
Durch die seit dem 1. April 2000 geltende Solarstromvergütung von 0,99 DM/kWh kam es bereits zu einer Verdreifachung des Fotovoltaikmarktes in Deutschland.
Auch in Berlin setzen immer mehr Menschen auf Sonnenenergie. „In diesem Jahr haben wir bis Mitte Juli bereits 197 Förderanträge auf thermische Solaranlagen und 62 Anträge auf Fotovoltaikanlagen bewilligt“, sagt Kerstin Knoch von der Investitionsbank Berlin (IBB). Damit verbunden sind Fördergelder von insgesamt 1,6 Mio. DM, bei einer Gesamtinvestitionssumme von knapp 6,7 Mio. DM. Im Jahr 2000 lag die Zahl der genehmigten Anträge bei 288. Derzeit ist auf den Dächern der Hauptstadt eine Kollektorfläche von mehr 60 000 qm.
Auch an Parkautomaten sind Solarmodule mittlerweile normal. Und auch der Bund setzt auf Sonne in Berlin: So hat er mit größeren Solaranlagen an seinen Parlaments- und Regierungsbauten einen wesentlichen Beitrag zur Solarisierung des Regierungsviertels und damit der Innenstadt geleistet.
Während mit einer solarthermischen Anlage die Umwandlung von Sonnenenergie in Wärme erreicht wird, kann mit fotavoltaischen Anlagen Strom aus Sonnenenergie gewonnen werden. „In Ein- und Mehrfamilienhäusern werden deshalb solarthermische Anlagen zur Warmwassererzeugung und zur Heizungsunterstützung genutzt", erklärt Kerstin Knoch.
Die IBB fördert die Installation der Anlagen mit Zuschüssen. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern beträgt der Zuschuss 3500 DM pro Wohnung. Bei Mehrfamilienhäusern ab drei Wohneinheiten gibt es 1000 DM je Wohnung. Dabei sind die Preise für solarthermische Anlagen unterschiedlich. Sie richten sich nach Leistung und Kollektorentyp. Bei einer Anlage mit sogenannten Flachkollektoren muss bei einem 4-Personen-Haushalt mit 8.000 DM bis 12.000 DM inklusive Montage gerechnet werden. Teurer wird es, wenn die Anlage nicht nur zur Warmwassererzeugung, sondern auch zur Heizungsunterstützung genutzt werden soll. Hier müssen etwa 17.000 DM bis 20.000 DM bezahlt werden. Bei Anlagen mit leistungsfähigeren Vakuumröhrenkollektoren liegen die Kosten ca. 30 % höher.
„Der Nutzung der Solarenergie kommt in Berlin eine besondere Bedeutung zu, da die übrigen Formen der regenerativen Energietechnologien wie Wässer- und Windkraft, Geothermie und Biomasse in Berlin nur sehr begrenzt nutzbar sind", sagt Maria Krautzberger, Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.
Vor diesem Hintergrund hat die Stadt in den vergangenen zehn Jahren die Entwicklung der Solarenergienutzung kräftig vorangetrieben. Bereits 1990 ging die Stadt mit dem Berliner Energiespargesetz an den Start, das den Einsatz erneuerbarer Energien begünstigt. 1997 schloss der Senat mit der Berliner Wirtschaft als „QimaSchutzPartner" eine „Freiwillige Vereinbarung zur CO²-Minderung und zur Verbreitung von Solaranlagen". Zwei Jahre später folgte die „Berliner Solarkampagne" von Solarunternehmen und Umweltverbänden, die Informationsdefizite abbauen soll.
Im Mai 2000 verabschiedete der Berliner Senat sein „Landesenergieprogramm 2000 - 2003". Damit werden im wesentlichen drei Ziele verfolgt:
- Senkung des Primärenergieverbrauchs und der CO2-Emissionen Berlins auf 25,4 Mio. t im Jahr 2004. Gemessen am Basisjahr 1990 wäre dies eine Senkung um etwa 20 - Förderung von Innovationen und Pilotprojekten zur Energieeinsparung und Nutzung regenerativer Energien - Verdoppelung des Anteils erneuerbarer Energien von 2000 bis 2003.