An der Peretshofener Straße im Münchner Stadtteil Solln entsteht ein Mehrfamilienhaus, das den hohen Anforderungen an energieeffizientes Bauen im Geschosswohnungsbau gerecht wird. Mit dem Standard EH 40 QNG Plus erreicht der Neubau ein ambitioniertes Effizienzniveau, das im aktuellen Marktumfeld zu den anspruchsvollsten zählt. Verantwortlich für die Realisierung ist die Stauch Wohnbau GmbH.
Steigende Vorgaben aus dem Gebäudeenergiegesetz, neue Förderlogiken des KfW-Programms Klimafreundlicher Neubau sowie die Anforderungen des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude verändern die Rahmenbedingungen für Bauträger im Wohnungsbau zunehmend. Welche Bedingungen daraus konkret entstehen und wie sie sich baulich umsetzen lassen, zeigt das Projekt in der Peretshofener Straße 5.

Die kompakte Bauweise an der Peretshofener Straße 5 verbindet hochwertige Fassadenmaterialien mit privaten Außenflächen für jede Wohneinheit. Bild: Stauch Wohnbau GmbH
Was den Neubau in Solln vor neue Aufgaben stellt
Bauträger im Wohnungsbau bewegen sich heute in einem eng gesteckten regulatorischen Rahmen. Das Gebäudeenergiegesetz definiert den verbindlichen Mindeststandard für Primärenergiebedarf und Wärmedämmung, ergänzt um Nachweise zu Materialwahl, Lebenszykluskosten und Schadstoffarmut für höhere Qualitätsstufen. Der Standard Effizienzhaus 40 mit der Erweiterung QNG Plus verlangt einen Primärenergiebedarf von maximal 40 % des Referenzgebäudes, gekoppelt an verbindliche Nachhaltigkeitskriterien über den gesamten Gebäudelebenszyklus.
Im urbanen Mehrfamilienhausbau bringt die Umsetzung dieses Standards zusätzliche Herausforderungen mit sich. Begrenzte Dachflächen für Photovoltaik, eingeschränkte Möglichkeiten bei Erdwärmequellen und die Rücksichtsnahme auf die bestehende Nachbarbebauung verlangen ein abgestimmtes Zusammenspiel aus Bauphysik, Anlagentechnik und Materialwahl. Der Neubau in der Peretshofener Straße in München-Solln verdeutlicht, wie diese Faktoren in einem konkreten Projekt zusammengeführt werden.
Hochwertige Gebäudehülle für die Peretshofener Straße 5
Das Mehrfamilienhaus an der Peretshofener Straße 5 umfasst 14 Eigentumswohnungen mit Wohnflächen zwischen 68 und 194 Quadratmetern. Das Gebäude liegt eingebettet in einer wenig befahrenen Sackgasse, in deren Verlauf sich Bestandsgebäude wie die Peretshofener Straße 3 und 7 befinden. Die städtebauliche Einbettung war für die Planung ein wesentlicher Ausgangspunkt, da Maßstab und Höhenentwicklung des Neubaus auf das vorhandene Umfeld abgestimmt werden mussten.
Im Zentrum des energetischen Konzepts steht die Gebäudehülle, die den Wärmebedarf des Hauses über die gesamte Nutzungsdauer maßgeblich beeinflusst. Verbaut werden Holz-Aluminium-Fenster mit Dreifachverglasung, deren Kombination aus warmer Innenseite und witterungsbeständiger Außenschale hohe thermische Eigenschaften mit einer langen Lebensdauer verbindet. Eine durchgängig gedämmte Fassade reduziert Transmissionswärmeverluste, elektrisch gesteuerte Rollläden erweitern den sommerlichen Wärmeschutz und verringern den Kühlbedarf der Wohneinheiten.
Wesentliche bauliche Komponenten im Überblick:
- 14 Eigentumswohnungen mit 2 bis 4 Zimmern
- Wohnflächen zwischen 68 und 194 m²
- Gebäudeenergiestandard EH 40 QNG Plus
- Holz-Aluminium-Fenster mit Dreifachverglasung
- Hochwertig gedämmte Gebäudehülle
- Elektrische Rollläden als sommerlicher Wärmeschutz
- Voraussichtliche Fertigstellung 2028
Joel Zenker, Immobilienberater und Projektentwickler bei der Stauch Baugruppe, ordnet die Bedeutung der Gebäudehülle ein: „Eine durchdachte Bauphysik ist die Voraussetzung für jedes energetische Konzept. Wenn die Hülle nicht stimmt, kann auch eine ausgereifte Anlagentechnik die verlorene thermische Effizienz kaum kompensieren.“

