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News vom 13.08.2026

Trinkwasserhygiene im Mehrfamilienhaus: Worauf Vermieter und Mieter bei hohen Außentemperaturen achten sollten

Klimawandel, anhaltende Hitze, leerstehende Wohnungen in der Ferienzeit und erwärmtes Kaltwasser in den Leitungen: Im Sommer treffen gleich mehrere Faktoren zusammen, die den Erhalt der Trinkwasserhygiene in Mehrfamilienhäusern erschweren und die übermäßige Vermehrung von Legionellen fördern. Was heißt das konkret für Vermieter und Mieter? Dr. Peter Arens, Hygieneexperte bei Armaturenhersteller SCHELL, gibt Tipps, wie sich eine erhöhte Legionellenkonzentration und ein Aufheizen der Kaltwasserleitung vermeiden lassen und wie sich dabei zugleich Wasser sparen lässt.

Sommerhitze als Risiko für die Trinkwasserqualität: Elektronische Armaturen von SCHELL tragen mit automatischen Stagnationsspülungen zum Erhalt der Trinkwasserhygiene bei. <br /><br />Quelle: Schell
Sommerhitze als Risiko für die Trinkwasserqualität: Elektronische Armaturen von SCHELL tragen mit automatischen Stagnationsspülungen zum Erhalt der Trinkwasserhygiene bei.

Quelle: Schell

Legionellen kommen natürlicherweise im Trinkwasser vor und stellen in geringer Konzentration in der Regel kein Risiko dar. Problematisch wird es, wenn sie sich durch überlang stagnierendes Wasser und ungünstige Temperaturen stark vermehren. Ein Temperaturbereich von 25 °C bis 45 °C bietet Legionellen die optimale Bedingung für eine übermäßige Vermehrung. Besonders kritisch ist ein Temperaturbereich von 35 °C bis 45 °C. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt über zerstäubtes und vernebeltes Wasser, sogenannte Aerosole. Die Bakterien verbreiten sich in der Luft und werden eingeatmet, was eine schwere atypische Lungenentzündung auslösen kann. Besonders gefährdet sind Männer, Raucher, ältere Menschen, Personen mit geschwächtem Immunsystem und Menschen mit Vorerkrankungen der Atemwege. "Um den Erhalt der Trinkwassergüte zu gewährleisten, darf Trinkwasser kalt 25 °C nicht dauerhaft übersteigen (PWC <= 25 °C) und Trinkwasser warm muss mindestens 55 °C aufweisen (PWH >= 55 °C)", erklärt Hygieneexperte Dr. Peter Arens.

Warum Sommerhitze die Kaltwasserleitungen erwärmt

In gut gedämmten Gebäuden staut sich die Wärme, sodass sich Kaltwasser durch warme Umgebungsluft und ungünstige Rohrverlegung deutlich über 25 °C erwärmen kann. Genau in diesem Temperaturbereich vermehren sich Legionellen besonders gut. Ein zusätzliches Risiko entsteht, wenn Wohnungen in der Urlaubszeit zeitweise nicht bewohnt sind: Der Hitzestau durch Sonneneinstrahlung wird durch fehlende Luftzirkulation verstärkt. Das lässt auch das Kaltwasser in der Wohnung aufheizen - vor allem, wenn es tagelang nicht genutzt wird. "Wer sich Gewissheit verschaffen möchte, sollte das Kaltwasser im Sommer regelmäßig überprüfen. Gemäß dem Entwurf des neuen DVGW W 551-1 (A) von Mai 2025 lässt man dazu 3 Liter Wasser ablaufen und misst in weiteren 250 ml die Temperatur. Liegt diese über 25 °C, besteht ein hygienisches Risiko - und es wird eine Untersuchung auf Legionellen erforderlich", so Dr. Peter Arens.

Stagnation in selten genutzten Leitungen

Grundvoraussetzung für den Erhalt der Trinkwassergüte: Das Wasser muss fließen. Ein Wasserwechsel in der Trinkwasserinstallation sollte mindestens alle 72 Stunden stattfinden. Wird diese Frist überschritten, steigt das Risiko einer Bakterienbelastung. Leitungen zu Armaturen, die längere Zeit nicht genutzt werden, bieten Legionellen ideale Bedingungen zur Vermehrung. Besonders problematisch wird es, wenn Wasser über längere Zeit in den Leitungen steht. Wird eine Dusche, ein Waschbecken oder ein Gäste-WC selten benutzt, erwärmt sich das stagnierende Kaltwasser möglicherweise zusätzlich durch benachbarte Wasserleitungen mit einer Warmwasserzirkulation - eine riskante Kombination, vor allem bei komplexen Rohrführungssystemen. Besonders kritisch: sogenannte "Luxusinstallationen" mit vielen Entnahmestellen und überlangen Fließwegen.

