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News vom 15.10.2003

Europäische Normungen für Dämmstoffe - geänderte Dämmstoffbezeichnungen


Am 01.03.2003 traten die neuen europäischen Produktnormen - Wärmedämmstoffe für Gebäude - DIN EN 13162 bis DIN EN 13172 - in Kraft. Mit diesen Produkt-/Stoffnormungen werden die Produkteigenschaften von werkmäßig hergestellten Wärmedämmstoffen geregelt.

Mit in Kraft treten dieser Normen verloren u. a. folgende nationale DIN Normen ihre Gültigkeit:
  • DIN 18164
    • Teil 1 "Schaumkunststoffe als Dämmstoffe für das Bauwesen - Dämmstoffe für die Wärmedämmung"
    • und Teil 2 "Schaumkunststoffe als Dämmstoffe für das Bauwesen - Dämmstoffe für die Trittschalldämmung"
  • DIN 18165
    • Teil 1 "Faserdämmstoffe für das Bauwesen - Dämmstoffe für die Wärmedämmung"
    • und Teil 2 "Faserdämmstoffe für das Bauwesen - Dämmstoffe für die Trittschalldämmung Faserdämmstoffe"
Wurden in der Vergangenheit die Anwendungsgebiete durch die außer Kraft getretenen Normen festgelegt, so werden diese nun durch die nationale Anwendungsnorm DIN 4108-10 definiert.

Durch Einführung der neuen europäischen Produktnormen DIN EN 13162 bis DIN EN 13172 und der deutschen Anwendungsnorm DIN 4108-10 sowie durch außer Kraft treten der Normen DIN 18164 Teil 1 und 2 sowie DIN 18165 Teil 1 und 2 entfallen bekannte Dämmstoff-Bezeichnungen wie z. B. PS 20, PS 30, PST, TK etc. sowie die gewichtsorientierten Anwendungstypen W, WD, WD+WS.

Qualitätssicherung
Gemäß den neuen europäischen Vorschriften müssen Bauprodukte zukünftig mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet sein. Dies garantiert einen Mindeststandard der Produkte und ist die Voraussetzung dafür, dass die Produkte in Europa in den Verkehr gebracht werden können. Um in Deutschland für den Einbau zugelassen zu werden, müssen Dämmstoffe darüber hinaus den Qualitätsanforderungen der DIN 4108-10 entsprechen. Diese Produkte werden zusätzlich mit dem Ü-Zeichen gekennzeichnet.

Anwendungsgebiete von Dämmungen nach DIN V 4108-10
Diese Vornorm legt anwendungsbezogene Anforderungen an werkmäßig hergestellte Wärmedämmstoffe für Gebäude nach DIN EN 13162 bis DIN EN 13171 fest und ordnet den Wärmedämmstoffen Anwendungsgebieten zu.

In der Tabelle 1 werden für die unterschiedlichen Anwendungsgebiete Kurzzeichen definiert.

Tabelle 1
AnwendungsgebietKurzzeichenAnwendungsbeispiel
Decke, DachDADAußendämmung von Dach oder Decke, vor Bewitterung geschützt, Dämmung unter Deckungen
DAAAußendämmung von Dach oder Decke, vor Bewitterung geschützt, Dämmung unter Abdichtungen
DUKAußendämmung des Daches, der Bewitterung ausgesetzt (Umkehrdach)
DZZwischensparrendämmung, zweischaliges Dach, nicht begehbare, aber zugängliche oberste Geschossdecken
DIInnendämmung der Decke (unterseitig) oder des Daches, Dämmung unter Sparren/Tragkonstruktion, abgehängte Decke usw.
DEOInnendämmung der Decke oder Bodenplatte (oberseitig) unter Estrich ohne Schallschutzanforderungen
DESInnendämmung der Decke oder Bodenplatte (oberseitig) unter Estrich mit Schallschutzanforderungen
WandWABAußendämmung der Wand hinter Bekleidung
WAAAußendämmung der Wand hinter Abdichtung
WAPAußendämmung der Wand unter Putz
WZDämmung vor zweischaligen Wänden, Kerndämmung
WHDämmung vor Holzrahmen- und Holztafelbauweise
WIInnendämmung der Wand
WTHDämmung zwischen Haustrennwänden mit Schallschutzanforderungen
WTRDämmung von Raumtrennwänden
PerimeterPWAußenliegende Wärmedämmung vor Wänden gegen Erdreich (außerhalb der Abdichtung)
PBAußenliegende Wärmedämmung unter der Bodenplatte gegen Erdreich (außerhalb der Abdichtung)


Nach Tabelle 2 werden den Produkteigenschaften bestimmte Kurzzeichen zugeordnet.

