Remscheid, 09. Mai 2001- Das Jahr 2000 war ein besonderes Jahr in der Unternehmensgeschichte von Vaillant. Mit einer Reihe strategischer Schritte hat Vaillant die Weichen auf Wachstum gestellt. Nach der Übernahme des italienischen Kesselherstellers Bongioanni Pensotti Kalore (BPK), Vignolo, und der Ausgliederung des operativen Geschäfts in die Vaillant GmbH wurde im Dezember ein Angebot zur Übernahme des britischen Unternehmens Hepworth PLC abgegeben. Durch diese Akquisition ist inzwischen die führende Heiztechnik-Gruppe Europas entstanden.
Fortschritte trotz schwieriger Marktbedingungen
Der Wettbewerb auf den europäischen Heiztechnik-Märkten hat sich im Jahr 2000 trotz des Zuwachses in West- und Osteuropa verschärft. In Zentraleuropa war insbesondere der deutsche Markt von Rückgängen geprägt. Dennoch konnte Vaillant seinen Umsatz um knapp 1 % auf 855 Mio. € leicht steigern. Der Rückgang im Inland um 12,5 % auf 336 Mio. € konnte durch die Steigerung im Ausland um 12,1 % auf 519 Mio. € sowie den hierin enthaltenen Zuwachs durch BPK (21 Mio. €) überkompensiert werden. Der Auslandsanteil am Umsatz stieg auf 61 % (1999: 55 %).
Erneute Ergebnissteigerung
Nach dem Ergebnisplus des Vorjahres hat
vaillant auch im Geschäftsjahr 2000 beim Gewinn zugelegt. Das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) stieg um 5,5 % auf 50,2 Mio. €. Wegen der Ausgliederung des operativen Geschäfts in die Vaillant GmbH sind die Zahlen für 2000 und 1999 nicht direkt vergleichbar. Erstmals sind wegen der Ausgliederung Körperschaftssteuern angefallen. Angesichts der hierdurch erheblich gestiegenen Steuersumme lag der Konzernjahresüberschuss mit 25,2 Mio. € um 27,2 % niedriger als 1999 (34,6 Mio. €). Der Cash-flow, ebenfalls wegen der Ausgliederung nicht direkt vergleichbar, war im Hinblick auf den Teilerwerb der Hepworth PLC mit 21,3 Mio. € negativ. 1999 hatte er mit 30,1 Mio. € im Plus gelegen.
Weiterer Ausbau und Erneuerung der Produktpalette
Vaillant hat seine Anstrengungen zum Ausbau und zur Erneuerung der Produktpalette im vergangenen Geschäftsjahr 2000 noch intensiviert. Die Innovationstätigkeit betraf alle Geschäftsfelder. In seinem Kernsegment, den wandhängenden Heizgeräten, hat
vaillant sowohl neue Heizwert- als auch neue Brennwert-Geräte entwickelt. Die Euro Pro/Plus-Produktlinie hat sich in den west- und osteuropäischen Märkten bereits sehr erfolgreich etabliert und dort zu erfreulichem Wachstum geführt. Im Bereich Brennwert hat Vaillant komplett neue Reihen wandhängender und bodenstehender Geräte auf der Internationalen Messe Sanitär und Heiztechnik (ISH) im März 2001 präsentiert. Hierzu gehören die neuen ecoTEC-Wandgeräte sowie die Standkessel ecoVIT und ecoCOMPACT. Zunehmend nutzt Vaillant für seine Systemangebote die Vorteile einer Plattformstrategie.
Auch die Vaillant-Gas-Standkessel für das Auslandsgeschäft wurden überarbeitet. Sie werden jetzt vom neuen Kompetenzzentrum in Vignolo geliefert. Ebenfalls neu sind die elektronischen Durchlauferhitzer VED EE sowie Elektrowärmepumpen. Alle Produkte sind nicht nur in Bezug auf Leistungsfähigkeit und Bedienkomfort deutlich verbessert worden; sie präsentieren sich auch in neuem Vaillant Design. Hierfür sind alle vier neuen Geräte-Reihen mit dem ISH-Design-Preis ausgezeichnet worden.