Vorbeugende Maßnahmen für Vermieter: elektronische Armaturen an ausgewählten Stellen

Ist zeitweise eine regelmäßige Nutzung aller Entnahmestellen einer Wohnung nicht sicherzustellen, kann man mittels automatisierter Stagnationsspülungen gegensteuern - über vernetzte Armaturen an allen Entnahmestellen. In Wohngebäuden ist das jedoch kaum realistisch: Der Einbau solcher Technik an sämtlichen Entnahmestellen - inklusive Duschen - ist technisch aufwendig und wirtschaftlich nicht vertretbar. Da die Betreiberpflicht gemäß Trinkwasserverordnung dennoch eindeutig beim Eigentümer liegt, muss er mindestens in zentralen Bereichen der Trinkwasserinstallation dafür sorgen, dass diese keine kritischen Konzentrationen an Legionellen enthalten. Denn sonst würden bei jedem Wasserwechsel in einer Wohnung immer wieder "frische" Legionellen nachgeliefert. "Eine einfache, aber wirksame Maßnahme: elektronische, berührungslose Armaturen an strategisch wichtigen Stellen - etwa im Gäste-WC oder der Küche. Diese Entnahmestellen liegen am Anfang und Ende der Wohnungsinstallation. Werden sie regelmäßig genutzt oder gezielt gespült, werden automatisch die gesamte Wohnungszuleitung sowie Teile der Hauptleitung durchströmt. Dieser einmalige Wasserwechsel alle drei Tage von maximal 6 Litern für Warmwasser und 6 Litern für Kaltwasser entspricht Wasser- und Abwasserkosten von weniger als 0,80 EUR pro Monat oder 10 EUR im Jahr und belastet daher die Wasserrechnung des Mieters am Jahresende nur unwesentlich - der persönliche Wasserverbrauch pro Tag liegt mit 120 Litern deutlich höher. Bei Rückkehr aus dem Urlaub muss der Mieter dann nur noch kurz die verbleibenden Armaturen manuell 'nachspülen' - eine einfache Maßnahme für den eigenen Gesundheitsschutz", so Dr. Peter Arens.

Verantwortung des Mieters: regelmäßige Nutzung der Armaturen

Mieter müssen zur Trinkwasserhygiene beitragen, indem sie regelmäßig alle Entnahmestellen nutzen. Empfehlenswert ist ein entsprechender Passus im Mietvertrag. Er sollte zur regelmäßigen Nutzung aller Entnahmestellen verpflichten und erläutern, dass dies zum persönlichen Gesundheitsschutz notwendig ist. Zusätzlich sinnvoll: Erinnerungen über Aushänge oder Infoblätter.

Zusatzeffekt: Wasser sparen mit berührungslosen elektronischen Armaturen

Die berührungslosen elektronischen Armaturen leisten über die Trinkwasserhygiene hinaus noch einen weiteren Beitrag: Sie sparen Wasser. Berührungslose eleketronische Armaturen wie die XERIS E² von SCHELL starten den Wasserfluss automatisch, sobald sich Hände im Erfassungsbereich befinden, und stoppen ihn wieder, sobald die Hände entfernt werden. So läuft beim Einseifen kein Wasser unnötig weiter und auch eine versehentlich offen gelassene Waschtisch-Armatur wird vermieden. Im Vergleich zu regulären Einhebelmischern lässt sich der Wasserverbrauch dadurch um bis zu 70 Prozent senken. "So verbinden berührungslose Armaturen den Erhalt der Trinkwassergüte mit einem sparsamen Wasserverbrauch - gerade in heißen, trockenen Sommern ein doppelter Gewinn, für die Nebenkostenabrechnung ebenso wie für den schonenden Umgang mit der knappen Ressource Wasser", betont Hygieneexperte Dr. Peter Arens.

Klug vorsorgen - statt später teuer sanieren

Hohe Temperaturen und leerstehende Wohnungen machen den Sommer zur kritischen Zeit für die Trinkwasserhygiene im Mehrfamilienhaus. Wer jetzt vorsorgt, spart sich später eine teure Sanierung - denn eine kontaminierte Trinkwasserinstallation nachträglich instand zu setzen, ist aufwendig und mit hohen Kosten sowie Nutzungseinschränkungen verbunden. Vorbeugen gelingt dagegen mit überschaubarem Aufwand, wenn Vermieter und Mieter zusammenwirken: Der Eigentümer kann mit elektronischen Armaturen von SCHELL an strategischen Stellen die technische Grundlage schaffen, die Mieter tragen mit der regelmäßigen Nutzung aller Entnahmestellen ihren Teil bei. So bleibt das Trinkwasser auch in der heißen Jahreszeit hygienisch sicher - und der Umgang mit Wasser sparsam.

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Christian74er schrieb: Ich habe im Sommer meine Gasheizung durch eine Stiebel WPL-A...
Namor99 schrieb: Hallo zusammen, jedes Jahr in der Übergangszeit vermutlich...
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