
In der Schweiz wurden über 3.600 Neubauten und Bausanierungen allein im Jahr 2000 mit Heizungen über Erdwärmesonden ausgeführt. Dieses Volumen bewältigen 8 spezialisierte Bohrunternehmen mit etwa 30 Bohranlagen.
Der Wärmepumpenhersteller Waterkotte meint, dass auch in Österreich und Deutschland die Notwendigkeit besteht, Heizungsbauer bei der Ausführung von Wärmepumpen mit Erdwärmesonden zu unterstützen. Bei den Systempartnern in Österreich herrscht derzeit ein erhebliches Defizit an qualifizierten Anbietern von Sonden. Grund dafür ist das inzwischen greifende FCKW-Verbot und die damit verbundene Umstellung von direktverdampfenden Split-Wärmepumpen auf Kompaktwärmepumpen. Das Letztere lässt sich im hügeligen Gelände und bei felsigem Untergrund am besten mit Erdwärmesonden koppeln, weil in der Sonde kein Kältemittel zirkuliert sondern ein Wasser-Glykol-Gemisch und somit die kältetechnische Montage auf der Baustelle nicht nötig ist.
Waterkotte hat sich auf Bitten eines Parnters sich kurzfristig entschlossen, eine „Erdwärme-Tochter", die Terramex Erdwärme GmbH in Herne, zu gründen. Für diese Tochterfirma wurden bereits zwei moderne Doppelrotor-Bohrgeräte, Fabrikat Nordmeyer, geordert. Das erste wurde bis zum 31. Juli im Raume München den Geschäftspartnern vorgestellt um dann im August in Oberösterreich die Arbeit aufzunehmen. Die Geschäftsführung und Betriebsleitung übernimmt Klemens Waterkotte jun. als Mitgesellschafter.
Die zweite, gleichwertige Anlage wird im Oktober ausgeliefert. Zur besseren Auslastung will man in jeder Richtung offen bleiben und auch für Systemanbieter mit Fremdprodukten Erdwärmesonden ausführen. Da das erklärte Ziel von Waterkotte die verstärkte Markteinführung der Wärmepumpe ist, soll die Aktivität aller Wärmepumpen-Anbieter in die Initiative einbezogen werden.
Klemens Waterkotte jun.: „Die neugegründete Terramex strebt an, mit allen Unternehmen, die fachgerecht Erdwärmesonden anbieten, eine Allianz einzugehen. Deren Vorteil liegt darin, gegenseitig die Wege zwischen den Bohrpunkten zu optimieren, d. h. die Bohrfirma A soll nicht bei B bohren oder umgekehrt".
Sollte sich der Markt so dynamisch wie in der Schweiz entwickeln, hat Terramex vor, mit weiteren Bohrmaschinen dem Bedarf folgen. Die Schweiz bleibt für die Tätigkeit der Firma ausgespart, denn dort besteht bereits ein ausreichendes Angebot und es wird auch zu akzeptablen Preisen gearbeitet. Die in der Schweiz laufenden Bestrebungen, ein Gütesiegel für Erdwärmesonden einzuführen, wird von der neuen Firma indes voll unterstützt.