Heizöl ist eine Wärmeenergie aus sicherer Quelle. Einschließlich der unkonventionellen Rohölvorkommen - Ölschiefer, Ölsande und Schweröl - reichen die bekannten Vorräte für mehrere hundert Jahre. Und eine ausgewogene Lieferstruktur trägt zusätzlich zur zuverlässigen Versorgung bei. Aus insgesamt 24 Lieferstaaten importierte die Bundesrepublik im vergangenen Jahr gut 103,5 Millionen Tonnen Rohöl. Zusammen fast zwei Drittel stammten aus GUS-Ländern und aus der Nordsee. Zusätzlich deckten 3,1 Mio Tonnen heimisches Erdöl den Gesamtbedarf.
Deutschlands Rohöllieferant Nummer 1 im vergangenen Jahr war wiederum Russland mit knapp 30 Mio Tonnen. Es folgten Norwegen mit 18,6 Mio Tonnen und Großbritannien mit 13 Mio Tonnen. Nordseeöl deckte insgesamt 31,4 Prozent des deutschen Rohölbedarfs, die Importe aus den GUS-Staaten stiegen auf 33 Prozent. Die Einfuhren aus den OPEC-Staaten haben sich dagegen mit rund 28,5 Mio Tonnen (27,6 Prozent) auf Vorjahresniveau gehalten. Im laufenden Jahr dürfte der OPEC-Anteil an der deutschen Rohölversorgung jedoch fallen. Laut aktueller Planung der inländischen Raffinerien sollen 2001 nur noch 24 Mio Tonnen Rohöl aus OPEC-Staaten verarbeitet werden. Im Gegenzug ist vorgesehen, den Einsatz des russischen Rohöls auf fast 34 Mio Tonnen und den des Nordseeöls auf knapp 36 Mio Tonnen zu steigern.
Trotz einer gegenüber 1999 leicht gesunkenen Importmenge ist Deutschlands Rohölrechnung im Jahr 2000 drastisch nach oben gegangen - auf 46 Milliarden DM. Zum Vergleich: 1999 lag der gesamte Rohöleinfuhrwert noch bei knapp 25 Milliarden DM, 1998 bei 19 Milliarden DM. Die Steigerung um nahezu 150 Prozent innerhalb von zwei Jahren hat nicht nur seine Ursache in der Verteuerung des Rohöls, sondern auch in der Stärke des Dollars bzw. in der Schwäche des Euro. Denn Rohöl wird weltweit in US-Dollar gehandelt.