die Marke im DE-Markt heute liefert:

  • Servicestruktur und direkter Distributor-Kontakt: Westech Solar fungiert als europäischer Distributor mit zehn Jahren operativer Praxis. Das Service-Modell aus Österreich (Direktkontakt, schnelle Reaktion, technische Unterstützung) wird gerade auf den deutschen Markt gespiegelt — Servicepartner werden aktuell aufgebaut, Gebietsschutz und Konditionen sind im Aufbau verhandelbar.
  • Ersatzteilverfügbarkeit: Zentrales europäisches Lager über Westech Solar, etabliert seit 2016. Liefer- und Reaktionszeiten orientieren sich am österreichischen Markt, der seit Jahren skaliert läuft. Im Aufbau ist auch ein deutsches Service-Netz, das die Servicepartner regional unterstützt.
  • Datenblatt-Vollständigkeit: Für die Auslegungs-Beratung sind die vollständigen Datenblätter inklusive Maximum-Capacity-Tabelle, Pdh/COPd-Teillastwerten, Schallmessergebnissen und Modbus-Parameterliste verfügbar. Das ist keine Selbstverständlichkeit — bei vielen Newcomern fehlen genau diese Detail-Tabellen, was bei der Anlagenplanung zu nicht-verifizierbaren Annahmen führt.

Für SHK-Betriebe, die im R290-Segment ein zweites oder drittes Standbein neben den Großkonzernen aufbauen wollen, ist das im Vergleich zu manchen alternativen Marktteilnehmern eine deutlich kürzere Risiko-Kette.

Ausblick

Ob Chofu in Deutschland zur ernstzunehmenden Größe wird, entscheidet sich an zwei Stellen: am Aufbau des Servicepartnernetzes und an der Reputation der ersten Anlagen. Was technisch und regulatorisch dafür spricht, ist klar: ein modernes R290-Programm mit rated-COP-Werten zwischen 4,60 und 4,95 bei A7/W35, BAFA-Listung, EHPA-Zertifikat, vollständige Datenblatt-Dokumentation, etablierter Hersteller mit Jahrzehnten Erfahrung, zehn Jahre EU-Praxis über den österreichischen Markt.

Was im DE-Markt jetzt aufgebaut wird, ist die Servicepartner-Pipeline. Für SHK-Betriebe, die früh dabei sein wollen — mit Gebietsschutz, verhandelbaren Konditionen und direktem Kontakt zum europäischen Distributor — ist der Zeitpunkt aktuell günstig. Konkrete Informationen zur Aufnahme als Chofu-Servicepartner gibt es beim europäischen Distributor , Kontakt unter japan-waermepumpe.de

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