Großzügige Raumhöhen und durchgängige Echtholzparkett prägen die Wohnbereiche und unterstützen das Konzept eines langlebigen Innenausbaus. Bild: Stauch Wohnbau GmbH
Heiztechnik im Neubau in der Peretshofener Straße: vorbereitet auf morgen
Während die Gebäudehülle den Wärmebedarf reduziert, entscheidet die technische Gebäudeausrüstung darüber, wie effizient die benötigte Energie verteilt und genutzt wird. In modernen Mehrfamilienhäusern verschiebt sich der Fokus daher zunehmend in Richtung Niedertemperatursysteme, da diese den späteren Einsatz erneuerbarer Wärmetechnik, etwa von Wärmepumpen, oder den Anschluss an Fernwärmenetze vorbereiten. Im Neubau in München-Solln kommt in allen 14 Wohneinheiten eine Fußbodenheizung zum Einsatz, die auf niedrige Vorlauftemperaturen ausgelegt ist. Die großflächige Wärmeabgabe ermöglicht niedrige Vorlauftemperaturen und schafft die Voraussetzung dafür, dass sich das Heizsystem auch langfristig an veränderte energetische Rahmenbedingungen anpassen lässt.
Ergänzt wird das technische Konzept durch eine hochwertige Sanitärausstattung mit bodengleichen Duschen und Feinsteinfliesen sowie durch Komponenten der Gebäudeautomation. Eine moderne Videosprechanlage erhöht die Sicherheit am Eingangsbereich und lässt sich in das Kommunikationssystem der einzelnen Wohnungen einbinden. Im Zusammenspiel mit der gedämmten Gebäudehülle ergibt sich an der Peretshofener Straße 5 eine technische Gesamtlösung, die heutige Anforderungen erfüllt und zugleich Spielraum für künftige Anpassungen offenlässt.

Begrünte Dachflächen tragen zur Regenwasserrückhaltung bei und ergänzen den energetischen Gesamtansatz des Mehrfamilienhauses. Bild: Stauch Wohnbau GmbH
E-Mobilität als Teil der Gebäudeinfrastruktur
Mit dem Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz wurden Mindestanforderungen für Lade- und Leitungsinfrastruktur in Neubauten verankert, die die vorbereitende Verlegung von Leitungsinfrastruktur für künftige Wallboxen vorsehen. An der Peretshofener Straße 5 geht die Umsetzung über die gesetzliche Pflicht hinaus. In der Tiefgarage stehen Stellplätze mit Ladepunkten für Elektrofahrzeuge bereit, die das direkte Laden eines Elektrofahrzeugs ermöglichen, ohne dass spätere bauliche Eingriffe nötig sind. Damit ist der Neubau in Solln auch in einem Bereich anschlussfähig, der sich in den kommenden Jahren weiter dynamisch entwickeln dürfte.
Zukunftsfähiger Neubau an der Peretshofener Straße
Energieeffizienz wirkt sich nicht allein auf den ökologischen Fußabdruck eines Gebäudes aus, sondern beeinflusst auch dessen wirtschaftliche Tragfähigkeit über Jahrzehnte. Ein niedriger Energieverbrauch bedeutet geringere Nebenkosten für die Bewohner. Hinzu kommen mögliche Fördervorteile über das KfW-Programm Klimafreundlicher Neubau, die bei einem Standard wie EH 40 QNG Plus in Form zinsvergünstigter Darlehen genutzt werden können. Eingebettet in die Nachbarschaft der Peretshofener Straße 3 und 7 ordnet sich das neue Mehrfamilienhaus an der Peretshofener Straße 5 in eine gewachsene Wohnlage ein und verbindet diese städtebauliche Kontinuität mit den Bedingungen des energieeffizienten Wohnungsbaus.
Die Anforderungen an den Geschosswohnungsbau werden in den kommenden Jahren weiter steigen. Projekte wie der Neubau in München-Solln verdeutlichen, dass die technische Umsetzung anspruchsvoller Effizienzstandards in der bestehenden Stadtstruktur möglich ist, wenn Gebäudehülle, Anlagentechnik und Materialwahl von Anfang an zusammengedacht werden. Die Stauch Baugruppe liefert mit der Realisierung an der Peretshofener Straße einen Beleg dafür, wie sich diese Entwicklung im urbanen Wohnungsbau praktisch abbilden lässt.