
Die Bundesregierung macht Ernst in Sachen Energiesparen und Klimaschutz. Mit der neuen Energie-Einspar-Verordnung (EnEV), die zum 1. Februar 2002 in Kraft tritt, verpflichtet sie Bauherren und Hausbesitzer zu umfangreichen Umwelt-Investitionen. So wird künftig für Neubauten der zulässige Primärenergiebedarf pro Quadratmeter um rund 30 Prozent unter die heutigen Anforderungen gesenkt. Damit wird der Niedrigenergiehaus-Standard in Deutschland zur Regel.
Bauherren können allerdings selbst entscheiden, ob sie den neuen Anforderungen an den geringeren Heizenergiebedarf durch eine aufwendige Wärmedämmung oder durch hoch effiziente Heiztechnik, beispielsweise durch den Einsatz eines Öl-Brennwertkessels, genügen möchten. Ein bestimmter Mindestwärmeschutz muss jedoch eingehalten werden. Ferner schreibt die EnEV für Neubauten einen Energiebedarfsausweis vor, in dem die wichtigsten Informationen zu den energetischen Eigenschaften des Gebäudes festgehalten sind.
Erhebliche Auswirkungen hat die EnEV auch für bestehende Gebäude.
Aus gutem Grund: Häuser, die vor 1978 erbaut wurden, machen etwa 70 Prozent des Gebäudebestandes aus, verbrauchen derzeit aber 92 Prozent der gesamten Heizenergie in Deutschland. Im Gebäudebestand liegen mithin die größten Energiesparreserven und damit die größten Potenziale zur Minderung der Treibhausgase. Im Interesse von Umwelt, Klima und Ressourcenschonung müssen daher laut EnEV sämtliche Heizanlagen, die vor Oktober 1978 in Betrieb genommen worden sind, spätestens bis Ende 2006 gegen moderne Niedertemperatur- oder Brennwertkessel ausgetauscht werden. Eine "Schonfrist" bis Ende 2008 wird gewährt, wenn eine solche Altanlage nach dem 1. November 1996 mit einem neuen Brenner ausgerüstet worden ist.
Ausgenommen vom gesetzlichen Modernisierungszwang sind nur die Altanlagen in selbst genutzten Ein- und Zweifamilienhäusern. Hier setzt der Gesetzgeber auf ökonomische und ökologische Einsicht ihrer Besitzer, also auf einen freiwilligen Austausch dieser Energie verschwendenden Heizkessel. Wie viel Sinn es macht, mit einer Heizungsmodernisierung auf Sparkurs zu schalten, zeigt beispielhaft der Vergleich zwischen einer technisch überholten und einer modernen Ölheizung: Aktuelle Öl-Brennwertkessel verbrauchen bis zu 40 Prozent, heutige Öl-Niedertemperatur-Heizkessel bis zu 30 Prozent weniger als ihre betagten Artgenossen.
Da ist in einem Einfamilienhaus die Reduzierung des jährlichen Heizölbedarfs um 1000 Liter oder mehr durchaus möglich. "Wer dennoch weiterhin seine veraltete Heizanlage betreibt, verschenkt jeden Tag Geld", urteilt folgerichtig ein Sprecher des Instituts für wirtschaftliche Oelheizung e.V. (IWO). Seine Empfehlung: "Möglichst bald eine Modernisierungsberatung mit dem Heizungsfachmann vereinbaren und das Einsparpotenzial ermitteln lassen."