
"Trotz Modernisierungsbemühungen in den letzten Jahren arbeiten die meisten Heizungs- und Sanitärpumpen immer noch als Energieverschwender. Weil sie um den Faktor zwei bis drei zu groß ausgelegt wurden". Diese provozierende Feststellung machte Wolfgang Richter, Marktsegmentmanager Gebäudetechnik von Grundfos bei einer Gesellschafterversammlung der Omnium Technic, einer serviceorientierten Firmenallianz mittelständischer TGA-Unternehmen. Omnium-Sprecher Prof. Werner Ameling bestätigt, dass Heizungsbauer alte Pumpen "vielfach nach dem Typenschild erneuern - ohne die Charakteristik der Anlage zu bewerten". Was nützt also der Einbau einer drehzahlgeregelten Pumpe, wenn ihre Nennleistung nach wie vor der alten Ausführung entspricht?
Grundfos, einer der weltweit führenden Pumpenhersteller, hat vor diesem Hintergrund ein "Partnerschaftskonzept zur Energieoptimierung" entwickelt. Das Ziel: Erstens dem Bauherrn Einsparmöglichkeiten zu zeigen, zweitens dem Handwerk und TGA-Anlagenbau neue Umsatzmöglichkeiten aufzudecken. Die Aktion startete unlängst mit einer Testaussendung von Werbebriefen an 1500 ausgesuchte Wohnungsgesellschaften, Hochbauämter, Betreiber von Schulen und Krankenhäusern. "Die Resonanz war mit über 20% Rücklauf ungewöhnlich stark" resümiert Wolfgang Richter und erklärt dies mit dem Anreizpaket für die Empfänger: Dem Interessenten wurde eine kostenlose Energieanalyse der installierten Heizungsumwälzpumpen erstellt, bei größeren Objekten erfolgte die Bestandsaufnahme durch ein Messmobil.
Die Adressen der sanierungswilligen Bauherren wurden an qualifizierte Installationsfirmen weiter gegeben, da Grundfos selbst nicht installiert und nur über den Fachgroßhandel verkauft. Die Zielgruppe der Partnerschaftsaktion deckt sich genau mit der Klientel der Omnium-Gruppe, ergo soll die nächste Verkaufsoffensive in Kürze gemeinsam mit dem Firmenverbund starten.
Die ideenreichen Marketing-Aktivitäten des dänischen Pumpenproduzenten stehen auch im Zusammenhang mit der bevorstehenden Ein
führung einer neuen Pumpengeneration. Die kommende "Magna-Serie" hat selbstadaptierende Eigenschaften: Ändert sich die Anlagenkennlinie, beispielsweise durch arbeitende Thermostatventile, dann sucht sich die Pumpe selbsttätig die optimale Regelkennlinie.
Lasergeschweißte Laufräder mit hohem Wirkungsgrad und magnetisierte "Permanentmotore" sind weitere Neuentwicklungen aus dem Grundfos-Entwicklungszentrum, die zusätzlich Strom einsparen sollen. Richter: "Mit diesen Konstruktionsmerkmalen sparen die selbstregelnden Magna-Pumpen bis zu 70 Energie im Vergleich zu zeitgemäßen aber ungeregelten Ausführungen".