Im Rahmen der Pressekonferenz der IKK 2001 in Hannover wurden fünf Vorträge von Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Verbänden gehalten. Schwerpunkt hierbei war die Branchenwirtschaftliche und die IKK-interne Entwicklung.
Die Vortragsinhalte zusammengefasst:
Michael Beuermann, Generalbevollmächtigter der Deutschen Messe AG
Eine Fachmesse für Kälte, Klima und Lüftung ist in Hannover nicht ganz neu. Bereits 1979 fand in der Stadthalle Hannover der deutsche Kälte – Klima Fachtag statt.
Erstmals in der Geschichte der IKK stellten mehr als 800 Aussteller aus 41 Ländern ihre Produkte zur Schau. Die IKK verzeichnete somit eine zwar stetige aber kleine Aufwärtsbewegung. Die IKK hat aufgrund des umfassenden Angebotes eine einzigartige globale Bedeutung erlangt. Man versuche die IKK in Hannover auch für den osteuropäischen und skandinavischen Markt interessant zu machen. In diesen Ländern beziehe man sich eher auf nationale Messen. Positiv sei auch das ausgewogene Verhältnis zwischen Besucher und Aussteller.
Das Besuchervolumen fiel am ersten Messetag moderat aus. Grund hierfür sei die angespannte Situation in den USA. Für die nächsten Tage ging man aber von einem Anstieg der Besucherzahlen aus.
Walter Hufnagel, Geschäftsleitung Messe Nürnberg
Das Angebotssegment Klimageräte und Lüftungstechnik befindet sich weiter auf steigendem Kurs. Das Segment Klimatechnik hat in den vergangenen Jahren um jeweils 30% zugelegt.
Aus diesem Segment stellten in Halle 11 der IKK Hannover 200 Anbieter ihre Produkte aus.
Erstmals auf der IKK wurde ein Themenpavillon „Stille Kühlung“ ins Leben gerufen. Hier haben sich 24 Aussteller von den 50 in Deutschland existierenden Kühldeckenanbietern zusammengeschlossen. Grund für die Entstehung dieses Themen-Pavillons sei ein geringerer Aufwand für jedes beteiligte Unternehmen. Des Weiteren wolle man die Reaktionen und die Akzeptanz der Besucher testen, der hier eine große Produktvielfalt auf einem überschaubaren Raum vorfindet.
Die Akzeptanz für diesen Pavillon ist am zweiten Messetag deutlich gestiegen und zeige eine optimistische Prognose für den weiteren Verlauf.
Für die Wahl des Messestandortes Hannover gab es im Vorfeld jahrelange Diskussionen des Ausstellerbeirates im Namen aller Aussteller und des VDKF. Das Votum fiel letztendlich auf Hannover, da der alternierende Standort Essen nicht über ausreichend Fläche verfüge. Hier spiele auch der Leistungswettbewerb zwischen den Messeorten eine große Rolle. Außerdem sei der Messeplatz Hannover in logistischer Hinsicht sehr geeignet. Die IKK wird nun im Wechsel zwischen den Messeplätzen Hannover und Nürnberg ausgetragen. Die IKK findet alle zwei Jahre zu geraden Jahreszahlen in Nürnberg statt. Man geht davon aus, dass das Messeplatz-Duo Hannover/Nürnberg die schon hohe Internationalisierung weiter ausbauen wird.
Bereits jetzt hat man einen sehr hohen internationalen Anteil erreicht. Auf der IKK 2001 beträgt dieser 45% aller Aussteller. Man geht aber davon aus das ein Anteil von 50% nie erreicht wird. Laut Hufnagel sei der Zulauf auch aus Osteuropa auf die Leitmessen gestiegen, obwohl in Osteuropa einige gute Messen veranstaltet werden.
Man rechnete auf der diesjährigen IKK mit einer Besucherzahl von rund 21.000 . Im Vorjahr betrug der Anteil der ausländischen Besucher etwa 50%.
