Ritter XL Solar zeigten mit einer solarthermischen Anlage auf einem ehemaligen Flakbunker eine ökologisch nachhaltige Lösung für die kommunale Energieversorgung durch Nutzung öffentlicher Bauten.
Wendelin Heinzelmann
Wärmespeicher
Röhrenkollektoren Hamburger Skyline
Führung Energiebunker
Fachpublikum - Bilder: Paradigma
41,6 Meter ist er hoch, 58 Meter lang und 58 Meter breit,
und im Inneren beherbergt er die derzeit wohl innovativste und ökologischnachhaltigste
kommunale Heizlösung: Grund genug, dass die Macher des Bunkers
ihn heute auch einer breiteren Fachöffentlichkeit vorstellten. Dazu präsentierten die
beiden Tochterunternehmen der Ritter Gruppe, Ritter XL Solar, welche für die
Planung und Realisierung solarthermischer Großanlagen zuständig ist und
Paradigma Deutschland, zuständig für den Vertrieb von ökologischen
Heizungssystemen für Privathaushalte, den Energiebunker ihren Vertriebspartnern,
Monteuren und der Fachpresse. Diese sollen als Botschafter dafür sorgen, dass das
Energieversorgungskonzept auch von anderen Kommunen aufgegriffen wird.
Effektives Zusammenspiel von Biomassekraftwerk und Solaranlage
Neben der Führung über den Bunker, der die Heizungsfachleute zu Deutschlands
größter Röhrenkollektor-Solarthermieanlage führte, besuchten die Gäste auch das
Biomasseheizkraftwerk im Inneren des Bunkers. Um dieses einzubauen mussten
mehrere Stockwerke des Bunkers durchbrochen werden, was die Konstrukteure bei
einer Deckenstärke von 3,5 Metern vor erhebliche Herausforderungen stellte.
Das Kraftwerk unterstützt die Solaranlage beispielweise in den Wintermonaten, an
denen die Kollektoren kein Sonnenlicht in Energie umwandeln können. Dank des
innovativen AquaSystems der Ritter Gruppe, das alleine auf Wasser als
Wärmeträger setzt, kann die Wasserführung der Solaranlage direkt mit dem
Kraftwerk verbunden werden. Dies machte die aufwändige Einrichtung eines
gesonderten Kreislaufes für das üblicherweise eingesetzte Frostschutzmittel als
Wärmeträger überflüssig.
Im Anschluss an die Führung hielt Dipl. Physiker Martin Willige, Solarexperte bei
dem Generalunternehmen Ritter XL Solar einen Fachvortrag zu dem Thema solare
Großanlage unter besonderen Berücksichtigung des Energiebunkers.
Effiziente Röhren-Kollektoren versorgen gesamtes Hamburger Stadtviertel
Insgesamt übernimmt der Energiebunker die Energieversorgung für die rund 4.000
Haushalte im 120 ha großen Reiherstiegviertel in Hamburg. Möglich machen dies
mehr als 6.500 solarthermische Hochleistungs-Vakuumröhren, die jeweils zu 14 oder
21 Stück auf einem der 315 Röhrenkollektoren angeordnet sind. In dieser Formation
bilden die Kollektoren auf dem Dach des Flakbunkers eine Fläche von 1.350
Quadratmeter, was ungefähr einer Fläche von fünf Tennisplätzen entspricht und
damit die größte Vakuumröhren-Kollektoranlage in Deutschland darstellt.
Bei direkter Sonneneinstrahlung, aber auch an bewölkten Tagen, erzeugt die Anlage
dank der besonders effizienten Vakuum-Röhrenkollektoren konstant Warmwasser
mit Zieltemperaturen von 60 bis 160 Grad Celsius. Temperaturen, die sich optimal
für die Versorgung eines Privathaushaltes eignen, aber auch im Bereich der
industriellen Prozesswärme Anwendung finden.
Wärme, die nicht direkt verbraucht wird, kann im Bunker von einem Wärmespeicher
mit einem Fassungsvermögen von eindrucksvollen 2 Millionen Litern über mehrere Tage gespeichert werden. So kann der Bunker die Haushalte im Hamburger Süden
auch an Tagen, an denen keine Sonne scheint, zuverlässig mit Energie versorgen.
Die Wichtigkeit der hochleistungsfähigen Röhrenkollektoren für die Anlage auf dem
Energiebunker betonte der ebenfalls anwesende Bereichsleiter für Marketing und
Vertrieb von Paradigma Deutschland, Wendelin Heinzelmann: „Nur mit
leistungsfähigen Röhrenkollektoren, die Sonnenstrahlen effektiv in Wärmeenergie
umwandeln, kann die ökologische Fernwärmeversorgung eines ganzen
Stadtgebietes überhaupt gestemmt werden“.