Tabelle 2
ProdukteigenschaftKurzzeichenBeschreibungBeispiele
Druckbelastbarkeitdkkeine DruckbelastbarkeitHohlraumdämmung, Zwischensparrendämmung
dggeringe DruckbelastbarkeitWohn- und Bürobereich unter Estrich
dmmittlere DruckbelastbarkeitNicht genutztes Dach mit Abdichtung
dhhohe DruckbelastbarkeitGenutzte Dachflächen, Terassen, Trockenbausystem
dssehr hohe DruckbelastbarkeitIndustrieböden, Parkdeck
dxextrem hohe DruckbelastbarkeitHoch belastete Industrieböden, Parkdeck
Wasseraufnahmewkkeine Anforderungen an die WasseraufnahmeInnendämmung im Wohn- und Bürobereich
wfWasseraufnahme durch flüssiges WasserAußendämmung von Außenwänden und Dächern
wdWasseraufnahme durch flüssiges Wasser und/oder DiffusionPerimeterdämmung, Umkehrdach
Zugfestigkeitzkkeine Anforderungen an ZugfestigkeitHohlraumdämmung, Zwischensparrendämmung
zggeringe ZugfestigkeitAußendämmung der Wand hinter Bekleidung
zhhohe ZugfestigkeitAußendämmung der Wand unter Putz, Dach mit verklebter Abdichtung
Schalltechnische Eigenschaftenskkeine Anforderungen an schalltechnische EigenschaftenAlle Anwendungen ohne schalltechnische Anforderungen
shTrittschalldämmung erhöhte ZusammendrückbarkeitSchwimmender Estrich, Haustrennwände
smTrittschalldämmung mittlere Zusammendrückbarkeit
sgTrittschalldämmung geringe Zusammendrückbarkeit
Verformungtkkeine Anforderungen an VerformbarkeitInnendämmung
tfDimensionsstabilität unter Feucht e und TemperaturAußendämmung der Wand unter Putz, Dach mit Abdichtung
tlVerformung unter Last und TemperaturDach mit Abdichtung



Übersicht DIN EN Normen für produktspezifische Anforderungen
Die Mindestanforderungen an die verschiedenen Dämmstoffe sind in der DIN V 4108-10 und den zugeordneten Produktnormen festgelegt.

Produkt
 
Kurzzeichen
 
Mindestanforderungen an
Dämmstoffe nach Typen
Produktnormen (Stufen,
Klassen und Grenzwerte)
MineralwolleMWDIN V 4108-10, Tabelle 3DIN EN 13162
Polystyrol-HartschaumEPSDIN V 4108-10, Tabelle 4DIN EN 13163
Polystyrol-ExtruderschaumXPSDIN V 4108-10, Tabelle 5DIN EN 13164
Polyurethan-HartschaumPURDIN V 4108-10, Tabelle 6DIN EN 13165
Phenol-HartschaumPFDIN V 4108-10, Tabelle 7DIN EN 13166
SchaumglasCGDIN V 4108-10, Tabelle 8DIN EN 13167
HolzwolleWWDIN 1102DIN EN 13168
Expandiertes PerliteEPBDIN V 4108-10, Tabelle 9DIN EN 13169
Expandierter KorkICBDIN V 4108-10, Tabelle 10DIN EN 13170
HolzfaserWFDIN V 4108-10, Tabelle 11DIN EN 13171


Beispiel für Kennzeichnung von Dämmstoffen
Die Dämmrolle mit Gewebefolie wird zukünftig wie folgt benannt:
Dämmrolle mit Gewebefolie 35-3 EPS 045 DES sm

35Nenndicke 35mm
3Zusammendrückbarkeit 3mm
EPSExpandiertes Polystyrol (Styropor)
045Wärmeleitfähigkeitsgruppe 045
DESKurzzeichen Anwendungstyp:
Anwendung "Inndämmung der Decke oder Bodenplatte (oberseitig) unter Estrich mit Schallschutzanforderungen"
smmittlere Zusammendrückbarkeit


Wichtige Hinweise für die UNIPIPE-Fußbodenheizung
Unter der UNIPIPE-Fußbodenheizung mit Nassestrich dürfen nur Dämmmaterialien der Anwendungstypen DEO oder DES nach DIN V 4108-10 eingebaut werden. Bei Einsatz der UNIPIPE-Noppenplatte oder UNIPIPE-Multifolie sind Trittschalldämmungen mit dem Kurzzeichen "sg" nach DIN V 4108-10 (sg = Trittschalldämmung, geringe Zusammendrückbarkeit) zu bevorzugen.

Bei mehrlagigen Dämmschichten darf bei Einsatz der UNIPIPE-Noppenplatte in Verbindung mit Nassestrich nur eine Lage aus mineralischem Faserdämmstoff (MW) des Anwendungstyps DES sg nach DIN V 4108-10 bestehen. Die weiteren Dämmstoffe dürfen nicht zusammendrückbar sein. Der Trittschalldämmstoff sollte unten angeordnet werden. Müssen auf der Decke verlegte Leitungen oder Kabel ausgeglichen werden, so muss dieser Ausgleich mit harten Dämmstoffen erfolgen. Der entstehende Hohlraum ist mit einer geeigneten Schüttung auszufüllen. Die Trittschalldä mmung ist in diesem Fall mit einer dünnen mineralischen Faserdämmplatte (MW) des Anwendungstyps DES sg herzustellen.

Unter der UNIPIPE-Trockenbau-Fußbodenheizung dürfen in Verbindung mit FERMACELL-Trockenestrich-Elementen nur Zusatzdämmungen mit hoher Druckbelastbarkeit eingebaut werden, z. B. Dämmstoffe der Anwendungstypen:
  • Expandierter Polystyrol-Hartschaum EPS, mindestens EPS 200 mit Wä rmeleitgruppe 035 Anwendungstyp DEO (alte Bezeichnung PS 30 SE)
  • Polystyrol-Extruderschaum XPS Anwendungstyp DEO ds (z. B. Styrodur)
PUR-Dämmplatten dürfen in Verbindung mit FERMACELL-Trockenestrich-Elementen nicht eingebaut werden, der Einsatz ist nur in Verbindung mit Perlite Aquapanel-TE als Trockenestrich möglich.

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