Die IKK muss sich auch mit der Fachbezogenen Ausstellungen in Frankfurt a. M., wie z.B. der „ISH“ messen. Allerdings ordnet man der dezentralen Klimatechnik, die auf der IKK eine zentrale Rolle spielt, die größeren Chancen zu.
Robert Pütz, Geschäftsführer des VDKF e. V. und der VDKF Wirtschafts- und Informationsdienste GmbH
Laut Firmenumfrage von branchenbezogenen Unternehmen sieht es auf dem Kälte- und Klima-Markt nicht schlecht aus, obwohl die Volkswirtschaft momentan nicht sehr gut gestellt ist. Man sei aber für die Zukunft optimistisch.
Im letzten Jahr verzeichneten die Kälteanlagenbauer einen Gesamtumsatz von 2,7 Mrd. Euro.
Robert Pütz geht gesondert auf die EU-Verordnung 2037/2000 ein. Diese im Oktober 2000 in Kraft tretende Verordnung schafft einen einheitlichen europäischen Rahmen zur Regulierung von FCKW- und H-FCKW-haltigen Kältemitteln
Der VDKF arbeitet gemeinsam mit dem Bundesinnungsverband BIV an der Umsetzung dieser EU-Verordnung. Von besonderer Bedeutung für den Kälteanlagenbau und damit die Kälte-Klima-Fachbetriebe Europas und Deutschlands ist ART. 17 der Verordnung der u.a. eine jährliche Dichtheitskontrolle an Klima- und Klimaanlagen ab 3 Kg Füllgewicht Kältemittel vorsieht.
Um dies durchzusetzen muss den Verbänden und deren angeschlossenen Betriebe die Dringlichkeit vor Augen gehalten werden, da es sich hier um ein Gesetz handelt.
Des Weiteren setzt man auf Veröffentlichungen der Verbände und des Bundesumweltamts.
Auch die Beratung des Kunden über existierende Vorschriften durch geschultes Fachpersonal muss gewährleistet sein.
Christian Scholz, Präsident des Verbandes Deutscher Kälte-Klima-Fachbetriebe e.V. (VDKF)
Christian Scholz schließt sich im Wesentlichen seinen Vorrednern an. Er betonte jedoch die gute Ausbildung des Fachpersonals in den kompetenten Fachbetrieben und die hochwertige Ausbildung in den Ausbildungsstätten.
Dadurch werden „Einspur-Fachbetriebe“ vermieden, was den Vorteil der Branche ausmacht.
Des Weiteren geht er auf die positive Entwicklung des VDKF ein, die durch steigende Mitgliedszahlen ersichtlich ist. Der VDKF verfügt über eine Mitgliederzahl von momentan 1.200.
Prof. Dr. Ulrich Pfeiffenberger, Geschäftsführender Gesellschafter der IGP Ingenieurgesellschaft, Neu Isenburg, Stellvertretender Vorsitzender des deutschen Kälte- und Klimatechnischen Vereins (DKV)
Prof. Dr. Ulrich Pfeiffenberger geht hauptsächlich auf die Entwicklung der Kälte- und Klimatechnik ein.
Die Anfrage auf diese bereiche ist groß. Da jedoch der Anlagenbau technisch sehr umfangreich und die Montage durch geschultes Fachpersonal sehr kostenintensiv ist, steigt die Nachfrage nach individuellen Produkten.
Hauptfrage dabei ist: Wie errichte ich gute Anlagen und gehe dem Kostendruck aus dem Weg?
Lösungsansatz ist der Einsatz von intelligenten und innovativen Komponenten.
Der Einsatz dieser Komponenten sei auch wichtig, da die Kühllast in Räumen in den folgenden Jahren stetig steigen wird und eine Anpassung auf die Anforderungen nötig sein wird.
Prof. Dr. Ulrich Pfeiffenberger spricht von einem Boom im Nachrüstbereich.