Im Frühjahr 2003 wurde erstmalig die neue Deckenverschlusstechnik für Installationsschächte WERIT IBS 90 vorgestellt. Die positive Resonanz verdeutlicht den Marktbedarf nach praktikablen und einfachen Brandschutzlösungen. Das Konzept der WERIT Gebäudetechnik ist ein Schritt in die Richtung rationelles und sicheres Bauen. Mit WERIT IBS 90 wurde für den vorbeugenden Brandschutz innerhalb von Installationsschächten eine neue Lösung geschaffen, die erstmals geprüft und als Bestandteil einer Klassifizierung I-90 nach DIN 4102 Teil 11 zugelassen ist. Die Besonderheit dieses Deckenverschlusses besteht darin, dass innerhalb einer ausreichend definierten Schachtbelegungskonzeption, brennbare und nichtbrennbare Sanitär- und Heizungssysteme, Lüftungen und Elektroleitungen gemeinsam geführt werden können. Mit einer einfachen Abstandsregelung von 10 mm sämtlicher Leitungen untereinander, können baustoff- und herstellerneutrale Materialien eingebracht werden. Auf Rohr- und Deckenschotts oder sonstige Zusatzmaßnahmen kann komplett verzichtet werden. Zur Schachtverkleidung reicht eine nichtklassifizierte Leichtbau- oder Massivbauwand, an die keine zusätzlichen Anforderungen gestellt werden.
Unkomplizierte Lösung 
Den Hauptbestandteil der Deckenverschlusstechnik WERIT IBS 90 bildet eine feuerwiderstandsfähige Deckenplatte, die als verlorene Schalung unterhalb der Decke montiert wird. Rohrleitungen, Kanäle oder Kabel werden anschließend durch Bohrungen in die Platte geführt und isoliert. Eine riesel- und fließfähige Trockenschüttung sorgt dann für eine volkommene Verfüllung der Aussparung oder Kernbohrung. Die Trockenschüttung wird anschließend mit Wasser angefeuchtet. Dadurch härtet die Schüttung innerhalb weniger Stunden aus und bildet einen sicheren Deckenverschluss, der die Anforderungen des Brand-, Schall- und Wärme-, beziehungsweise Feuchteschutzes erfüllt. Die hier abgedruckten Baustellenfotos zeigen einige Montagen der Deckenverschlusstechnik WERIT IBS 90 und verdeutlichen die Unterschiede zu herkömmlichen R/I-90-Lösungen.Gerade in engen Installationen ist es von Bedeutung einen korrekten Deckenverguss ohne Verletzung der montierten Rohre und Isolierungen vorzunehmen. Die Deckenplatte wird bei WERIT IBS 90 beim Einbringen der Rohrdurchführungen vom Installateur angebracht.
Der Installateur montiert die Schalung Die vertikalen, zu isolierenden Leitungen werden von der Unter- und Oberseite direkt mit der alukaschierten Isolierung bis an die Deckenplatte herangeführt. Weiter Maßnahmen wie Rohrschotts, Manschetten, sonstige Rohrschalen oder aufschäumende Baustoffe können komplett entfallen. Eine wesentliche Vereinfachung stellen die Abstandsmaße der Rohrleitungen untereinander dar. Eine 10-mm-Reglung sämtlicher isolierter oder unisolierter Leitungen ist nicht nur verständlich, sondern auch praktikabel in der Ausfühung.

Mit der Trockenschüttung wird die Restöffnung in der Decke verschlossen. Die riesel- und fließfähige Substanz ermöglicht bei Aussparungen und Kernbohrungen eine gleichmäßige und geschlossene Verfüllung. Was sagen Brandschutzexperten dazu? Hier die Aussage des Brandschutz-Sachverständigen Thomas Albrecht-Tiedemann, Unna: "Der Brandschutz innerhalb von Installationsschächten stellt einen bedeutenden Beitrag zur Brandschutzkonzeption eines Gebäudes dar. Auf engstem Raum kommen brennbare und nichtbrennbare Baustoffe zum Einsatz, von denen im Erstfall erhebliche Gefahren ausgehen können.
Neben einer Übertragung von Feuer in andere Brandabschnitte gilt es besondere Aufmerksamkeit der Übertragung von Rauch zu widmen. Hierzu kommen tendenziell leichte Schachtkonstruktionen zum Einsatz, die keine oder nur eine geringe Feuerwiderstandsdauer aufweisen. Hingegen den heutigen traditionellen, wenn auch zugelassenen Einzellösungen (R-90, S-90, K-90) in feuerwiderstandsfähigen Decken, ist das Zusammenwirken im Brandfall der unterschiedlichen und gewerkeübergreifenden Systeme innerhalb von Schachtkonstruktionen von Bedeutung. I-90 Lösungen, wie sie hier von der WERIT Gebäudetechnik angeboten werden, sind gewerkeübergreifend geprüft und zugelassen. Eine ausreichend groß bemessene Schachtkonstruktion, inklusive der Belegung mit brennbaren und nichtbrennbaren Systemen räumt Planern und Architekten eine große Planungsfreiheit ein, mit der sie ihre Bauaufgaben baustoff- und herstellerneutral erfüllen können. Gegenüber den derzeit unübersichtlichen Möglichkeiten an Anwendungsvarianten, fördert zudem eine eindeutige Abstandsregelung der Rohrsysteme untereinander das Verständnis in der Ausführung, was zur Sicherheit beiträgt. Aus dem Sachverständigenwesen heraus ist die Lösung WERIT IBS 90 eindeutig als beispielhafte Innovation zu beurteilen."