Forschung und Entwicklung/Investitionen
Für Forschung und Entwicklung hat
vaillant 2000 über 25 (1999: 22,5) Mio. € aufgewandt. Neben Ausbau und Erneuerung der bestehenden Palette galten die Aufwendungen auch zwei mittelfristigen Innovationsprojekten: das Brennstoffzellen-Heizgerät (BZH) und ein Zeolith-Heizgerät, über die Vaillant ebenfalls auf der ISH informiert hat und mit deren Vermarktung 2004 begonnen werden soll.
In Sachanlagen hat Vaillant 36,8 Mio. € investiert, 34 % mehr als 1999. Die Schwerpunkte der Investitionen betrafen insbesondere die neuen Produkte der Heiztechnik-Palette, Aufwendungen für Produktions- und Forschungseinrichtungen sowie den Anlauf der (Common-Rail-) Dieseleinspritzpumpenfertigung im Komponentenwerk Roding.
Mitarbeiter
Vaillant beschäftigte im Jahresdurchschnitt 2000 insgesamt 5.605 Mitarbeiter, 3,1% weniger als 1999. Erneut stieg deren Zahl im Ausland, und zwar um 9,5%, während sie im Inland um 7,8% abnahm. Der Umsatz pro Mitarbeiter stieg um 4,1% auf 152.500 €.
Führende Heiztechik-Gruppe Europas
Durch die Akquisition von Hepworth ist die mit einem Absatz von 1,1 Mio. Wandgeräten und über 150.000 Heizkesseln führende Heiztechnik-Gruppe Europas entstanden. Insgesamt werden pro Jahr rund 2,2 Mio. Geräte verkauft. Mit neun eigenen Marken, die auch zukünftig getrennt in den Märkten geführt werden, ist die neue Gruppe Marktführer bei Wandgeräten in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Niederlande, Belgien, Österreich, Kroatien, Slowakei und Dänemark. In Italien, Tschechien, Ungarn und Türkei liegt die Gruppe auf Rang zwei bzw. drei. Somit ist die neue Gruppe auch das internationalste Heiztechnik-Unternehmen in Europa.
Im Hinblick auf die Energiearten Gas, Öl, Elektro, Solar (Zukunft: Wasserstoff/BZH, Zeolith/Wärmepumpe) bietet die neue Gruppe das breiteste Sortiment. Über 7.500 Mitarbeiter bilden das stärkste Team und die größte F + E-Organisation der Branche.
Zur nachhaltigen Steigerung von Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum werden die Synergiepotentiale aus der Bildung der neuen Gruppe konsequent genutzt. Hierzu wurde ein cross-funktionales, gruppenübergreifendes Integrationsprojekt gestartet. Die Schwerpunkte der zu erzielenden Integrationseffekte liegen in der Senkung von Material-, Einkaufs- und indirekten Kosten durch Standardisierung von Komponenten, Nutzung von Scale-Effekten, Senkung der Materialgemeinkosten, Nutzung gemeinsamer Ressourcen sowie in der Logistik und bei Forschung und Entwicklung (cross-selling von Produkten).
Aufgrund hierfür zu leistender einmaliger Aufwendungen wird ein Ergebniseffekt aus dem Zusammenschluss erst für das kommende Jahr erwartet. Dennoch geht Vaillant auch für das laufende Jahr von einer Zunahme des Ergebnisses der neuen Gruppe aus.
Auch beim Umsatz rechnet Vaillant für 2001 mit Wachstum. Der Gesamtumsatz der neuen Gruppe, der im vergangenen Jahr vergleichbar etwa 1,35 Mrd. € erreichte, soll sowohl im Inland als auch im Ausland steigen. Insbesondere von den auf der ISH vorgestellten neuen Produkten erwartet
vaillant Impulse für das Inlandsgeschäft.